Ressort
Du befindest dich hier:

Der digitale Detox-Plan

Ich bin dann mal offline! Du bist süchtig nach Google, E-Mails und deinen Social-Media-Plattformen? Dann mache doch eine virtuelle Fastenkur! Zwei Expertinnen erklären, wie das klappt und warum du dich danach viel besser fühlst.

von

Der digitale Detox-Plan
© kazoka30/iStock/Thinkstock

Sie haben uns fest im Griff: Smartphone, Laptop, Tablet, PC. Unterwegs mal schnell die Mails checken, dann die neuesten Statusmeldungen auf diversen Social-Media-Plattformen sichten, noch ein paar Nachrichten verschicken. Ein Leben ohne Web scheint da fast unmöglich. Und trotzdem liegt der digitale Entzug gerade voll im Trend. In den USA werden sogar spezielle "Digital-Detox-Camps" veranstaltet. Internetexpertin Barbara Amann-Hechenberger (saferinternet.at), sagt, warum: "Das Schöne an der teilweisen Online-Abstinenz: Man hat plötzlich wieder viel mehr Zeit für sein Leben abseits des Netzes. Und das ganz ohne merklichen Verzicht. Denn wenn die Welt untergeht, werden Sie es auch so rechtzeitig erfahren." Zeit also, mal wieder ein bisschen mehr Ruhe und Entspannung in den Alltag zu bringen. Für WOMAN hat Amann-Hechenberger einen 14-tägigen Detox-Plan zusammengestellt, der helfen soll, den digitalen Lifestyle zu entschleunigen. So lernst du, sämtliche Geräte auch einmal abzuschalten …

2 Tage Entzug.

So startest du die Fastenkur vom Web. "Beginnen Sie am Wochenende, denn da müssen Sie beruflich nicht im Netz sein", rät Internetexpertin Barbara Amann-Hechenberger. "Sperren Sie Ihren Laptop in den Kleiderschrank und stellen Sie das Handy auf lautlos. Noch besser wäre, Sie würden Ihre ganzen Gerätschaften jemand anderem zur Verwahrung geben. Ändern Sie Ihren Status auf Facebook, Skype oder WhatsApp auf, 'Beschäftigt' oder, 'Nicht erreichbar'. Löschen Sie eventuell die Apps vom Smartphone." Freunde und Kollegen sollten im Vorfeld darüber informiert werden, dass du die kommenden beiden Tage weder per Mail noch via Handy oder sonstige Internetplattformen erreichbar bist. Außerdem rät Amann-Hechenberger: "Wählen Sie für Ihren Detox-Start eine Umgebung, in der Sie möglichst wenig in Versuchung geraten. Genießen Sie das Funkloch beim Spazierengehen, einen Tag im Spa oder einfach nur den dicken Roman auf der Couch."

Erstes Resümee. Sonntagabend wird dann eine Bestandsaufnahme gemacht: Welche der in der Zwischenzeit erhaltenen SMS, Social-Media-Nachrichten oder Mails waren wirklich wichtig? Was hast du verpasst? Halte deine Gedanken schriftlich fest: Wie ist es dir ergangen?

7 Tage Detox.

So läuft's weiter. Nach dem ersten Entzug geht’s in die "Entschlackungsphase". Und die sieht folgendermaßen aus: "Tauschen Sie Ihr Smartphone gegen ein altes, nicht internetfähiges Handy. Verwenden Sie das Internet nur im Büro. Auch Facebook & Co dürfen ausschließlich für berufliche Zwecke genutzt werden." Wichtige Dinge verkündest du persönlich, und anstatt bei Verabredungen via SMS das Zuspätkommen anzukündigen, erscheinst du wieder pünktlich. Auch sonst solltest du wieder mehr auf das "Offline-Leben" vertrauen. Greife mal wieder zu Landkarte oder Atlas, wenn es um Wegbeschreibungen oder Ausflugsplanung geht. Und mache mit einer alten Kamera Fotos, anstatt immer nur bei der Handycam auf den Auslöser zu drücken.

Goodie für die abstinente Zeit. "Belohnen Sie sich, und unternehmen Sie etwas, das Sie schon immer mal ausprobieren wollten", macht Amann-Hechenberger Lust auf Aktion. "Wie wäre es zum Beispiel mit einem Sommelier-Lehrgang für Anfänger? Oder Sie probieren eine neue Sportart aus, die Sie schon lange reizt?"

5 Tage Aufbau.

Sanfte Wiederannäherung ans Web. Damit du auch relativ lange von deiner digitalen Fastenkur profitierst, ist es wichtig, einige Punkte zu beachten. Im ersten Schritt solltest du dir bewusst Zeitfenster für deine Onlineaktivitäten schaffen. Checke dein Handy auch nur dann auf Neuigkeiten. Stelle auch dein Mail-Aktualisierungsintervall am Smartphone auf "manuell" um, sodass nicht permanent neue Meldungen eintrudeln können. Außerdem solltest du deine Apps ausmisten: Welche brauchst wirklich? Den Rest kannst du getrost löschen. Ebenso funktioniert es mit unbenutzten Social-Media-Accounts und Newsletter-Abos. Die Internetexpertin erklärt: "Kündigen Sie Mitgliedschaften, die wegen mangelnder Aktivität ihrerseits ein Waisendasein fristen. Und melden Sie Newsletter ab, die Ihr Postfach nur zumüllen und von denen Sie im vergangenen Jahr nicht wirklich profitiert haben." Auch von anderen digitalen Leichen solltest du dich sukzessive trennen. Dazu gehören: Facebook-Freunde, die du nicht wirklich oder nur flüchtig kennst; abonnierte Seiten, die dich im Grunde gar nicht interessieren; hochgeladene Fotos und alte Statusmeldungen.

Tipps. Für alle, die bereits vorher wissen, dass sie nur wenig konsequent sind, wenn es um ihre persönliche Internetabstinenz geht, hat Barbara Amann-Hechenberger noch einen App-Tipp parat: "Laden Sie sich das Smartphone-Tool 'Timeriffic' herunter. Damit können Sie Ihr persönliches Tagesprofil erstellen und veranlassen, dass etwa von 22 Uhr bis sieben Uhr morgens das Handy auf Flugmodus umgeschaltet wird. Auch Ton und Vibrationsalarm werden ausgeschaltet."

Thema: Psychologie

WOMAN Community

Deine Meinung ist wichtig! Registriere dich jetzt und beteilige dich an Diskussionen.

Jetzt registrieren!

Schon dabei? .