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Digitales Fasten: So holst du dir mehr Lebensqualität

Smartphones und Social Media sorgen für Stress, Ablenkung und Überforderung. Hast du schon mal „Digital Detox“ probiert?


Digitales Fasten - entspannen meditieren

Zwischendurch mal abschalten macht dich produktiver!

© istockphoto.com

Studien von McKinsey belegen, dass ArbeitnehmerInnen rund ein Viertel ihrer Arbeitszeit mit dem Bearbeiten des E-Mail Postfaches verbringen, einen großen Teil ihrer Zeit hängen sie am Smartphone. Die ständige Erreichbarkeit und elektronische Informationsflut verursacht Stress und macht krank.

Digital-Expertin Eva-Maria Niederbrucker, Geschäftsführerin von eyepin eMarketing Software, verrät wertvolle Tipps und Tricks, wie du bewusster mit elektronischen Medien gehen und zu mehr Ruhe und Konzentration kommen kannst.

Eva-Maria Niederbrucker
Digital-Expertin Eva-Maria Niederbrucker

1. Kein Klingeln, Vibrieren, Blinken: Eingangssignale ausschalten

Signale eingehender Nachrichten reißen uns aus der Konzentration. Schalte alle Eingangssignale und Empfangs- und Lesebestätigungen bei E-Mail Postfächern am PC und Handy, sowie die „Notifications“ bei Social-Media-Diensten und Smartphone-Messengern aus. Du kannst beispielsweise dein E-Mail Postfach auch so einstellen, dass Nachrichten nicht laufend, sondern nur alle 30 oder 60 Minuten abgerufen werden. Das reduzierst du die Gefahr ständig abgelenkt zu werden.

2. Digitale Auszeiten nehmen und „Offline-Zeiten“ einplanen

Wenn du nicht ständig erreichbar sein musst, dann nimm dir eine digitale Auszeit. Auch bei erhöhtem Kommunikationsaufkommen kannst du zumindest fünf- bis zehnminütige Total-Pausen einlegen. Wichtig dabei ist aber nicht nur die Abkoppelung von den Nachrichtenkanälen. Du musst deinen Gedanken in dieser Zeit auch verbieten, weiter über anstehende To-Dos nachzudenken.

3. Konzentriert arbeiten

Wenn du wichtige Angelegenheiten konzentriert bearbeiten musst, dann empfiehlt es sich, das Smartphone, die Social-Media-Seiten und das E-Mail-Postfach für drei bis vier Stunden abzuschalten. Du kannst dazu auch Handy-Apps wie „Offtime“ oder „stfu – shut the fuck up“ einsetzen: Sie blockieren für eine gewünschte, einstellbare Zeit sämtliche Nachrichten und störende Signaltöne. Diese „Offline-Zeit“ erhöht die Produktivität und führt zu mehr Zufriedenheit. Danach kannst du komprimiert alles aufarbeiten, was in der Zwischenzeit hereingekommen ist.

4. Persönlich statt digital: Sparsamer mit Nachrichten umgehen

Anstatt unzählige Nachrichten auszutauschen, kannst du auch einfach mal zur Kollegin im Nebenzimmer gehen (mehr Bewegung ist immer gut!) und wichtige Angelegenheiten persönlich besprechen. Der Gang zur Kaffeemaschine und der Plausch mit Kollegen zwischendurch lüften das Gehirn aus und erhöhen die Konzentrationsfähigkeit, wenn du wieder zurück am Arbeitsplatz bist. Zudem kann der sparsamere Einsatz der CC-Funktion in E-Mails helfen – es muss ja nicht jeder alles wissen. Das zieht weniger Antworten nach sich, die sonst wieder gelesen und beantwortet werden müssten.

5. Vom Multitasking zum Singletasking

Viele Studien belegen, dass der Mensch nicht „multitaskingfähig“ ist. Ausgenommen davon sind menschliche Grundfunktionen wie Gehen oder Atmen. Vermeide es, mehrere, auf den verschiedenen Kommunikationskanälen eintrudelnde Nachrichten, gleichzeitig zu bearbeiten. Fokussiere dich auf die einzelnen Aufgaben und bearbeite diese nacheinander je nach Priorität. Du wirst sehen, dass du die Zeit effizienter nutzen und bessere Ergebnisse produzieren kannst.

6. Über die „Wolke“ zusammenarbeiten

Anstatt private oder berufliche Dokumente per E-Mail, Whatsapp oder Social Media hin und her zu schicken: Teile deine Dateien einfach online über eine Cloud-Lösung mit anderen, damit diese von allen an einem zentralen Speicherort bearbeitet werden können. Das verringert die versendeten Nachrichten drastisch und verhindert auch das nervige Problem, dass mehrere Versionen eines Dokuments in Umlauf geraten. Diese modernen Werkzeuge für die Online-Zusammenarbeit („Collaboration Tools“) bringen eine bessere Übersicht und mehr Effizienz bei der Bearbeitung. Dadurch bleibt mehr Zeit für andere Dinge.

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7. No Spamming: Nachrichten-Filter optimieren

Unerwünschte Spam-Nachrichten verstopfen nicht nur unsere Posteingänge, sie sind oftmals auch gefährlich, weil sie Viren und Trojaner enthalten können. Erspare dir unnötigen Stress mit dem Löschen und blockiere diese Störenfriede aus dem Internet. Optimiere deinen Spam-Filter, damit das Erkennen und Löschen dieser Nachrichten automatisch durchgeführt wird und künftig nicht mehr deine kostbare Zeit stiehlt.

8. Time to say goodbye: Alte Nachrichten löschen

Ballast abwerfen tut gut: Archiviere deine Nachrichten, die schon länger als vier Wochen in deinem elektronischen Postfach liegen, entweder in Unterordnern – oder lösche diese, wenn sie nicht überlebensnotwendig sind. Dafür gibt es in den meisten Programmen einstellbare „Lösch-Regeln“ und automatische Funktionen.

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© Video: WOMAN
Themen: Detox, Smartphone