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Gender Pay Gap für Frauen in der Digi-Branche

In der männlich dominierten Digital-Branche herrscht auch in Sachen Verdienstgerechtigkeit nach wie vor ein großer Gap zwischen Männer und Frauen.


Gender Pay Gap für Frauen in der Digi-Branche

Mädels, springt auf und verlangt euer Geld

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480 Euro. Soviel höher liegt der monatliche Durchschnittsbruttoverdienst eines Mannes, der in der Digitalbranche arbeitet, im Vergleich zu jenem einer Frau (EUR 2.280) mit vergleichbarer Qualifikation.

Da mögen Top-Managerinnen wie Sheryl Sandberg (Facebook) oder Laurene Powell (Apple) noch so sehr die Wegbereiterin machen: zumindest in Österreich existiert nach wie vor ein extremer Gender Pay Gap, wie eine aktuelle Untersuchung des Frauen-Branchennetzwerks Digitalista und des Marktforschungsunternehmens MindTake Research ergab.

Dieser Gehaltsunterschied wird von den 500 Befragten, die allesamt im Online-Bereich tätig sind, auch instinktiv empfunden: So sagen 35 % der Frauen, dass sie weniger als ihre männlichen Kollegen in gleicher oder ähnlicher Position im Unternehmen verdienen, aber nur 16 % der Männer schließen sich dieser Aussage an. Denn 39 % der Männer sagen, dass sie gleich viel wie ihre männlichen Kollegen verdienen, was nur auf 23 % der Frauen zutrifft.

Positiv: Frauen fragen öfter nach Gehaltserhöhungen

Was sich im Vergleich zum Vorjahr aber positiv entwickelt hat: Immer mehr Frauen suchen aktiv um eine Gehaltserhöhung an – in den letzten 12 Monaten waren es 27% (im Vergleich zu den Männern, bei denen nur 17% einen Gehaltssprung einforderten). Dass auch kein Grund zur Zurückhaltung besteht, beweist, dass 74 % aller, die nach einer Beförderung gefragt haben, diese auch bekommen haben. Insgesamt sind jedoch mehr als die Hälfte (54%) der Digital-Worker mit ihren Gehalt zufrieden und sogar der Ansicht, dass sie gerecht entlohnt werden.

Ein echter Unterschied zwischen Männern und Frauen zeigt sich, wenn es um die Beurteilung von Karriere-Killern geht: Frauen betrachten Familienplanung (43%) und kein Selbstvertrauen (29 %) als Hindernisse. Männer sehen vorrangig einen Umzug (33 %) als Stolperstein. Kinder und Familie werden von 31% der männlichen Befragten als Karriere-Hemmnis empfunden.

Und obwohl 59% der Befragten nach wie vor der Ansicht sind, dass Männer im Job die besseren Chancen haben, sehen 7% mehr en als im letzten Jahr bereits eine Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern.