Ressort
Du befindest dich hier:

Die DNA-Diät: Expertentalk!

Nicht jede Diät ist für jeden geeignet. Wir haben mit dem Experten über die sogenannte "DNA-Diät" gesprochen, die Ernährungs- und Sportprogramm individuell nach deinen Genen ausrichtet.

von

DNA-Diät Gene abnehmen

Welche Diät ist für dich geeignet?

© istockphoto.com

Wer abnehmen will, hat die Qual der Wahl, denn Diäten gibt es unzählige. Während sich die einen wie in der Steinzeit ernähren, ersetzen andere ihre Mahlzeiten durch Proteinshakes oder vermeiden Kohlenhydrate. Andere wiederum ernähren sich nach dem Motto "Hauptsache nichts Fettiges!". Doch eines haben diese Diäten alle gemeinsam: Sie haben meist einen Jo-Jo-Effekt zur Folge.

Doch was ist die richtige Maßnahme für den eigenen Körper? Wolfgang Krätzler, Facharzt für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren, weiß: „Wenn wir uns wirklich gesund ernähren möchten, unser Ideal Gewicht erreichen und auf lange Sicht zufrieden mit den Ergebnissen sein möchten, dann müssen wir auf die Bedürfnisse unseres Körpers achten." Das ist auch der Ausgangspunkt seiner neuen Methode. Anhand eines wissenschaftlich fundierten Gentestes kann herausgefunden werden, wie die unterschiedlichen Nahrungsmittel vom Stoffwechsel verarbeitet werden und welche Art der Bewegung für den eigenen Körper die effektivste ist.

Hier handelt es sich also nicht um ein Diät- oder Sportprogramm, welches von allen Anwendern gleich ausgeführt wird, sondern um eine Möglichkeit zu erfahren, wie man sich individuell am besten ernähren oder bewegen sollte. Um dies herauszufinden, muss man wissen zu welchem Stoffwechseltyp man gehört. Und dieser wird bestimmt von unseren Genen.

Wie so eine DNA-Diät aussieht, erklärte uns Dr. Orhan Özüak, Leiter der Forschung und Entwicklung bei CoGAP (Center of Genetic Analysis and Prognosis) in einem überaus interessanten Gespräch.

WOMAN: Dr. Özüak, mal ehrlich... gibt es eine Abnehm-Methode, die für alle Menschen ratsam ist?
Dr. Orhan Özüak: Jeder Mensch kann abnehmen, wenn er weniger Energie aufnimmt als er verbraucht. Wichtig ist jedoch zu wissen, bei welchen Lebensmitteln oder Makronährstoffen diese Energie am besten eingespart werden kann. Nicht jeder nimmt beispielsweise gleichermaßen effektiv mit einer Diät ab, bei der Kohlenhydrate in der Ernährung stark reduziert werden. Dasselbe gilt für fettarme oder proteinarme Diäten. Kurz gesagt, es gibt kein Patentrezept zum Abnehmen, welches für alle Menschen anwendbar ist.

WOMAN: Was hat eigentlich der Stoffwechsel mit dem Abnehmen zu tun?
Dr. Orhan Özüak: Unter Stoffwechsel – auch Metabolismus genannt – versteht man alle Prozesse in unseren Zellen, bei denen Nährstoffe wie Kohlenhydrate, Proteine und Fette ab-, auf- und umgebaut werden. Der Abbau von Fett aus unserem Fettgewebe – die „Lipolyse“ – zählt also genauso zu den Stoffwechselprozessen, wie die Einlagerung von Nahrungsfetten ins Fettgewebe und die Energiebereitstellung aus den Glykogenvorräten unserer Muskeln in Form von Glukose.

Wie effektiv die Makronährstoffe (Kohlenhydrate, Fette und Proteine), die wir mit unserer Nahrung aufnehmen, im Körper verarbeitet werden, ist jedoch nicht bei allen Menschen gleich. So kann die eine Person Kohlenhydrate eher schlecht verarbeiten und nimmt mit Nudeln, Reis und Co. schnell zu; die andere Person dagegen kann scheinbar so viele kohlenhydratreiche Lebensmittel essen wie sie will und bleibt schlank.

WOMAN: Wie kann ich herausfinden, was für meinen Stoffwechsel die besten Nahrungsmittel sind?
Dr. Orhan Özüak: Viele Menschen ahnen aufgrund jahrelanger Erfahrung oder „Trial and Error“ mit verschiedenen Ernährungsformen bereits, welche Nahrungsmittel bei ihnen besonders schnell zu einer Gewichtszunahme führen. Mit einer genetischen Stoffwechselanalyse wie dem CoGAP MetaCheck® kann auf eine unkomplizierte Art und Weise der individuelle Stoffwechsel-Typ bzw. der von CoGAP definierte „Meta-Typ“ direkt ermittelt werden. Im Rahmen der Analyse wird ermittelt, welche Makronährstoffe gut und welche schlechter im Körper verarbeitet werden können. Lebensmittel, die einen hohen Anteil an Makronährstoffen enthalten und die gut verarbeitet werden können, sollten also bevorzugt verzehrt werden.

WOMAN: Darf ich dann nur diese Dinge essen?
Dr. Orhan Özüak: Nein. Um gesund zu sein und optimal zu funktionieren, benötigt unser Körper immer alle drei Makronährstoffe (Kohlenhydrate, Proteine und Fette) – auch wenn wir nicht alle gleichermaßen gut verarbeiten können – denn alle drei erfüllen wichtige Funktionen in unserem Körper. Dies spielte auch bei der Entwicklung des MetaCheck-Ernährungskonzeptes eine wichtige Rolle. Es sollte beachtet werden, dass wir nie isolierte Kohlenhydrate, Fette oder Proteine essen, sondern dass unsere Nahrungsmittel immer eine Kombination dieser drei Nährstoffe sind. So kommt es nicht auf den Ausschluss eines bestimmten Makronährstoffs an, sondern vielmehr auf die richtige Verteilung von Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten.

WOMAN: Was haben Gene mit meinem Essverhalten zu tun?
Dr. Orhan Özüak: Im Laufe der Evolution musste sich der Mensch – und damit auch seine Gene – immer wieder an neue Lebensbedingungen anpassen. Dieser Prozess verlief jedoch nicht bei allen Menschen gleich, daher entwickelten sich verschiedene genetische Stoffwechsel- bzw. Metabolismus- Typen. So tragen beispielsweise einige Menschen Genvarianten, die dazu führen, dass aufgenommene Nahrungsfette im Körper schlecht verarbeitet werden und diese daher schneller im Fettgewebe gespeichert werden. Die Einschränkung der Fettaufnahme könnte also im Rahmen einer Gewichtsreduktion für diese Personen von Vorteil sein.

WOMAN: Wie funktioniert die DNA-Diät?
Dr. Orhan Özüak: Die MetaCheck-Analyse kann bereits mit einem einfachen Wangenabstrich bei qualifizierten MetaCheck-Beratern durchgeführt werden. Dieser wird dann anonym eingesendet und analysiert. Innerhalb von zwei Wochen erhalten unsere Berater die individuelle Auswertung des Ratsuchenden und können diese in einem erneuten gemeinsamen Gespräch ausarbeiten. In einer persönlichen Mappe sind verschiedene Empfehlungen und Ergebnisse dokumentiert. Hauptsächlich werden zwei Faktoren analysiert: Welche Makronährstoffe können am besten verstoffwechselt werden und mit welcher Sportart kann ein besonders effektiver Kalorienverbrauch während des Sports hervorgerufen werden? Die ermittelte Veranlagung lässt sich dann bestimmten Gruppen, den von CoGAP® definierten Meta-Typen, zuordnen. Hier gibt es insgesamt vier verschiedene Meta-Typen und zwei Sport-Ausprägungen.

Ein Beispiel:
Im Unterschied zu den Meta-Typen Alpha und Beta verwertet der Meta-Typ Gamma Kohlenhydrate besser. Im Rahmen eines Ernährungsplanes zur Gewichtsreduzierung sollte daher für den Meta-Typ Gamma eher der Anteil proteinreicher und fetthaltiger Nahrungsmittel reduziert werden.

Zusammen mit der Auswertung erhält der Ratsuchende ein umfangreiches, personalisiertes Informationspaket mit:
o Ernährungsplan
o Lebensmittelliste
o Rezepten
o Trainingsempfehlungen
o Kostenlosen Zugang zum Online-Ernährungs-Portal

WOMAN: Was hat es mit den vier Metatypen auf sich?
Dr. Orhan Özüak: Durch die genetische Stoffwechselanalyse MetaCheck werden vier verschiedene von CoGAP definierte Meta-Typen ermittelt: Alpha (α), Beta (β), Gamma (γ) und Delta (δ). Jeder Meta-Typ verarbeitet die Hauptbestandteile der Nahrung (Kohlenhydrate, Proteine und Fette) unterschiedlich, sodass am Ende für jeden eine individuelle Sport- und Ernährungsempfehlung zu Stande kommt.

Wo du eine DNA-Analyse in deiner Umgebung mache kannst, erfährst du in der Apotheke, bei deinem Hausarzt oder auch im Fitnessstudio. Preis: ca. 450 Euro