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Enthüllt! Das treibt Trump den ganzen Tag im Weißen Haus

Die "New York Times" enthüllt anhand von 60 Interviews den Arbeitsalltag von US-Präsident Donald Trump. Ein Leben zwischen TV, Tweets und Diät-Cola.

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Enthüllt! Das treibt Trump den ganzen Tag im Weißen Haus
© 2017 Getty Images

Es ist eine Monster-Recherche, die die "New York Times" da liefert. Mehr als 60 Interviews mit Mitarbeitern, Freunden, Beratern und Kongressmitgliedern führten die Reporter des US-Magazins, um den Arbeitsalltag von US-Präsident Donald Trump nachzuzeichnen und so ein Sittengemälde des Weißen Hauses im Jahr 2017 zu malen.

Es gelingt ein fast minutiöses Protokoll über das Treiben des mächtigsten Mannes Amerikas, dessen erratische Tweets und Entscheidungen die Welt immer wieder vor den Kopf stoßen und – so wie zuletzt mit seiner Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen – sogar ins Chaos stürzen.

Trump: Um 5.30 Uhr morgens klingelt der Wecker

Um 5.30 Uhr erwacht Donald Trump im Weißen Haus. Seine erste Tat: Der Griff zur Fernbedienung. Zunächst, so beschreibt es die "New York Times", zappt Trumpzum von ihm verhasste und als "Fake News" beschimpften Sender "CNN". Danach klickt er zu seinem Haus- und Hof-Sender "Fox News", später zur Frühstückssendung von "MSNBC". Ein ehemaliger Top-Berater berichtet, dass Trump nach zwei oder drei Tagen des Friedens unruhig werde und die Nachrichten nicht sehen könne, wenn er nicht darin vorkomme.

Die nächsten Minuten sind für seinen Stab offenbar die heikelsten. Noch im Schlafanzug, manchmal auch bereits im Anzug im Konferenzraum, grapscht der Commander-in-chief sein Smartphone und bedient die Welt mit seinen Tweets. Damit entscheidet sich, ob an diesem Tag kalmiert, erklärt oder normal gearbeitet werden kann. Es folgen offizielle und inoffizielle Telefonate. Gegen 9.30 Uhr startet der offizielle Arbeitstag.

Sein Mittag: Tweets, Diät-Cola und noch mehr TV

Wichtigster Berater für Trump ist Stabschef John Kelly. Bis zu 12mal am Tag wird er von Trump angerufen. Um seinen Chef von Twitter fernzuhalten soll Kelly den Terminkalender des Präsidenten angeblich so eng takten, dass keine Zeit mehr für den Internet-Nachrichtendienst bleibt.

Die größte Leidenschaft des Präsidenten: Fernsehen. Mindestens vier Stunden, manchmal bis zu acht Stunden am Tag, schaue Trump fern, berichten Insider der "New York Times". Niemand außer ihm - und dem technischen Support-Team - darf die Fernbedienung berühren. Während die (zum Teil lautlosen) Nachrichten laufen, teilt er seine Gedanken mit jedem im Raum, sogar mit dem Haushaltspersonal. Das leiht dem Präsidenten nicht nur sein Ohr, sondern stillt auch eine seiner größten Gelüste: Per Knopfdruck bringt es ihm pro Tag ein Dutzend Diät-Colas.

Zwischendurch liest er pro Tag sechs Tageszeitungen. Den Rest des Tages beschäftigt sich selbsternannte Milliardär mit Gesetzesentwürfen, Gesprächen mit anderen ausländischen Staatschefs, Beratungen mit seinem Team, öffentlichen Terminen etc. Briefings oder Dossiers mag "The Don" nicht, deshalb bevorzugt er mündliche Besprechungen. "Er hat die Aufmerksamkeitsspanne eines Präriehasen und liebt Verschwörungs-Theorien", sagt ein Mitarbeiter der "New York Times".

Der Abend: Unterhaltung für den Ex-Hotelier

Abends braucht Donald Trump Unterhaltung. Regelmäßig lädt er Leute zum Dinner ins Weiße Haus. "Er braucht Unterstützung, einen Resonanzbogen und, als lebenslanger Hotelier, Gäste. Trump ist geschwätzig und liebt es, Touren durch das Weiße Haus zu geben", schreibt die "New York Times". Am liebsten zeigt er seinem Publikum ein Badezimmer nahe des Oval Office, dessen Renovierung er selbst in Auftrag gegeben hat.

Zwischen 00 Uhr und 1 Uhr geht Mr. President ins Bett. Nach fünf bis sechs Stunden Schlaf geht dann alles wieder von vorne los ...

Thema: Trump