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"Aufgeben ist keine Option": Amerikaner mit Down-Syndrom schafft Ironman-Triathlon

3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen - der Ironman-Triathlon ist eine Mammutaufgabe. Der 21-jährige Chris Nikic hat es geschafft. Er bewältigte als Erster mit Trisomie 21 einen Ultra-Triathlon.

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"Aufgeben ist keine Option": Amerikaner mit Down-Syndrom schafft Ironman-Triathlon
© Instagram: Chris Nikic

Während wir schon nach einer 5-Kilometer-Laufrunde stolz und herrlich abgerackert unter die Dusche springen, müssen bei einem Ultra-Triathlon ganz andere Distanzen geschafft werden. Erst werden da gemütliche 3,86 Kilometer geschwommen, dann 180,2 Kilometer geradelt und zum Auspowern noch die klassische Marathondistanz von 42,2 Kilometern gelaufen.

Was für uns eher nach Alptraum klingt, hat der 21-jährige US-Amerikaner Chris Nikic jetzt in 16 Stunden, 46 Minuten und neun Sekunden geschafft. Schon grundsätzlich eine wahnsinnige Leistung. Wenn man dann aber die Zusatzinfo bekommt, dass Chris Nikic erst mit vier Jahren ohne Gehhilfe laufen konnte und sich vor vier Jahren gleich vier Ohrenoperationen unterziehen musste, wird man hellhörig. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Ironman-Wettkämpfe, dass ein Teilnehmer mit Down-Syndrom den Triathlon absolvierte.

Was bedeutet Inklusion tatsächlich? Und wie kann Inklusion wirklich funktionieren?

Nikic konnte erst mit vier Jahren ohne Gehhilfe laufen

"Chris Nikic hat heute Abend Geschichte geschrieben", kommentierte Veranstalter Ironman auf seiner Facebookseite. "Ich habe Gänsehaut, so unglaublich inspirierend", schrieb wiederum der 37 Jahre alte Ironman-WM-Fünfte von 2019, Cameron Wurf aus Australien.

In der ersten Jahreshälfte hatte Nikic nach der Absage eines Rennens über die halbe Ironman-Distanz einen improvisierten Wettkampf über 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen absolviert. Beim Ironman Florida ließ er sich nun auch von einem Crash mit dem Rad und einem leicht blutenden Knie sowie Ameisenbissen nicht aufhalten. "Aufgeben ist keine Option für Chris", sagte sein Coach vor dem Rennen, der beim Schwimmen und Laufen übrigens mit einem Gurt mit Chris verbunden war.

Es sind Geschichten wie die von Chris, die uns nach all dem Chaos der letzten Monate, nach steigenden Corona-Infektionszahlen, Terroranschlägen und einer nervenaufreibenden US-Präsidentschaftswahl wieder an das Gute glauben lassen. Und inspirieren. Zusammenhalt, Wille und der Glaube an sich selbst. Vielleicht braucht es gar nicht mehr für ein bisserl Glück!

Übrigens: Namensvetter Chris Leiferman aus den USA gewann heuer den Ironman Florida mit einer Zeit von 7 Stunden 52 Minuten und 44 Sekunden. Katrina Matthews aus Großbritannien wurde die schnellste Frau mit einer Zeit von 8 Stunden 40 Minuten und 50 Sekunden. Wir verneigen uns.

Thema: Fitness

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