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Liebe und Geld – so regelst du Finanzielles in einer Beziehung!

Sie arbeitet Vollzeit, er ist Teilzeit beschäftigt. Ihn belastet, dass sie mehr verdient als er. Lies hier, was unser Paar-Therapeut rät …

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Liebe und Geld – so regelst du Finanzielles in einer Beziehung!
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"Ich habe das Gefühl, dass es um verletzte Eitelkeit geht, weil er als Mann nicht genügend Geld nach Hause bringt und ich mich 'abrackern' muss."

Mein Mann, 32, und ich, 28, sind seit zwei Jahren verheiratet. Wir sind noch immer verliebt, verstehen uns sehr gut und führen eine harmonische Beziehung. Wir haben aber ein Problem - und das ist das Geld. Ich arbeite Vollzeit, verdiene durchschnittlich, mein Mann ist derzeit nur in Teilzeit beschäftigt und findet keinen anderen Job. Eine neue Arbeit zu finden, ist momentan natürlich sehr schwierig und mühsam. Jetzt habe ich die Möglichkeit, einen Nebenjob zu machen. Das würde uns finanziell sehr helfen. Seit dieser Idee hängt bei uns aber der Haussegen schief. Er möchte das partout nicht. Natürlich hätten wir dann weniger Zeit für uns, aber ich habe das Gefühl, dass es um verletzte Eitelkeit geht, weil er als Mann nicht genügend Geld nach Hause bringt und ich mich 'abrackern' muss. Ich hätte mir nie gedacht, dass solch traditionelle Vorstellungen in seinem Kopf herumgeistern. Was soll ich tun? Seinen Willen akzeptieren, obwohl wir das Geld brauchen könnten? Oder ihn ignorieren und riskieren, dass unsere Beziehung Schaden nimmt?"

Der Rat des Experten:

Der Paar-Berater, Psychologe und Autor Dr. Michael Schmitz kennt sich aus mit Beziehungen und berät realistisch, aus männlicher Sicht sowie mit viel Herz.

Dr. Schmitz: "Weder noch! Versuchen Sie gemeinsam abzuwägen, was für beide jetzt wichtig ist. Das Geld zu verdienen, das Sie jetzt brauchen, ist sicher wichtig. Zurzeit kann Ihr Mann zum Familieneinkommen nicht beitragen, was er beitragen möchte und vermutlich meint, beitragen zu müssen. Das geht an sein Selbstbewusstsein. Keine Frage. Aber wir können wohl davon ausgehen, dass der Zustand nicht ewig so bleiben wird und sich die Verhältnisse wieder ändern werden. Jetzt geht es also nicht ums Prinzip, sondern um zeitlich begrenzte Zwischenlösungen. Die sollten nicht durch akut verletzte Eitelkeit blockiert werden. Sie könnten mit Ihrem Mann verhandeln, wie er Sie jetzt entlasten und später vielleicht zu einem (finanziellen) Ausgleich beitragen könnte, wenn ihm das wichtig ist. Bis Sie beide wieder eine neue Balance finden und ohne finanziellen Druck wieder mehr Zeit füreinander haben. Jetzt müssen Sie sich an eine neue Realität anpassen. Ignoranz würde Sie nur weiter in die Klemme bringen. Mit knappem Geld und dann steigender Unzufriedenheit und dem zusätzlichen Frust, als Paar keine Lösung zu finden. Partnerschaft heißt, sich gegenseitig zu stützen, füreinander da zu sein. Schwierigkeiten gemeinsam zu überwinden. Zeit füreinander bringt Ihnen nur etwas, wenn Sie beide (!) die Rollen, die Sie gerade übernehmen, akzeptieren, damit einverstanden sind. Und wenn Sie wissen, dass eine akut womöglich suboptimale Rollenverteilung unter veränderten Bedingungen von Ihnen wieder optimiert werden kann.

Du hast ebenso eine dringende Frage zu deiner Partnerschaft? Keine Sorge: Dein Name wird hier nicht genannt. Bitte schick dein Anliegen per E-Mail an: fragensiedoch@woman.at