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Wie oft KonsumentInnen Echtpelz als Kunstfell verkauft wird. Und wie du diese im Geschäft unterscheiden kannst.

Wie bitte? Oft verbirgt sich hinter vermeintlichem Kunstpelz in Wahrheit echtes Tierfell. Aber mit diesen Tipps kannst du falschen Pelz von echtem unterscheiden!


Wie oft KonsumentInnen Echtpelz als Kunstfell verkauft wird. Und wie du diese im Geschäft unterscheiden kannst.

Fies: Echter Pelz als Fake Fur verkauft?

© iStock

Nie. Nie, nie würdest du echten Pelz tragen! Und dann hast du doch einen im Kleiderschrank - ohne es zu wissen! Weil manche Firmen ihre Ware tatsächlich als Kunstpelz ausgeben, aber in Wahrheit echten Pelz verwenden. Denn beispielsweise Marderpelz aus China ist günstiger als künstlich hergestellter Fake Fur. Und schon wird man als Konsumentin angelogen.

Doch die Gewinnung von Pelz ist meist grausam. Die Tiere werden vergast, zu Tode getreten, durch Elektroschocks getötet oder lebendig gehäutet. Immer mehr KonsumentInnen legen deshalb Wert darauf, ausschließlich Kunstpelz zu kaufen. Studien zeigen jedoch: Viel zu oft werden KundInnen dabei massiv getäuscht – denn hinter dem angeblichen Kunstpelz verbirgt sich nicht selten echte Tierhaut.

Der Österreichische Tierschutzverein klärt auf: Dies geschieht, obwohl in der EU Pelz- und Lederprodukte, (auch kleine Fell- oder Lederanteile) mit dem Hinweis „Enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“ gekennzeichnet werden müssten.

Der Preis ist kein Hinweis: Echtpelz oft billiger als Kunstpelz

Stiftung Warentest untersuchte 2016 mehrere Produkte mit vermeintlichem Kunstpelzbesatz auf dessen Qualität. Das Ergebnis: Fünf von fünf Kleidungsstücken – darunter vier Mäntel und eine Mütze – waren mit nicht gekennzeichnetem Echtpelz bestückt! Von welchen Tieren der Pelz stammte, konnte aufgrund der starken chemischen Behandlung der Teile zwar nicht mehr festgestellt werden, Fakt ist jedoch: KundInnen, die Kleidungsstücke mit vermeintlich tierfreundlichem „Kunstpelz“ kauften, trugen in Wirklichkeit echte Tierhaut nach Hause.

Die in der Studie untersuchten Waren, kosteten zwischen 6 und 90 Euro. Auf Nachfrage argumentierten die Händler, dass echter Pelz zu so einem günstigen Preis auf keinen Fall zu haben sei. Jedoch sind besonders Billigpelze aus China (dem größten Pelzproduzenten weltweit) in der Produktion oft günstiger als Kunstpelz.

Dass die Täuschung beim Pelzkauf überhaupt möglich ist, liegt an mehreren Faktoren:

  • VerkäuferInnen sind nicht hinreichend informiert: In der Studie von Stiftung Warentest versicherte man den TestkäuferInnen ausnahmslos, dass es sich bei den betroffenen Produkten um Kunstfell handle. In Wahrheit schoben sie jedoch unwissentlich echten Pelz über den Ladentisch.
  • Nachlässigkeit: Manchen Händlerinnen und Händlern fehlt die Zeit und das Budget einer genauen Rückverfolgung ihrer Waren. Kaufen sie dann Stücke mit angeblichem Kunstpelzbesatz für ihren Laden, werden die HändlerInnen womöglich selbst hinters Licht geführt – so wie schließlich die KundInnen.
  • Mangelnde Strafen bei Verstößen: Zwar ist die Deklaration von „nichttextilen Anteilen tierischen Ursprungs“ für Herstellende und HändlerInnen verpflichtend und darf nicht irreführend sein, jedoch werden Missstände kaum geahndet

Echt- vs. Kunstpelz: So erkennst du den Unterschied

Wenn man sich also auf das Etikett nicht mehr verlassen kann, dann helfen diese Tricks, um zu erkennen, ob du wirklich Kunstpelz oder doch echtes Tierfell vor dir hast:

1

Über das Fell streichen: Kunstpelzfasern lassen sich beliebig in eine bestimmte Richtung streichen – und bleiben liegen. Echtes Tierhaar richtet sich unterdessen immer wieder auf.

2

Durch das Fell pusten: Reagieren die Fasern nur wenig oder gar nicht, handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit um Kunstfell, weil Kunstpelz generell steifer ist als Echtpelz.

3

Fell scheiteln: kommt beim Auseinanderziehen des Fells eine gewebte Stoffschicht zum Vorschein, handelt es sich um Kunstpelz. Stößt man auf durchgängige Lederflächen, hat man echten Pelz in der Hand.

4

Brennprobe des Fells: Auch der Feuertest zeigt den Unterschied. Während Kunstpelz zu kleinen Kügelchen schmilzt und nach Kunststoff riecht, zerfallen die Haare von Echtpelz regelrecht zu Staub. Achtung: Diese Probe ist mit besonderer Vorsicht zu genießen und sollte keinesfalls unbeaufsichtigt- oder im Einzelhandelsgeschäft umgesetzt werden. Die Möglichkeit der Brennprobe dient lediglich der Vollständigkeit.

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