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Effektiver durch Singletasking

Multitasking war gestern! Wer glaubt, ständig mehrere Dinge gleichzeitig tun zu müssen, ist am Holzweg. Die Forschung zeigt: Konzentration auf eine Sache macht glücklicher.


Effektiver durch Singletasking

Sie kennen das bestimmt auch: Während Sie E-Mails checken, führen Sie gleichzeitig ein Telefonat und informieren sich vielleicht auch noch über die aktuellen Nachrichten. Wer mehrere Dinge gleichzeitig tut, schafft mehr! Was logisch klingen mag, stimmt aber nicht, sagt Persönlichkeitstrainerin und Yogalehrerin Ulrike Magdalena Trauner. "Wer sich auf einen Arbeitsschritt konzentriert, liefert nicht nur bessere Qualität ab, sondern hat auch eine größere Arbeitszufriedenheit .“ Galt in den letzten Jahren, dass die Multitasking-Fähigkeit wichtig und notwendig ist, so ist jetzt ein Trend in die Gegenrichtung, also das Singletasking, zu erkennen. Für Trauner hat das auch ganz klare Gründe. "Wer sich ständig auf mehrere Dinge gleichzeitig stürzt, der setzt sich einem größeren Burnout-Risiko aus!“ Grund dafür ist, dass die Work-Life-Balance dadurch nicht mehr gegeben ist. Tests haben gezeigt, dass Multitasker es kaum schaffen, fünf Minuten nichts zu tun. "Im Gegenteil: Ihr Herzschlag steigt, für sie bedeutet das regelrechten Stress .“ Durch die Überreizung von außen, die ständige Erreichbarkeit und den Leistungsdruck schaffen es viele nicht mehr, nichts zu tun oder sich nur auf eine Sache zu konzentrieren. Die Konzentration auf eine Sache halten zu können steigert jedoch Effizienz und Qualität. Wer die Fähigkeit zum Singletasking beherrscht, setzt seinen Körper gleichzeitig auch weniger Stress aus.

Werde zum Singletasker.

Trauner betont, dass die Fähigkeit zum Multitasken nicht von Haus aus Probleme macht. "Es geht vor allem darum, dass man ein gesundes Mittelmaß findet. Da liegt aber oft auch die Schwierigkeit.“ Wer nur multitaskt und alle Abläufe automatisiert erledigt, ohne noch bewusst wahrzunehmen, was er gerade tut, dem sei gesagt: Die Fähigkeit zum Singletasking kann man wieder lernen. Trauner rät hierbei dazu, ganz alltägliche Abläufe wie etwa das Zähneputzen ganz bewusst wahrzunehmen. Für vier bis acht Atemzüge sollte man darauf achten, wie sich die Zahnbürste anfühlt, die Zahnpasta schmeckt. "Übt man das mehrmals täglich, dann wird es leichter, über längere Zeit konzentriert bei einer Sache zu bleiben.“

Burnout-Gefahr.

Die vorherrschende Lebensgeschwindigkeit bringt es mit sich, dass sogar in der Freizeit bereits von Stress gesprochen wird. "Wer ständig unter Strom steht und nie abschaltet, der nimmt die Signale seines Körpers nicht mehr wahr.“ Das birgt ein großes Risiko für Erschöpfungszustände. Die ausgebildete Meditationstrainerin rät in stressigen Momenten zu einer Entspannungsübung. Dabei stellt man die Füße fest auf den Boden und atmet tief in den Bauch hinein. Einige Male wiederholen, bis sich der Puls wieder beruhigt hat. "Es geht beruflich und privat um die Balance zwischen innen und außen!“

Redaktion: Sandrine Wauthy