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Wenn sie nach der Hochzeit nicht seinen Namen annimmt

In den meisten Fällen geben Frauen in der Ehe ihren Nachnamen auf und nehmen den ihres Mannes an. Aber natürlich gibt es schon lange die Möglichkeit, dies anders zu lösen. Dann verändert sich jedoch die Wahrnehmung von Ehemann und Ehefrau.

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Hochzeit
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Tradition, so üblich, die meisten machen es so - aber ein paar machen es eben anders. Denn bei der Eheschließung kann sich das Paar mittlerweile gemeinsam entscheiden, wie es danach heißen wird: Nimmt es seinen Nachnamen an, ihren, behalten beide ihre Namen oder wird es ein Doppelname?

Diese Entscheidung wirft jedoch in der Gesellschaft ein bestimmtes Licht auf das Paar. In den meisten westlichen Kulturen nehmen nämlich immer noch die meisten Frauen den Nachnamen ihrer Ehemänner nach der Hochzeit an. Wird diese Tradition gebrochen, werden sowohl ihr als auch ihm bestimmte Eigenschaften zugesprochen.

Das ergab eine wissenschaftliche Studie der Universität von Nevada unter Leitung der Entwicklungspsychologin Rachael Robnett, anhand von drei Untersuchungen, die in den USA und in Großbritannien bei 254 Frauen und 101 Männern durchgeführt wurden. Das Ergebnis war, dass je nachdem wie die Namenswahl ausfiel, von außen auch über das Machtverhältnis in der Beziehung beziehungsweise über Charaktereigenschaften Schlüsse gezogen werden.

Behält die Frau ihren Namen, wird diese automatisch mit klischeegerecht männlichen Attributen versehen, wie beispielsweise "mächtig", "ambitioniert", aber auch "selbstbezogen". Der Mann in dieser Partnerschaft wird vermeintlich "verweiblicht", als schwach oder sogar als ihr unterlegen angesehen.

Mit dem Hintergrundwissen, wie die Namenswahl ausgefallen ist, kann sich also sogar das Bild, das Menschen von Männern und Frauen haben, verändern. Vor allem ist dies bei Personen der Fall, die selbst stark in konservativen Rollenbilder verhaftet sind.

Darüber hinaus zeigt diese Studie laut Robnett, "eine Verbindung von heterosexuellen Liebesbeziehungen und Machtstrukturen, die vor allem Männer bevorzugen." Der Nachname in einer Ehe sei immer noch weitaus mehr als ein Überbleibsel patriarchaler Strukturen, sondern ein Zeichen von "subtilen Geschlechterstereotypen und Ideologien, die unhinterfragt Privilegien von Männern transportieren".

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