Ressort
Du befindest dich hier:

5 Tipps, wie du in der Ehe unabhängig bleibst

Mit der Hochzeit endet die Unabhängigkeit, sagen Pessimisten. Muss nicht sein. 5 Tipps, wie du dir auch in der Ehe deine Selbstständigkeit bewahrst.


5 Tipps, wie du in der Ehe unabhängig bleibst
© iStockphoto

Ehe mir mein Mann den Hochzeitsantrag gemacht hat, sah ich die Ehe mit einer skeptischen Distanz. Ich fand es nicht nötig, vor den Traualtar zu treten, um meine Liebe zu festigen. Vor allem aber hatte ich ein wenig Angst. Gebe ich mit dem Ja-Wort auch meine Unabhängigkeit auf?

Ich weiß, dass ich mit diesem Gefühl nicht alleine dastehe. Viele Männer und Frauen fürchten diesen Schritt, sie wollen lieber nicht heiraten als sich in einen romantisch verbrämten, aber eben doch einen Käfig zu zwängen.

Als mein Hochzeitstag kam, war alles anders. Denn ich habe mich selten so befreit und unabhängig gefühlt wie ab dem Moment, in dem ich mich für meinen Mann entschieden habe. Eine Ehe hat tatsächlich das Potential, dich gefestigter und sicherer zu machen – wenn du ein paar Punkte beachtest:

1

Bewahre dir deinen eigenen Raum. Nein, kein eigenes Zimmer. Das wäre als Rückzugsort zwar manchmal nett, aber wir alle kennen die Wohnungssituation gerade in der Stadt. Purer Luxus und deshalb wenig realistisch. Mit eigenem Raum meine ich: Ihr habt euch für ein Leben miteinander entschieden – aber ihr bleibt auch in der Ehe zwei verschiedene Menschen. Mein Mann liegt zum Beispiel am Abend am liebsten mit einem Tee auf dem Sofa und sieht sich auf YouTube Videos von Gitarristen an, am Wochenende hat er – allen Klischees entsprechend – Lust auf ein Fußball-Match. Ich liebe ihn … aber ich muss ihm dabei nicht die Hand halten. Ich gehe stattdessen lieber in meine Yoga-Klasse oder lege mich mit einem Buch und Keksen in die Badewanne. Mit einem Wort: Ihr geht nach der Hochzeit keine Symbiose ein. Ihr habt eure Interessen und Bedürfnisse – und für die müsst ihr euch nach wie vor Zeit und Räume schaffen. Es gibt Paare, die gemeinsam auf Urlaub fahren, der eine jedoch an einem Tag alleine ins Museum geht, während der andere sich an den Strand legt. Am Abend treffen sie sich zum Abendessen wieder und erzählen einander davon. Diese Me-Time lässt dich die interessante, dynamische Person bleiben, die du auch vor der Ehe warst.

2

Unterstützung stärkt dein Selbstvertrauen. Ich habe eine Freundin, die erst durch die Unterstützung ihres Mannes auf die Idee gekommen ist, ihrer Leidenschaft nachzugehen und einen höchst erfolgreichen Foodblog zu gründen. Und ich erinnere mich noch gut an einen Ex-Freund, der eine meiner Ideen kleinredete. Die Kritik von damals sticht auch heute noch manchmal. Eine Beziehung ermöglicht Unabhängigkeit. Dafür muss aber dein Partner dein Selbstvertrauen stärken, dir dabei Rückhalt geben, wenn du Risiken scheust. Die Grundlage einer guten Beziehung ist die Sicherheit, dass du auch dann dort Rückhalt findest, wenn Kritik oder Rückschläge dich zwischenzeitlich zurückwerfen.

3

Du bist gut. Das klingt nun wie aus einem absurden Selbsthilfe-Ratgeber: Aber eine gute Beziehung und Ehe hilft dir, dich in deinem besten Licht zu sehen. Ich beispielsweise beobachte meinen Mann manchmal über einen Raum hinweg und denke mir: "Verdammt. Der ist ein wirklich guter Fang." Und an vielen Tagen denke ich mir genau dasselbe über mich selbst. Das soll nicht eitel klingen, ich bin oft von Selbstzweifeln geplagt. Aber wenn dir dein Partner das Gefühl vermittelt, eine wertvolle Person zu sein, die der Liebe und des Engagements würdig ist, dann bist du bereit, das ebenfalls zu glauben. Was dann dein Auftreten auch anderen Menschen gegenüber verändert.

4

Sei flexibel in deinen Erwartungen. Unabhängigkeit ist ein zweischneidiges Schwert. Du musst in der Ehe sagen können, was du von deinem Partner brauchst und wünscht – aber du musst in deinen Erwartungen flexibel bleiben. Du kannst ihn nicht einfach zum Teufel jagen, wenn er nicht exakt so handelt, wie du es willst. Er ist eine eigenständige Person mit einer komplizierten Vergangenheit, einer multidimensionalen Gegenwart und einer völlig offenen Zukunft – genau wie du. Früher wollte ich nur Partner, die sich für dieselben Sachen wie ich interessieren. Heute will ich einen, der meine Interessen nicht zwangsweise teilt, sie aber respektiert und achtet. Dieses Gleichgewicht entsteht nicht über Nacht. Es braucht ein paar Jahre, ein paar Diskussionen, ein paar Versuche und Fehler, um herauszufinden, wie wir die Unterschiede zwischen einander in einem positiven Licht betrachten können, um weiterhin die Individuen zu bleiben, die wir sind.

5

Zwei Hälften bilden ein Ganzes. In einer guten Beziehung vertrauen wir darauf, dass die andere Person wie selbstverständlich im Interesse des Teams handelt. Das bedeutet aber oft Kompromisse. Achte darauf, dass deine Bedürfnisse nicht völlig außer Blick geraten, es nicht immer du bist, die das Nachsehen zuliebe der Wünsche des Partners hast. Manchmal musst du auch egoistisch priorisieren und deine Wünsche nach vorne stellen. Betrachte es so: Ihr seid zwei Hälften. Deine Aufgabe ist es, deine Hälfte zu pflegen, die des Partners, seine eigene. Nur wenn ihr vollständige Hälften für euch seid seid, könnt ihr ein rundes Ganzes ergeben.

WOMAN Newsletter

Deine täglichen Infos per Mail: News, Gewinnspiele und tolle WOMAN-Aktionen.

Ja, ich möchte den WOMAN Newsletter tägl. erhalten und bin mit Übermittlung von Informationen über die Verlagsgruppe News, deren Produkte und Aktionen einverstanden.