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Ehe mit Vertrag

Unromantischer Unfug oder einfach praktische Absicherung? Wir haben bei Experten nachgefragt, wann ein Ehevertrag Sinn macht und was drinstehen soll!

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Ein Paar sitzt in seinem neuen Haus und studiert den Vertrag.
© Corbis

Spätestens seit Catherine Zeta-Jones ihre diversen Gatten mittels Ehevertrag im Film "Ein (un)möglicher Härtefall" abgezockt hat, weiß man: Ein solcher Kontrakt ist im Falle einer Trennung gut für die Nerven, schlecht für den Anwalt und zeitsparend für alle!

Dennoch legen Österreichs Paare im Vergleich zu den USA und Frankreich (noch) nicht allzu großen Wert auf den Hochzeits-Pakt. Im letzten Jahr haben hierzulande lediglich 3,6 Prozent ihr Verhältnis vetrraglich geregelt. Warum er sich vor alle für wohlhabendere Leute auszahlt und was man beschließen kann. Wir haben die Tipps.

Was soll im Ehevertragverankert werden? In Österreich glt die Gütertrennung: Jenes Vermögen, das der jeweilige Ehepartner schon vor der Eheschließung besessen hat, bleibt in seinem Besitz. Hingegen gehört alles, was während der Ehe erwirtschaftet wurde, den Partnern zu gleichen Teilen. – Der Ehevertrag kann das ändern! Man kann im Vorhinein bestimmen, wer im Fall einer Scheidung was behält bzw. wie Gebrauchsgegenstände aufgeteilt werden. Großes Vertragsplus: Auch wer in der ehelichen Wohnung bleibt, kann damit festgelegt werden. So kann verhindert werden, dass die Familienvilla an den Partnern übergeht. Tipp: Hauptstreitpunkt bei einer Scheidung ist oft die Frage, wer was in die Ehe eingebracht hat. EIn Vertrag schafft Klarheit.

Was kann nicht vereinbart werden? Unterhaltszahlungen können nicht oder sehr beschränkt beschlossen werden. Auch die Kindesobsorge kann man vertraglich nicht definieren. Ebenso wenig können eheliche Treue oder verpflichtender Beischlaf rechtswirksam festgelegt werden. Tipp: Auch wenn der Vertrag "grob sittenwidrig" wäre oder einen Partner "grob benachteiligen würde", kann er angefochten werden. Wie zum Beispiel, einen Partner nach der Scheidung aus der Wohnung schmeißen, wenn dieser auf Wohnrecht "existenziell angewiesen" ist.

Wo kann man den Vertrag abschließen? Er kann jederzeit, also vorher und auch während der Ehe, abgeschlossen werden. Was mit Ehewohnung und ehelichen Ersparnis passiert, muss notariell beglaubigt werden. Was mit Ehewohnung und ehelichen Ersparnissen passiert, muss notariell beglaubigt werden. Beim Gebrauchsvermögen (Hausrat, gemeinsames Auto, Luxusgüter wie Segelyacht oder Reitpferd....) genügt die Schriftform. Tipp: Von Zeit zu Zeit sollte man den Vertrag an die aktuellen Lebensumstände anpassen (Jobwechsel, andere Einkünfte).

Wie hoch sind die Vertragskosten? Je nach Vermögen durchschnittlich ab 1.500,- Euro aufwärts. Dise umfassen Notariats- und Anwaltskosten und Finanzamt-Gebühren (zwei Prozent des Gesamtwertes des angeführten Vermögens). Tipp: Um Überraschungen zu vermeiden, sollte die Kostenfrage im Vornhinein geklärt werden.

Achtung! Nachteil: Werden Besitzverhältnisse vertraglich gesplittet, kann die Frau bei einer Scheidung leer ausgehen, wenn sie wegen Kinderbetreuung nicht berufstätig war! Tipp: "Hausarbeit" und "Erwerbstätigkeit" sind gleich viel wert. Dennoch sollte man vereinbaren, dass die Frau an den ehelichen Ersparnissen zu beteiligen ist.

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