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Eierstockkrebs wegen Babypuder: 417 Millionen Dollar Schadenersatz

Zu einer absoluten Rekordsumme wurde aktuell Johnson & Johnson verurteilt: 417 Millionen Dollar muss einer sterbenskranken Frau gezahlt werden, die ihren Eierstockkrebs auf deren Babypuder zurückführt.

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Babypuder
© iStockphoto.com

Schon seit Längerem steht das in vielen Babypudern verwendete Talkum im Verdacht, krebsauslösend zu sein. Wobei es viele widersprüchliche Studien gibt. Aber nun lässt ein aufsehenerregender Gerichtsfall die Diskussion wieder auflodern: Denn der US-Konzern Johnson & Johnson wurde zu einem Schadenersatz von 417 Millionen Dollar (umgerechnet 353,6 Millionen Euro) in einem Gericht in Los Angeles verurteilt - wegen des Gebrauchs von Babypuder.

Die Klägerin, die 63-jährige Eva Echeverria, wurde 2007 mit Eierstockkrebs diagnostiziert, nachdem sie jahrzehntelang ein Talkumpuder des Unternehmens zur Intimpflege verwendete.

Und sie ist nicht die Einzige: In den vergangenen Monaten hat das Unternehmen fünf von sechs anderen Verhandlungen, die sich ebenso mit dem Krebsrisiko von Babypuder beschäftigten, verloren - wobei unter anderem auch einer an Eierstockkrebs erkrankten Frau 110,5 Millionen Dollar zugesprochen wurden. Rund 4.800 Klagen sind noch ausständig. Wobei beim amerikanischen Rechtssystem die aktuellen Fälle eine große Signalwirkung haben.

Zum Verhängnis wurde Johnson & Johnson im aktuell Fall, dass interne Dokumente aufgezeigt hätten, dass das Unternehmen schon sehr früh vom Krebsrisiko des Talkumpuders gewusst hätte, aber die Käuferinnen nicht mit Warnhinweisen auf dem Produkt informiert hat.

Eine Unternehmenssprecherin kündigte nun Berufung für das vorliegende Urteil an: Man fühle mit den Krebspatientinnen, aber wissenschaftliche Studien hätten die Unbedenklichkeit ihres Babypuders nachgewiesen.

Thema: Krebsvorsorge