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Neuer Trend: Eigenfett als Filler

Bisher wurde Volumenverlust im Gesicht mit Hyaluronsäure ausgeglichen. Jetzt setzen Schönheitschirurgen immer öfter auf Eigenfett. Neue Unterspritzungstechniken liefern viel bessere Ergebnisse.

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Frau erhält eine Eigenfett-Injektion.

Wichtig ist, das Eigenfett in sehr vielen, ganz geringen Mengen zu injizieren.

© Thinkstock

Dort, wo man genug hat, nimmt man weg und füllt dort auf, wo etwas fehlt: Das Prinzip der Eigenfett-Behandlung in der Schönheitsmedizin klingt logisch, hatte lange jedoch seine Tücken - es wurde vom Körper zu schnell abgebaut. Doch nun soll eine neue Injektionsmethode Eigenfett zum perfekten Filler machen. Volumensverlust im Gesicht kann genauso dauerhaft ausgeglichen werden, wie Vergrößerungen von Brust oder Po möglich sind. Wir haben mit dem plastischen Chirurgen Dr. Rafic Kuzbari über Vor- und Nachteile des Trends gesprochen.

WOMAN: Was genau passiert bei einer Eigenfett-Unterspritzung?
Dr. Rafic Kuzbari: Fettzellen werden an einer Stelle im Körper sehr schonend entnommen, von Blut und anderen Flüssigkeiten getrennt und dann mit einer Kanüle in ganz kleinen Mengen eingespritzt.

WOMAN: Und wie lange hält das?
Kuzbari: Zellen, die angewachsen sind, halten für immer. Aber nicht alle wachsen fest, das variiert zwischen 30 und 80 Prozent. Deshalb kann man das Ergebnis nur ungefähr voraussagen.

WOMAN: Warum wachsen nicht alle Zellen an?
Kuzbari: Injizierte Fettzellen müssen schnellstmöglich mit Blut versorgt werden. Ist das nicht der Fall, sterben sie ab, der Körper entsorgt sie.

WOMAN: Wie kann man das verhindern?
Kuzbari: Mit der richtigen Unterspritzungstechnik. Man muss sehr kleine Fettmengen, dafür unendlich viele einspritzen. Je kleiner der Fettpunkt im Gewebe ist, desto schneller wird er versorgt, mehr Zellen überleben.

WOMAN: Wo überall macht Eigenfett Sinn?
Kuzbari: Überall, wo man modellieren möchte. An der Brust, am Po, auch Narben können unterspritzt werden. Im Gesicht wird es an mehreren Stellen eingesetzt: Schläfen, Augenbrauen, Oberlider, am Übergang vom Unterlid zur Wange, im Mittelgesicht, an den Lippen, in der Nasolabialfalte, am Kinn.

WOMAN: Gibt es auch Nebenwirkungen?
Kuzbari: Eigengewebe stößt der Körper nicht ab, es gibt auch keine Verkapselungen. Es können aber Dellen entstehen, wenn nicht richtig injiziert wurde. Das endgültige Ergebnis sieht man nach drei bis sechs Monaten.

WOMAN: Wie lange fällt man aus?
Kuzbari: Durch die vielen kleinen Einstiche ist das Gesicht stark geschwollen und oft auch blau. Es dauert bis zu drei Wochen, bis alles abgeheilt ist.

WOMAN: Gibt es besonders heikle Stellen?
Kuzbari: An den Lippen muss man besonders viel einspritzen, deshalb wirken sie am Anfang riesig. Das gibt sich aber.

WOMAN: Was kostet der Eingriff?
Kuzbari: Je nach Menge startet es bei € 1.500,- und geht bis zu € 8.000,-.

WOMAN: Was ist der Vorteil von Eigenfett?
Kuzbari: Es liefert schönere Ergebnisse als Hyaluronsäure und ist mittelfristig billiger, da es nicht abgebaut wird.

WOMAN: Ist es ein Modetrend oder nachhaltig?
Kuzbari: Die Methode wird laufend verfeinert, die Ergebnisse werden immer besser. Im Eigenfett liegt viel Potenzial.

Themen: Beauty-OP, Pflege