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Ein innerer Befreiungsschlag: Clara Luzia
und ihr emotionales Puzzle

Während das Vorgängeralbum "The Ground Below" musikalisch fast poppig klingt, kehrt die Wiener Singer/Songwriterin Clara Luzia mit ihrem neuen Album "Falling Into Place" wieder zurück zum Ursprung – klare Arrangements und die Lyrics dominieren die Platte.


Ein innerer Befreiungsschlag: Clara Luzia
und ihr emotionales Puzzle
© Sarah Haas

"The greatest fear is yet to come" – mit diesen Zeilen startet der erste Song "We Can Only Lose" auf Clara Luzias viertem Album. Wie auch der Titel des Albums, "Falling Into Place", auf den ersten Blick erscheinen vermag, könnte man fast eine düstere Platte voller Schmerz erwarten.

Hochschwung nach dem tiefen Fall
"Eigentlich", so Clara Luzia, "ist das Album viel fröhlicher als das letzte." Ganz bewusst hat sie auch "We Can Only Lose" als erstes Lied der Platte gewählt, auch wenn es sehr schwermütig ist. Aber genau dieser Song soll ein Zeichen für eine Wende sein, der Hochschwung nach dem Tieffall.

So hat auch der Album-Titel "Falling Into Place" wenig mit Fallen zu tun, ganz im Gegenteil – "(wieder) klar werden" bedeutet die englische Redewendung, zurückfinden zur Mitte, die Teile eines emotionalen Puzzles fügen sich wieder ineinander.

Diese emotionalen Puzzleteile findet man auch auf dem Album. Am meisten spiegelt sich wohl die Zerrissenheit und diese Suche nach der eigenen Mitte in "Release The Sea" wider. Ganz ruhig beginnt der Song, der auf einer Situation auf einer Nordseeinsel im Februar beruht. Das Eis bricht langsam, der Schnee schmilzt – eine ungewöhnliche Ruhe bereitet sich aus. Nur im Kopf will sich diese Stille nicht zeigen, er ist "the loudest thing around". Irgendwie zeigt "Release The Sea" auch die Ruhe vor dem Sturm, der mit Zeilen wie "The music is loud" und "The wind is strong" schließlich gezeigt wird.

Momentaufnahmen
Die eindringlichen Lieder auf Clara Luzias neuem Album geben einem fast das Gefühl, dass man einen Blick in ihr Tagebuch wirft. "Nicht alle Lieder beschreiben automatisch Situationen in meinem Leben", so die 33-Jährige, "Es sind Momentaufnahmen, teils von mir selbst, aber auch von anderen, die ich irgendwo aufgeschnappt habe."

Dennoch, so Clara Luzia, die eigentlich Clara Luzia Maria Humpel heißt, fühlt sie sich auf der neuen Platte "sehr nackt". Statt wie beim Vorgänger "The Ground Below" verzichtete die Musikerin auf großflächige Arrangements, die Instrumente stehen mehr im Hintergrund. Im Vordergrund: Eine starke Stimme, die viel zu erzählen hat – und viel erlebt hat.

Nach dem Durchhören des Albums mit dem Finalsong "I Fall I Fall I Fall" merkt man, dass dieses Werk tatsächlich eine Art "Befreiung" für Luzia ist. Es sei zwar kein Abschluss der seit mehreren Jahren anhaltenden gesundheitlichen Krise in ihrem Leben, so die Songwriterin, "aber ein Weg". Ob sie auf dem richtigen Weg ist? "Ja, hoffentlich", lacht Clara Luzia. Und man glaubt ihr.

"Falling Into Place" (Asinella Records) ist ab sofort erhältlich. Am 20. April 2011 präsentiert Clara Luzia ( www.claraluzia.com ) das neue Album im Wiener WUK.

Weitere Auftrittstermine in Österreich:
04. Mai 2011: Graz, PPC
06. Mai 2011: Dornbirn, Spielboden
07. Mai 2011: Steyr, Röda
13. Mai 2011: Klagenfurt, Volxhaus
14. Mai 2011: Mödling, Bühne Mayer
19. Mai 2011: Linz, Posthof
27. Mai 2011: St. Pölten, Café Publik/Festspielhaus
28. Mai 2011: Salzburg, ARGE Kultur
23. Juli 2011: Sittendorf, Acoustic Lakeside

Marlene Altenhofer

Bild: Sarah Haas

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