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Ein Gentleman geniesst... und erzählt!

"War ganz gut" - Männer sprechen nicht gern über Sex. Wie schön, dass diese 33 Männer ganz offen und ohne Tabus von ihren verrücktesten One-Night-Stands erzählen!

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Ein Gentleman genießt und erzählt - Buch

Wenn Männer auch endlich mal über Sex reden!

© Thinkstock Images. Pic by Feedough

Männer sprechen selten über Sex. Das ist Fakt. Wenn, dann glänzen sie mit Erfolgsstorys... ob sie allerdings dabei die Wahrheit sagen, das sei dahingestellt... Die Autorin Jana Förster schaffte es durch psychologisches Geschick mit 33 Männern über ihre außergewöhnlichen Vorlieben, Sexpannen und peinlichen Erlebnisse zu sprechen. In ihrem neuen Buch "Ein Gentleman geniesst... und erzählt" geben 33 Männer ihre aufregensten und einprägsamsten One-Night-Stand-Erlebnisse preis - ganz offen und ohne Tabus. Wir dürfen eine der Geschichten, erzählt von Manuel (32) an euch weitererzählen, denn nichts ist so spannend wie ausführliche Sexgeschichten von Männern!

TRAUMA: FRAUENMAGAZINE Manuel (32), Justizvollzugsbeamter über Sabine (27), Bürokauffrau

»"Viel Sex in kurzer Zeit mit unterschiedlichen Frauen zu haben ist einfach toll."«

Nahezu jeder hatte eine Sturm-und-Drang-Zeit in seinem Leben. Das Bedürfnis, Sex in allen Facetten und mit vielen Geschlechtspartnern zu haben, am besten noch gleichzeitig. Sex an den verrücktesten Orten, in ohrenbetäubender Lautstärke und sämtlichen Stellungen, die das Kamasutra hergibt. Lächeln Sie gerade? Dann wissen Sie, was ich meine … Ich denke, diese Zeit hatte nahezu jeder, meistens in den Jahren nach der Volljährigkeit.
Ausnahmen dieser These sind beispielsweise Lothar Matthäus oder Rolf Eden – sie haben diese Phase bis heute nicht überwunden. Aber das steht auf einem anderen Blatt.
Ich hatte dieses Austoben in meinen 20ern leider nicht gehabt. Während all meine Kumpels von ihren Abenteuern erzählten, schwärmte ich vom romantischen Spaziergang mit meiner Freundin. Sie suchten im Kopf nach dem Namen des One-Night-Stands der vergangenen Nacht, ich nach dem passenden IKEA-Plaid mit meiner Liebsten.
Doch dann kam der Tag nach meinem 31. Geburtstag: Ich trennte mich von meiner Freundin. Und prompt forderte meine Männlichkeit die verpasste Zeit ein. Ich hatte immer gedacht, dass ich dieses wahllose Rumgevögel und den damit verbundenen Stress beim Abservieren nicht brauchen würde.
Aber, was soll ich sagen: doch! Es ist geil! Genial! Viel Sex in kurzer Zeit mit unterschiedlichen Frauen zu haben ist einfach toll. Ich finde, jeder Mann sollte einmal eine Zeit wie diese in seinem Leben gehabt haben. Ich wusste jahrelang nicht, was ich für einen Spaß verpasst hatte.
Doch eins bleibt einem in dieser Zeit nicht erspart: das ein oder andere skurrile Erlebnis. Erlebnisse, die sich für Jahrzehnte einprägen. Nein, einbrennen. Von genau so einem One-Night-Stand möchte ich euch erzählen.

Im Herbst 2012 lernte ich Sabine auf einer Feier kennen. Sie fiel mir direkt ins Auge, weil sie so wunderschöne und volle Lippen hatte. Einziges Problem war, dass ihr Exfreund mit auf der Feier war, das erfuhr ich von einer gemeinsamen Freundin. Sabine ließ mir heiße Blicke und ihre Telefonnummer zukommen. Ein frecher Spruch durfte auf dem Zettel natürlich auch nicht fehlen: Wehe, du wartest die obligatorischen drei Tage, bis du dich meldest! Kiss, Sabine …
Das gefiel. Ich schrieb ihr natürlich noch in derselben Nacht und wir waren uns ziemlich schnell einig, dass der kommende Abend unserer sein würde.

Als wir uns zum Essen trafen, hätten unsere spannungsgeladenen Blicke das Restaurant mit Strom versorgen können. Selbst die Kellnerin, die uns bediente, hatte immer ein leichtes Grinsen auf den Lippen. Als sie uns beim Verabschieden ein fröhlich freches »Viel Spaß noch« zurief, konnten wir uns ein Schmunzeln nicht verkneifen. Draußen auf der Straße waren Worte überflüssig, wir stiegen ohne Umwege gemeinsam ins Auto und ich fuhr uns zu mir.
Noch bevor die Tür hinter ihr geschlossen war, musste ich sie küssen. Ihre Lippen waren genauso weich, wie ich es mir den ganzen Abend schon ausgemalt hatte. Und noch etwas fiel mir auf. Sie setzte ihren ganzen Körper ein, rekelte sich unter meinen Händen und drückte sich mal zart, mal härter an mich. Es war, als würde ihr Körper mit meinem sprechen: »Spürst du das? Meine Brüste sind schon voller Erwartung auf deine Zunge. Und meine Hüfte kann es kaum erwarten, auf dir zu kreisen … Hm, spürst du, wie gierig meine Schenkel darauf sind, sich für dich zu öffnen?« Kurzum, sie brachte mich um den Verstand. Ich musste mich konzentrieren, um nicht schon vorzeitig überzusprudeln.
Wenig später standen wir zusammen unter meiner Dusche. Ihre Figur war zum Niederknien. Was lag da näher, als genau das auch zu tun? Während ich mich also vor sie kniete und sie mit meiner Zunge verwöhnte, drohte mein kleiner Freund vor Blutüberschuss zu platzen. Und sie stöhnte vor lauter Lust mein ganzes Bad zusammen. Unter den warmen Wasserstrahlen fühlte ich mich mit ihr wie in einem Sexparadies. Zwischen ihren Schenkeln schmolz ich nur so dahin.

Im Übrigen: So was wünscht sich ein Mann, nur als Tipp an alle Frauen, die das hier lesen. Einer Frau, die im Bett keinen einzigen Laut von sich gibt, kontrolliere ich vorsorglich den Puls. Ruhig sein kann man im Schlaf – wenn man denn nicht schnarcht. Aber Sex ist eine der wenigen Angelegenheiten, bei denen ihr Damen bitte den Mund aufmachen sollt! Ein Mann muss hören, ob er seine Sache gut macht. Anturnend ist es auch und trägt außerdem dazu bei, dass das Ego von uns Männern gut wegkommt.

»"Doch dann überschlugen sich die Ereignisse. Sabine nahm – ohne vorherige Anzeichen – ihren Zeigefinger, lutschte ihn kurz an und vergrub ihn in dem einzigen Loch, das sich zwischen meinen Beinen bot. Dann wühlte sie kurz in mir herum."«

Aber zurück zu Sabine, sie verstand es nämlich wie keine Zweite, mich lautstark wissen zu lassen, dass meine Zunge gute Arbeit leistete.
Meine Nachbarn wussten es spätestens seit diesem Tag auch. Würde ich Waltraud von nebenan am nächsten Tag im Treppenhaus begegnen, könnte ich mir ein Zwinkern nicht verkneifen. So was macht mir Spaß. Genauso wie das, was Sabine als Nächstes tat.
Mittlerweile saß ich auf dem Boden der Dusche und sie setzte sich langsam auf mich. Himmel, war sie schön warm und eng. Das Wasser rann zwischen unseren Oberkörpern entlang, und ich war mir nicht sicher, ob ihre Küsse oder ihre grandiosen Hüftbewegungen mich verrückt machten. Ich hielt es kaum unter ihr aus und wollte das Tempo selbst bestimmen. Andernfalls würde das ganze Spiel zu schnell entschieden sein. Ein klares 1:0. Das wäre doch zu schade, dachte ich, und drehte sie um. Ich nahm sie von hinten. Abwechselnd zart, mal härter. Und manchmal so fest, dass das Wasser zwischen uns mit seinem lauten Prasseln den Raum zusätzlich beschallte. Sabine war mein persönlicher Jackpot an diesem Abend, ich konnte mein Glück kaum fassen.
In den Wochen zuvor hatte ich nämlich nicht annähernd so viel Ekstase erlebt. Die zwei Frauen, mit denen ich intim geworden war, haben es binnen Minuten geschafft, mich von hundert auf null zu bringen. Wie? Sie wollen es wahrscheinlich gar nicht wissen. Ich sag nur: Zeigefinger. Ohne Vorwarnung und bis zum Anschlag … Aua.
Der Gedanke daran half mir kurz, meinen nahenden Orgasmus noch ein wenig hinauszuzögern.
In diesem Moment stieg Sabine von mir ab, zog das Kondom von mir und schmiss es neben uns. Was hatte sie vor?, fragte ich mich. Mir kam diese kurze Pause ganz gelegen, denn so konnte ich mich wieder etwas beruhigen. Ich wollte Ausdauer beweisen und am liebsten die ganze Nacht weitermachen.
Sabine rutschte zwischen meine Beine. Nicht, ohne vorher ihre Scham an meiner Hand zu reiben, die auf meinem Oberschenkel lag. Sie hatte wirklich eine wunderschöne Mitte, vieles an ihr war genau nach meinem Geschmack.
Sie nahm meinen prallen Phallus in den Mund, ich legte vor lauter Genuss den Kopf in den Nacken. Voller Hingabe verwöhnte sie mich, und ich spürte, wie viel Spaß auch sie dabei hatte.
Doch dann überschlugen sich die Ereignisse. Sabine nahm – ohne vorherige Anzeichen – ihren Zeigefinger, lutschte ihn kurz an und vergrub ihn in dem einzigen Loch, das sich zwischen meinen Beinen bot. Dann wühlte sie kurz in mir herum. Doch da hatte sie die Rechnung ohne mich gemacht. Mein männlicher Selbsterhaltungstrieb ließ mich binnen Sekunden auf beide Beine springen, erschrocken ein »Was ist denn jetzt los?« ausstoßen und die Flucht ergreifen. Sabine saß auf den Knien in der Dusche und starrte mich an, das Wasser prasselte ihr auf den Kopf.
»Da sind Handtücher, ich bin drüben im Wohnzimmer«, sagte ich wie ferngesteuert und musste erst mal verarbeiten, was in der Minute zuvor passiert war. Gerade feierte ich noch innerlich ihre Bettqualitäten und überlegte, ihr spontan einen Heiratsantrag zu machen. Und im nächsten Moment steckte ihr Finger in mir und rotierte auf der Suche nach … ja, wonach eigentlich? Was war bitte in sie gefahren, mir einen Finger in den Po zu stecken?

Ich saß mit einem Glas Wodka auf der Couch, als sie aus dem Bad ins Wohnzimmer kam. Ihre Schultern hingen etwas nach unten und sie schien ihre spontane Aktion zu bereuen.
»Entschuldige, wenn ich etwas gemacht habe, was dir nicht gefallen hat.«
Sie setzte sich neben mich. Und sie sah heiß aus. Meine Stimmung besserte sich wieder um einige Nuancen.
»Ich war, sagen wir mal, unvorbereitet.«
Ich konnte ihr aber noch nicht so richtig in die Augen sehen. Die erotische Spannung zwischen uns, die kurz zuvor kaum auszuhalten gewesen war, wurde komplett durch eine peinliche Berührtheit ersetzt.
»Aber, aber ich habe doch gelesen …«, sagte sie ziemlich unsicher, »… ich habe doch gelesen, dass das der ganz neue Hit bei Männern ist.«
Meine Gesichtszüge fuhren Achterbahn.
»Was ist der ganz neue Hit?«
»Na ja, die Prostata zu stimulieren.«
»Die Prostata?«
»Ja. Ich lese schon seit Jahren meine Lieblingsfrauenzeitschrift, und der Sexteil ist immer wieder spannend.«
»Und da stand drin, dass man uns Männern einen Finger in den Po stecken soll?«
Die Worte aus meinem Mund zu hören war ziemlich skurril.
»Grob gesagt, ja.«
»Aber warum testet man denn nicht vorsichtig an und wartet die Reaktion ab?«
»In dem Bericht, der wirklich gut war, solltest du mal lesen, stand drin, dass Männer das Gefühl am Anfang als befremdlich empfinden.«
»Ja, da stimme ich dir zu! Normalerweise funktioniert das in die andere Richtung. Da sollte eigentlich nichts reingesteckt werden.«
»Ja, ich verstehe, dass es ziemlich plötzlich für dich gekommen sein muss. Aber da stand eben drin, dass der Orgasmus für einen Mann mit der Stimulation der Prostata besonders intensiv sein soll. Und ich wollte es versuchen und dir einen unvergesslichen Blowjob bereiten.«

Plötzlich fielen mir die letzten beiden Mädels wieder ein. Bei einer war ich zu Hause gewesen und auf ihrem Tisch lagen einige Frauenzeitungen. Als mir die Tatsache bewusst wurde, dass wohl alle drei Frauen dieselbe Zeitung gelesen haben mussten, bekam ich einen Lachkrampf: Da hatten die drei Frauen unabhängig voneinander ihre Finger in meinen Po gesteckt, weil es in irgendeiner Frauenzeitschrift geschrieben stand. Sabine guckte mich entgeistert an. Mittlerweile schüttelte ich mich vor Lachen, ich konnte mich nicht beherrschen.
»Weißt du, Sabine …«, versuchte ich zu beginnen, doch kam nicht weit. Noch immer lachend legte ich den Kopf in meine Hände und konnte einfach nicht aufhören. Unter hysterischem Glucksen versuchte ich, ihr die Situation zu erklären. Doch zwischen Prusten und Kopfschütteln brachte ich nur ein paar Satzfetzen heraus.
Sie guckte mich an, verarbeitete in wenigen Sekunden, was ich gesagt hatte, und prustete ebenfalls laut los. Sie stimmte mit in meinen Lachflash ein und klopfte sich auf die Schenkel, weil sie jetzt verstand, was passiert war. Es dauerte gefühlte zehn Minuten, bis wir uns wieder einigermaßen beruhigt hatten.
Aber es dauerte keine weitere zehn Minuten, bis wir einfach die Runde zwei einläuteten. Nur diesmal ohne Zeigefinger-Umwege.

Weitere 32 offenherzige Geschichten, erzählt von Männern im Alter zwischen 21 bis 89 Jahren findet ihr im neuen Buch von Jana Förster, bekannt von anderen Büchern wie "Fuck me now and love me later". Erhältlich ist das Buch "Ein Gentleman geniesst... und erzählt" für Euro 9,95 im Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag.

Ein Gentleman geniesst... und erzählt