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Einsamkeit erhöht die Sterblichkeit

Es gibt viele Faktoren, die die Lebenserwartung maßgeblich beeinflussen. Leider gehören Einsamkeit und Isolation genauso dazu wie Fettleibigkeit und zu wenig Bewegung.

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Wir leben in einer Welt des Informationsüberschusses. Während ich diesen Artikel schreibe, habe ich sieben Tabs, zwei meiner E-Mail Accounts, Facebook, Instagram und WhatsApp offen. Ja, das meiste davon brauche ich wirklich, um meine Arbeit zu verrichten, aber auch privat schaut der Computer- und Smartphone-Gebrauch nicht wirklich anders aus. Eine Frage, die sich zurzeit sicherlich viele Forscher stellen ist, ob uns der ständige Internetkonsum, seien es die sozialen Medien oder andere Anwendungen, isolieren oder auf einer Art doch wieder zusammenbringen.

Soziale Bindung ist ein Grundbedürfnis des Menschen

Jene, die an letzteres glauben, also, dass wir auch online sehr soziale Wesen sind, bestehen darauf, dass der Hang zur sozialen Isolation nicht unbedingt etwas mit dem Internet zu tun hat. Auf wirklich relevante Ergebnisse werden wir wohl noch warten müssen, aber eins ist klar: Die westliche Gesellschaft tendiert immer mehr zur Vereinsamung. Und was noch erschütternder ist: Einsamkeit und Isolation deutlich die Sterblichkeit erhöhen - und damit sogar Faktoren wie Fettleibigkeit ausstechen.

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In einer Untersuchung, die im Fachblatt PLOS Medicine veröffentlicht wurde, stellten Wissenschaftler nicht nur fest, dass Einsamkeit die Lebenserwartung beeinträchtigt, sondern, dass auch immer mehr Menschen (in den USA) verarmen. Es leben mehr Personen alleine, immer weniger heiraten und bekommen Kinder. Der Grund für den starken Einfluss der Isolation auf die Lebenserwartung sehen die Forscher in der Tatsache, das soziale Verbundenheit als Grundbedürfnis nicht unterschätzt werden darf.

Die Einsamkeitsepidemie betrifft viele Länder

Es ist tatsächlich so, dass Menschen mit einer starken sozialen Beziehung um 50 Prozent länger leben als die isolierten Probanden. In Zahlen ausgedrückt erhöhen Isolation und Einsamkeit die Sterblichkeit um 26 bis 32 Prozent. Und das ist deutlich mehr, als bei Fettleibigkeit oder zu wenig Bewegung. Vor allem in psychischen Problemen und Störungen im Herz-Kreislauf-System drücken sich die körperlichen Auswirkungen von Isolation aus.

Gegen die Einsamkeitsepidemie anzukämpfen ist schwer. Die Forscher raten zu kollektiven Maßnahmen wie Aufklärung in Schulen. Trotzdem müssen auch die einzelnen Menschen immer wieder für sich selbst an einem funktionierenden sozialen Netz arbeiten, was leider nicht immer so leicht ist wie es klingt.

Hier ein ganz eigener Ansatz im Kampf gegen die Einsamkeit: