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Einzelkind? Welche Auswirkungen das auf dein Hirn hat

Einzelkinder: Intelligenter, aber egoistischer? Forscher sind nun der Frage nachgegangen, wie sich das Aufwachsen ohne Geschwister aufs Gehirn auswirkt.

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Einzelkind? Welche Auswirkungen das auf dein Hirn hat
© Instagram/Kidsfashionblogger

Einzelkinder, so heißt es immer wieder, seien egoistischer und selbstverliebter als Kinder, die mit Geschwistern aufwachsen. Klingt zwar nicht irre nett, aber irgendwie sogar nachvollziehbar. Wenn sich die komplette Liebe und Aufmerksamkeit der Eltern auf ein Kind richtet, wie soll dieses nicht unterbewusst das Gefühl bekommen, der Nabel der Welt zu sein?

Während sich die meisten Studien im Bereich der Geschwisterforschung auf die Auswirkungen auf das Verhalten und die kognitiven Fähigkeiten konzentrieren, wollten Wissenschaftler der Southwest University in Chongqing, China, herausfinden, ob sich die neuronale Struktur bei Einzelkindern von jener in Mehrkind-Familien Aufwachsender unterscheidet.

Sind Einzelkinder automatisch unsympathischer?

Ihr verzeiht den provokanten Zwischentitel. Aber wir zitieren hier nur die These der Wissenschaftler. Die untersuchten die Gehirne von 250 Universitätsstudenten, von denen die Hälfte Einzelkinder waren. In die Analyse flossen aber auch Persönlichkeit, die Kreativität und die Intelligenz der Studenten ein.

Dabei zeigte sich: In puncto Kreativität konnte den Einzelkindern keiner was vormachen – hier übertrafen sie alle anderen Testteilnehmer um ein Vielfaches. Als es aber um die "angenehmen" Persönlichkeitsmerkmale (also Empathievermögen, Offenheit, Teamgeist) ging, stanken die Einzelkinder deutlich ab.

Tatsächlich zeigten auch die Gehirn-Scans deutliche Unterschiede in der neuronalen Struktur. Die kreativen Einzelkinder hatten ein deutlich höheres Volumen grauer Gehirnsubstanz im Parietallappen – jenem Teil des Gehirns, der mit Flexibilität und Phantasie in Verbindung gebracht wird.

Dafür war ihre graue Substanz in der medialen präfrontalen Kortex weniger stark ausgebildet. Dieser Teil des Gehirns bestimmt die Selbstwahrnehmung und unser Verhalten gegenüber anderen.

Für die Forscher steht damit fest: Ein Aufwachsen in unterschiedlichen Familienumgebungen (mit oder ohne Geschwister) beeinflusst die strukturelle Gehirnentwicklung von Kindern. Einer der Forscher: "Schon frühere Studien haben gezeigt, dass die ungeteilte Aufmerksamkeit von Eltern und Großeltern, die Einzelkinder nun mal erfahren, negative Persönlichkeitsmerkmale wie Selbstsucht und Geltungsgier befördern. Wir konnten dies jetzt auch auf neuronaler Ebene nachweisen."

Gulp. Sagt eine von den nun wissenschaftlich gebrandmarkten, selbstsüchtigen Narzisstinnen.

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