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Eisenmangel: So füllst du die Speicher wieder auf

Müde, schlapp, kraftlos: Wir sollten aber nicht gleich alles auf die Jahreszeit schieben. Denn oft steckt hinter den Symptomen Eisenmangel. Warum vor allem Frauen und Sportler betroffen sind und wie man die Speicher wieder auffüllt, erklärt eine Expertin.

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Eisenmangel: So füllst du die Speicher wieder auf
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Die Motivation ist da, das Fitness-Outfit sitzt – aber die Puste ist weg: Wer trotz regelmäßigem Sport schnell müde wird und keine Erfolge erzielt, sollte nicht gleich an sich zweifeln, sondern lieber mal seinen Eisenstatus checken. "Das Spurenelement ist wichtig für die Bildung des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin, der für den Sauerstofftransport in den Zellen zuständig ist", erklärt Allgemeinmedizinerin Jasmin Darabnia (darabnia.at). Ist nicht genug Eisen vorhanden, kann einem schon mal die Luft ausgehen. Und auch andere Prozesse im Körper können nicht so ablaufen wie gewohnt. Eisenmangel beeinträchtigt das Immunsystem, den Muskelaufbau, die Hormonbildung und den Energiestoffwechsel.

Vor allem Frauen sind betroffen

Jede zehnte Frau in Österreich leidet darunter. "Schuld daran ist die Menstruation. Da verlieren wir durchschnittlich 50 Milliliter Blut und damit 25 Milligramm Eisen. Besonders hohen Bedarf haben auch Schwangere, da sie zusätzliches Blut produzieren", weiß die Expertin. Auch beim Sport und Schwitzen geht Eisen verloren. Essgewohnheiten spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Eisen aus pflanzlichen Quellen wird nicht so gut aufgenommen wie aus tierischen. Wer kein Fleisch isst, hat es also schwieriger, seine Reserven aufzufüllen. Zusätzlich kann der Darm ohnehin nur etwa ein Zehntel des Eisens, das wir über die Nahrung aufnehmen, überhaupt verwerten. Das heißt, dass auch eine eisenreiche Ernährung ein Defizit nicht unbedingt verhindert. Wie hoch der tägliche Bedarf an dem Spurenelement ist, hängt von Alter, Geschlecht und Lebensumständen ab. Erwachsene Männer etwa benötigen pro Tag rund 10 mg, Frauen sogar 15. Bei Schwangeren steigt der Wert auf 30 mg.

Zu wenig Eisen macht müde

Sind die Speicher leer, wird das oft nicht gleich erkannt, die Symptome sind unspezifisch. Die wichtigsten sind Müdigkeit bis zur Erschöpfung, Schlafstörungen, Lustlosigkeit, Konzentrationsschwächen, sogar depressive Verstimmungen, aber auch offene Mundecken, Haarausfall oder brüchige Nägel. Das Tückische: Die Anzeichen treten nicht von heute auf morgen auf. Sie schleichen sich langsam ein und werden meistens erst spät mit einem Mangel in Verbindung gebracht.

Ab zum Spezialisten

Doch was tun, wenn der Verdacht besteht? Erst einmal müssen die richtigen Befunde her. Am besten geht man zu einem Arzt, der sich auf Eisen spezialisiert hat (auf eisencheck.at gibt es eine Auflistung aller Top-Mediziner in Österreich). Beim Bluttest wird der Ferritin-Wert (das Eisenspeicherprotein), die Transferrinsättigung (das Eisentransportprotein), aber auch das bereits erwähnte Hämoglobin bestimmt. Diese Daten müssen im richtigen Verhältnis zueinander stehen. Der wichtigste Wert ist das Ferritin. Das darf nicht unter 12 liegen, sonst droht eine Anämie. Ab 30 gelten die Speicher als voll. Sportler sollten besonders auf ihren Status achten, rät die Expertin: "Wer vorhat, einen Marathon zu laufen, sollte das checken. Sonst kann der Trainingserfolg ausbleiben."

Speicher auffüllen

Liegt der Ferritinwert nur im unteren Bereich, hilft eine Ernährungsumstellung. Reichlich Eisen ist in rotem Fleisch, grünem Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten. Dazu sollte man Vitamin C kombinieren, das verbessert die Aufnahme. Substituieren kann man auch mit Tabletten: "Die muss man aber über mehrere Monate einnehmen, damit sie helfen", betont Darabnia. Das geht vielen zu langsam. Eine einmalige Eiseninfusion ist die rascheste Art, die Speicher wieder aufzufüllen. Sie ist leicht verträglich, eine Verbesserung tritt meist sofort ein. Allerdings ist das schnelle Auffüllen mit 250 Euro pro Sitzung auch kostspielig und wird nicht von der Krankenkasse übernommen. Dafür kann man gleich danach wieder lossprinten.