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Eisenmangel - das hilft!

Abgeschlagen, müde und viel zu blass? Vielleicht liegt es am Eisenmangel. Gegensteuern kannst du mit der richtigen Ernährung, Eisenpräparaten oder Infusionen.

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Frau mit Steak und Spinat
© Thinkstock

Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, brüchige Nägel, Haarausfall, eingerissene Mundwinkel: Wenn du eines oder mehrere dieser Symptome hast, leidest möglicherweise auch du an Eisenmangel. So wie jede zehnte Frau in Österreich. Eisen ist eines der wichtigsten Spurenelemente in unserem Körper. Jede Zelle braucht es. Es ist verantwortlich für den Sauerstofftransport im Blut, für die Arbeit unseres Gehirns, für Konzentration und Merkfähigkeit sowie für die Energiegewinnung, und es sorgt dafür, dass unsere Muskeln ihre Aufgabe erfüllen.

Frauen häufiger von Eisenmangel betroffen

Am stärksten betroffen von Eisenmangel sind Frauen im gebärfähigen Alter. Durch den regelmäßigen Blutverlust bei der Menstruation, vor allem bei starken Blutungen, kann er chronisch werden. Außerdem besteht ein erhöhtes Riskio bei Schwangerschaft und Geburt, hohem Blutverlust bei Operationen, einseitiger Ernährung (z. B. Vegetarier), Glutenunverträglichkeit, Kindern und Jugendlichen im Wachstum, alten Menschen, Gastritis oder chronischen Entzündungen mit Blutungen im Magen-Darm-Bereich wie Univ.-Prof. Dr. Christoph Gasche, Gastroenterologe und Facharzt für Innere Medizin, erklärt. Gemeinsam mit seiner Frau Dr. Anke Gasche, einer praktischen Ärztin, hat er das Medizinische Kompetenzzentrum Eisenmangel Loha for Life gegründet. Loha heißt auf Indisch Eisen.

Dort gehen die beiden Ärzte dem Problem auf den Grund. Denn obwohl ein niedriger Level des Spurenelementes so stark verbreitet ist, gibt es immer noch viele falsche Behandlungsansätze. Oft wird das Manko gar nicht als solches erkannt. "Für die Diagnose wird der Ferritingehalt im Blut gemessen“, erläutert Dr. Christoph Gasche. "Ein Wert über neun entspricht laut Statistik bereits der Norm. Der Wert muss aber bei 30 liegen, alles darunter ist zu wenig.“ Ein weiterer Indikator ist Hämoglobin, ein eisenhaltiges Protein, das für den Sauerstofftransport in den Zellen zuständig ist. Dieser Wert muss bei Frauen zumindest bei zwölf liegen.

Die richtige Behandlung von Eisenmangel

Das Hauptproblem: Der Körper kann Eisen nicht selbst herstellen, er muss es von außen aufnehmen. Grundsätzlich sorgt ausgewogene Ernährung für eine ausreichende Versorgung. Hat man trotzdem zu wenig, helfen Eisenpräparate. Diese gibt es rezeptfrei in der Apotheke. "Allerdings gibt es genügend Tabletten, die nichts nützen, da sie sich erst im Dickdarm auflösen“, erklärt Dr. Anke Gasche. "Eisen wird aber im Magen bzw. im Zwölffingerdarm resorbiert. Eine Tablette, die sich nicht im Magen auflöst, bringt nichts. Darauf sollte man achten.“ Sie empfiehlt bei groben Mangelerscheinungen überhaupt Eisen-Infusionen. Diese sind unkompliziert, leicht verträglich und sorgen rasch für ein neues Lebensgefühl. Ein weiterer Vorteil: Die Eisenmenge lässt sich genau dosieren. Zu viel des Guten kann nämlich zu Übelkeit und Verstopfung führen.

Eisenmangel: Was du wissen musst

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Symptome bei Eisenmangel: Neben der angesprochenen Müdigkeit gehören auch Schwächegefühl, verminderte Leistungsfähigkeit, spröde Haut, eingerissene Mundwinkel und Blässe zu den Symptomen. Letztere kommt zustande, da das Eisen im Hämoglobin der roten Blutkörperchen dafür verantwortlich ist, Sauerstoff im Blut zu transportieren. Sind die Eisenreserven im Körper aufgebraucht, kann es zur Blutarmut (Anämie) kommen.

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Selbstcheck: Leide ich unter Eisenmangel? Der Handtest: Schau', ob deine Handinnenfläche gut gerötet ist, besonders an den Fingerspitzen. Ist sie sehr blass, könnte das ein Hinweis auf Eisenmangel sein. Wenn du dir nicht sicher bist, vergleiche die Farbe mit der Hand eines Mannes. Männer haben im Normalfall die richtige Nuance, da sie viel seltener an einem zu niedrigen Eisenspiegel leiden.

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Tabletten gegen Eisenmangel: Neben ausgewogener Ernährung gibt es Eisentabletten und Eiseninfusionen. Diese vertragen viele Patienten besser als die regelmäßige Pilleneinnahme. Durchschnittlich sind drei bis fünf Infusionen notwendig.

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Ernährung bei Eisenmangel Wer es gar nicht so weit kommen lassen und langfristig mehr Eisen aufnehmen will, sollte seine Ernährung optimieren. Mit einer Auswahl von besonders eisenhaltigen Nahrungsmitteln allein ist es dabei jedoch nicht getan. Damit der Bedarf von 1-2 mg Eisen am Tag vom Körper aufgenommen werden kann, sollten sie auch schlau kombiniert werden. Eine große Rolle spielen dabei Vitamin-C-haltige Lebensmittel und Säfte. Sie verbessern die Eisenaufnahme aus pflanzlichen Lebensmitteln, die ansonsten im Darm nicht aufgeschlüsselt werden können. Träufeln Sie deshalb am besten immer etwas Zitronensaft über Ihr Essen. Zitronen-, Milchsäure und die Aminosäuren Methionin und Cystein wirken nämlich wahre Wunder bei der Eisenaufnahme. Letztere sind im Übrigen Abbauprodukte von tierischem Eiweiß.

Neben Fleisch und Innereien enthalten diese Lebensmittel besonders viel Eisen:

  • Sesam
  • Goabohnen (Prinzessbohnen)
  • Mohn
  • Hirse
  • Quinoa
  • Amaranth
  • getrocknete Aprikosen
  • Weizenkleie
  • Hafer
  • Leinsamen
  • Steinpilze
  • Zuckerrübensirup
  • Haferkleie
  • Broccoli
  • gekochte Linsen
  • Goabohnen (Prinzessbohnen)
  • Kichererbsen
  • Knäckebrot
Frau mit Steak und Spinat

Diese Faktoren hemmen die Eisenaufnahme:

  • Tannin: in schwarzem Tee, Kaffee oder Rotwein
  • Phytate: in Nüssen und Kleie
  • Oxalsäure: in Spinat und Rhabarber
  • Phosphat: in Cola und Limonaden
  • Lignin: z.B. im Aromastoff Vanillin.
  • Calciumsalze
  • generell Fertigprodukte mit vielen Zusatzstoffen