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Was ist eine Eliminierungsdiät - und soll ich's probieren?

Moni ist kein Gluten mehr, Bernd trinkt keine Milch: Was genau eine "Eliminierungsdiät" ist. Wie sie funktioniert. Und ob du sie probieren solltest.

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Was ist eine Eliminierungsdiät - und soll ich's probieren?
© iStockphoto

Deine Freundin hat dem Gluten abgeschworen, deine Mutter trinkt keine Milch mehr und verzichtet auf Käse, dein Arbeitskollege hört gar nicht mehr auf, von den Vorteilen einer soja-freien Ernährung zu schwärmen. Solltest du vielleicht auch eine spezielle Diät oder Ernährungsweise beginnen? Was du über die "Eliminierungsdiät" wissen musst - und ob sie für dich die richtige ist.

Was ist eine "Eliminierungsdiät"?

Eine Eliminierungsdiät hat nichts mit Gewichtsverlust zu tun. Stattdessen geht es darum, Lebensmittel, die du möglicherweise nicht verträgst, vom Speiseplan zu streichen. Sie also zu "eliminieren". Wenn du den Verdacht hast, unter einer Nahrungsmittelunverträglichkeit zu leiden oder sensibel auf bestimmte Lebensmittel zu reagieren, dann wird die Diät für zwei bis vier Wochen konsequent angewandt. Am Ende weißt du, welches Lebensmittel deinen Magen reizt – und kannst zu einer verträglicheren Dauerkost finden.

Welche Nahrungsmittelunverträglichkeiten können mit der "Eliminierungsdiät" getestet werden?

Die Eliminierungsdiät eignet sich nicht für alle Unverträglichkeiten. Eine Gluten-Unverträglichkeit (Zöliakie) oder Milcheiweiß-Intoleranz hilft sie nicht weiter. Aber wenn du den Verdacht hast, unter einer Histamin-, Fructose- oder Laktoseintoleranz zu leiden, dann kann sie dir weitere Indizien liefern.

Wann solltest du eine "Eliminierungsdiät" probieren?

Wenn du regelmäßig nach dem Essen oder Trinken unter einem oder mehreren dieser Symptome leidest:

  • Kopfweh
  • Übelkeit
  • Blähungen
  • Krämpfe
  • Sodbrennen
  • Durchfall
  • Hautausschlag
  • Atembeschwerden
  • Laufende Nase (oder Husten/Schnupfen)
  • geschwollene Schleimhäute (vor allen an Zunge und Mund)

Für wen ist die "Eliminierungsdiät" nicht geeignet?

Vorsicht, wenn du ganz besonders starke Reaktionen aufweist. Um unkontrollierte Reaktionen zu vermeiden (die können sogar lebensbedrohlich werden!), solltest du die Eliminierungsdiät nicht zu Hause auf eigene Faust durchführen, sondern ein Allergiezentrum aufsuchen und die Unverträglichkeiten anders austesten lassen.

Wie funktioniert die "Eliminationsdiät" genau?

Zuerst erstellen dein Arzt und du eine Liste jener Lebensmittel und Zutaten, die deine Symptome verursachen könnten: Milch, Schalentiere, Eier, Soja, Nüsse, Weizen, Mais, Soja oder auch Alkohol gehören zu den häufigsten Nahrungsmitteln. Nun werden die verschiedenen Lebensmittelklassen (oder auch nur ein einzelner Inhaltsstoff, der Auslöser sein könnte) nacheinander jeweils für einen Zeitraum von zwei bis maximal vier Wochen komplett vom Speiseplan gestrichen. Wenn der Verdacht einer Histaminintoleranz besteht, dann werden möglichst geringe Mengen davon verzehrt (Histaminauslöser sind u.a. Hülsenfrüchte, Erdbeeren, Tomaten, Nüsse, Ananas, Kakao und Schokolade. Zitrusfrüchte werden teilweise gut vertragen).

Bei diesem Provokationstests wird dann festgestellt, ob und wann Symptome auftreten – und wie stark sie ausfallen. Wer besonders empfindlich ist, bei dem reichen schon geringe Mengen eines Inhaltsstoffes. Bei anderen ist eine höhere Toleranzgrenze. Damit du den Überblick behältst, musst du in dieser Zeit ein Ernährungstagebuch führen, in dem du die verzehrten Mengen, die Speisen und Getränke sowie alle Beschwerden notierst.

Welche Nahrungsmittel sollten bei der "Eliminierungsdiät" getestet werden?

Die Liste erstellst du mit deinem Arzt oder einem begleitenden Diätologen - niemals in Eigenregie, um Mangelernährung vorzubeugen. Aber um einen guten Überblick zu erhalten, hier eine Liste jener Lebensmittel, die sehr wahrscheinlich getestet werden:

Bei Histaminintoleranz

  • Gereifter Käse
  • alkoholhaltige Getränke
  • Tomaten und alle Erzeugnisse aus Paradeisern wie Ketchup, Tomatenmark, Pasta-Sauce
  • Gemüse wie Spinat oder Sauerkraut
  • Schokolade und alle kakaohaltigen Produkte

Bei Laktoseintoleranz

  • Milch
  • Käse
  • Joghurt
  • Butter

Bei Fructoseinoleranz

  • Obst- und Trockenfrüchte
  • Fruchtsäfte und Getränke, die mit Fruchtzucker gesüßt werden
  • Kompott, Marmeladen und Mus
  • Hon ig

Wichtig: Eine Eliminierungsdiät erfordert viel Selbstdisziplin und intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Ernährung. Während der Durchführung musst du die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln genau lesen und täglich dein Ernährungstagebuch führen!