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Endlich gut Schlafen

Wer gut schläft, ist fit und gesund. Wer jedoch nächtens wach liegt, läuft Gefahr, ernsthaft krank zu werden. Erfahren Sie, wie Sie Ihren Schlaf verbessern …


Endlich gut Schlafen

Sie sind gestern früh zu Bett gegangen und fühlen sich heute trotzdem wie gerädert? Schlafprobleme sind die Ursache? Dann geht es Ihnen wie zwei Drittel der Österreicher. Laut einer Umfrage sind 67 Prozent mit ihrem Schlaf wenig bis überhaupt nicht zufrieden, lediglich zwei Prozent gaben an, nach ihrer Nachtruhe voll und ganz erholt zu sein.

Dass diese Selbsteinschätzung auch der Realität entspricht, bestätigt Schlafforscher Günther W. Amann-Jennson ( www.schlafcoaching.com ): "70 bis 80 Prozent der Erwachsenen können sich im Schlaf nicht mehr ausreichend regenerieren. Körperlich und psychisch. Dabei hängt unsere Gesundheit zu 90 Prozent von gutem Schlaf ab.“ Besonders dramatisch: Bereits 23 Prozent der Schulkinder leiden an Schlafstörungen.

Mindestens sechs Stunden Schlaf

Was aber ist überhaupt gesunder Schlaf? Sind wir im Traumland, laufen Zyklen ab, jeder in fünf Phasen. Von zwei Leichtschlaf- über zwei Tiefschlafstadien bis zum REM-Stadium (Traumphase). Dauer: insgesamt etwa 90 Minuten. Vier bis fünf solcher Zyklen reihen sich im Idealfall aneinander und ergeben eine Schlaflänge von sechs bis acht Stunden.

Amann-Jennson präzisiert: "Entscheidend ist neben der harmonischen Abfolge der Zyklen auch deren Länge. Das gilt vor allem für den Tiefschlaf, der zu Beginn der Nachtruhe besonders ausgeprägt ist und durch bestimmte Hormonausschüttungen (Wachstumshormone) für die körperliche Regeneration sorgt. Die REM-Phasen, die wiederum ausgeprägter sind, je länger der Schlaf dauert, sind für die Verarbeitung des Tagesstresses zuständig und reinigen die Psyche.“

Krank durch zu wenig Schlaf

Ist dieser Ablauf gestört, kann das weitreichende Folgen haben, die von Müdigkeit über Unkonzentriertheit bis hin zu Angst und Verspannungen reichen. Massive Schlafstörungen können ernsthafte gesundheitliche Beschwerden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck , Diabetes, Übergewicht oder Depressionen hervorrufen.

"Der Gang zum Arzt ist bei drastischen Schlafproblemen unvermeidbar“, so Amann-Jennson, "eine Faustregel besagt: Wenn man 21 Tage hintereinander jeweils in drei Nächten pro Woche nicht richtig ein-und durchschlummern kann, muss man professionelle Hilfe aufsuchen.“

Fakt ist jedenfalls, dass sowohl Ernährung und Sport , Wohn- und Arbeitsumfeld, soziale Kontakte und Konflikte als auch das Bett selbst Einfluss auf unseren Schlaf nehmen. Es gibt Hunderte Ursachen, warum die nächtlichen Ruhepausen gestört sein können …

So schlafen Sie besser durch

Aber es gibt auch ebenso viele Tricks, wie Sie die Nacht wieder geruhsam verbringen. Schlafforscher Günther W. Amann-Jennson hat die besten zusammengefasst:

• Kopf frei. Autogenes Training und Yoga helfen, den Alltagsstress loszulassen.

• Büro ade! Nehmen Sie keine Arbeit mit ins Bett. Selbst zehn Minuten verhindern, dass Sie "den Tag hinter sich lassen“.

• Umgebung. Kühles Raumklima, Licht- und Schalldämmung, keine sichtbaren Stressfaktoren wie Uhren, kein Elektrosmog.

• Nüchtern. Alkohol macht müde, verkürzt aber die REM-Phasen. Man wacht eher in der Nacht auf.

• Schwitzen. Körperliche Tätigkeit und Sport fördern Müdigkeit. Aber: Keine Spitzenleistungen nach 19 Uhr, dann lieber einen Abendspaziergang.

Redaktion: Katrin Kuba