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Endlich schöne Zähne

Lächeln ist unsere Visitenkarte. Ob schief, abgeschlagen oder verfärbt – für jedes Zahnproblem gibt es eine ästhetische Lösung. Die heutigen Methoden sind sanft und werden immer besser.


  • Bild 1 von 1 © Teresa Zötl

Eigentlich war Michaela Fritzl (Bild oben) mit ihrem Gebiss sehr zufrieden. Nur ein Zahn im Unterkiefer, der immer weiter nach vorne wanderte, störte sie zunehmend. Der Lösungsansatz ihres Zahnarztes: Eine langwierige Regulierung, bei der auf beiden Seiten je ein Backenzahn hätte entfernt werden müssen, um die Front wieder in Reih und Glied zu bringen. Dieser Aufwand stand aber für die 43-Jährige in keinem Verhältnis zum Ergebnis.

Auf einer Linie. Als sie dann von der schnellen und schmerzlosen LMTM-Methode hörte, war Michaela begeistert. Dabei handelt es sich um innenliegende Zahnspangen, die man von außen nicht sieht. Denn nicht jeder ist glücklich, wenn das Metall im Mund sofort verrät, dass hier die Zähne korrigiert werden. „Dieses Lingual Minor Tooth Movement, kurz LMTM, kommt bei kleineren Fehlstellungen zum Einsatz und bringt gering verschobene Zähne wieder auf Linie“, erklärt die Kieferorthopädin Dr. Maija Eltz ( www.eltz.info ). Erst seit wenigen Jahren gibt es diese relativ unkomplizierte Behandlungsart. Sogenannte selbstligierende Brackets werden dafür an der Innenseite der oberen oder unteren Frontzähne, ganz nahe an der Schneidekante, angeklebt und mit einem Draht verbunden. Selbstligierend heißt: In den Brackets sind kleine Federn, dadurch sitzt der Draht nicht fest und kann ganz leicht hin und her rutschen. Die dadurch entstehenden Reibungskräfte sorgen dafür, dass sich die Zähne sanft und ohne Schmerzen in die gewünschte Position bewegen. Das Befestigen der Brackets dauert nur 15 bis 30 Minuten. Erste Erfolge sieht man bereits nach einem Monat, generell dauert die Behandlung – je nach Fehlstellung – zwei bis fünf Monate.

Guter Halt. Damit die Zähne schließlich auch dort bleiben, wo sie hinbewegt wurden, muss ein Retainer eingesetzt werden. Das ist ein von außen nicht sichtbarer, dünner Draht, der an der Zahninnenseite angebracht wird. Der Retainer bleibt auf Dauer im Gebiss und stört weder beim Essen noch beim Trinken. Das bestätigt auch Fritzl: „Ich spüre den Draht mit der Zunge, aber er stört wirklich überhaupt nicht im täglichen Leben.“ Für das dauerhafte Ergebnis der Behandlung ist er allerdings sehr wichtig. „Ein Zahn muss an seinem neuen Ort auch fixiert werden – sonst beginnt er wieder zu wandern“, erklärt die Kieferorthopädin.

Aufgepasst. Wer sich für diese Methode entscheidet, muss allerdings der Mundhygiene besonders viel Aufmerksamkeit widmen. Sonst kann sich leicht Karies festsetzen, was man an der Zahninnenseite oft nicht so schnell bemerkt. Auch für Menschen mit Metallallergie oder Zahnfleischentzündung ist diese Methode nicht geeignet.

Für wen geeignet? „Bei kleinen, im vorderen Kiefer gut sichtbaren Fehlstellungen empfehle ich diese Methode. Sie ist eine angenehme und günstige Alternative zu anderen Regulierungen“, weiß Eltz. „Denn man kann mit LMTM keine sehr großen Bewegungen machen. Viele meiner Patientinnen sind bereits 40 oder älter. Ihre Zähne haben sie immer schon gestört. Sie erfüllen sich mit den Brackets ganz unauffällig einen Herzenswunsch.“ Auch wenn die Zähne bereits aufwendig gerichtet wurden, sich aber wieder verschoben haben, empfiehlt sich diese Technik.

Kosten. Eine Lingual-Minor-Behandlung kostet etwa 2.000 bis € 2.400 Euro.

MEHR über die neuen sanften Methoden finden Sie in WOMAN 14/2012.

Redaktion: Barbara Schaumberger