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Entgiften: Was steckt dahinter?

Eine Entschlackung verbessert sich etwa das Hautbild deutlich. Die Schulmedizin kennt Schlacken nicht und kritisiert die Ungenauigkeit der Definition, in der alternativen Medizin boomt die Entgiftung. WOMAN hat Dr. Martin Winkler gefragt.


Entgiften: Was steckt dahinter?
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WOMAN: Was genau sind Schlacken?

Winkler: Der Begriff Schlacke kommt eigentlich aus der Metallverarbeitung und bezeichnet Verbrennungsrückstände, er ist also etwas unglücklich gewählt. Tatsächlich verarbeitet unser Stoffwechsel alle Bestandteile der Nahrung. Es gibt aber Zwischen- und Abfallprodukte, wie z. B. Cholesterin oder Harnsäure, die auch im Blut messbar sind. Beim Detoxen geht es darum, diese Stoffe vermehrt auszuscheiden.

WOMAN: Macht eine Detox-Kur schulmedizinisch Sinn?

Winkler: Die Schulmedizin rät zu Phasen der Entlastung wie Dinner-Cancelling oder zumindest fünfstündigen Pausen zwischen den Mahlzeiten. Das unterstützt den Stoffwechsel dabei, alte Ablagerungen aus dem Körper auszuscheiden. Man wird dadurch fitter, die Zellregeneration funktioniert wieder besser. Detoxen oder Entschlacken hat genau diesen Effekt.

WOMAN: Was muss man bei einer Detox-Kur besonders beachten?

Winkler: Am Anfang stehen eine ärztliche Untersuchung und eine Blutanalyse, um eventuelle Mängel festzustellen. Wichtig zur Anregung der Entgiftung ist Bittersalz. Trinke jeden Tag in der Früh auf nüchternen Magen ein Glas Wasser mit einem gehäuften Teelöffel davon, das regt die Verdauung und damit die Ausscheidung an. Spezielle Reduktionskost, am besten in Absprache mit dem Arzt, unterstützt das Entgiften. Trinke ausreichend Wasser und Kräutertee dazu, und bewege dich viel. Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper ist sehr wichtig. Achte auf Änderungen in Ihrem Empfinden. Dann wirst du bald die Wirkung der Kur spüren.