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Epsom Salz: Kann man in der Badewanne abnehmen?

Gwyneth Paltrow schwört darauf: Bäder in Bittersalz für die schlanke Figur. Aber kann man mit Epsom Salz wirklich in der Badewanne abnehmen? Die Fakten:

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Epsom Salz: Kann man in der Badewanne abnehmen?
© iStockphoto

"Jeden Abend", so flötet es Hollywood-Star und Gesundheits-Apostel Gywneth Paltrow dem Online-Magazin des Luxus-Stores Net-A-Porter, "lege ich mich in eine Badewanne mit Epsom Salz. Das verbessert meine Haut und sorgt dafür, dass ich abnehme."

Epsom Salz? Gibt es wirklich ein Wundersalz, dank dem man in der Badewanne abnimmt? Zunächst mal die Theorie.

Wie soll Epsom Salz wirken?

Epsom Salz wird auch Magnesium Sulfat genannt. Zuerst wurde das Bittersalz übrigens im Haushalt, als Gartendünger und als Abführmittel verwendet ... erst später fand die Wellness-Branche einen neuen Verwendungszweck für den Mineralstoff, der entspannend wirkt und verkrampfte Muskeln lockert.

Magnesium und Sulfate sind wichtig für die Biochemie des Körpers. Magnesium reduziert unter anderem Entzündungen, reguliert die Verarbeitung bestimmter Enzyme und wirkt sich positiv auf die Funktionalität der Nerven und Muskeln aus. Sulfat spielt eine Rolle bei der Strukturierung des Gehirngewebes und der Gelenkproteine. Es unterstützt den Körper bei der Entgiftung und hilft bei der Nährstoffaufnahme.

Kann man mit Epsom Salz abnehmen?

Aber ist es – so wie Gwyneth Paltrow behauptet – möglich, mit etwas Epsom Salz in der Wanne abzunehmen?

Dazu gibt es zwei Theorien. Die Erste: Wir schwitzen beim Baden durch die Bittersalz-Beigabe kräftiger, verlieren also damit Gewicht. Könnte minimal stimmen, trifft aber auch bei allen anderen heißen Bädern sowie Saunabesuchen zu. Und: Der Gewichtsverlust würde einzig und alleine durch den Flüssigkeitsverlust eintreten. Ein echtes "Abnehmen" durch Fettverbrennung findet aber nicht statt

Eine andere These: Das Bad in Magnesiumsulfat soll die Bauchspeicheldrüse anregen, Verdauungsenzyme zu produzieren. Die Bauchspeicheldrüse hat zwei wichtige Aufgaben: Sie stellt dem Körper Hormone zur Regulierung des Blutzuckerspiegels (Insulin und Glukagon) und die Enzyme für die Verdauung der Nahrung zur Verfügung. Wenn die sich also durch ein Bittersalzbad anregen ließe, könnte es möglicherweise langfristig zu einem Gewichtsverlusts kommen. Eine aussagekräftige Studie darüber gibt es allerdings bislang ebenfalls nicht.

Entgiftet ein Bad in Epsom Salz?

Wenden wir uns also einem anderem als positiv postulierten Effekt eines Bades in Bittersalz zu: Der Entgiftung. Das Bittersalz im warmen Badewasser soll Giftstoffe aus dem Körper herausziehen und dadurch den pH-Wert des Körpers ins Gleichgewicht zu bringen. Soweit klingt das ganz gut. Das Thema Entschlackung ist allerdings ein medizinisch sehr umstrittenes, denn dass sich Schadstoffe im Körper ablagern, die wir durch Ernährung, Fasten oder Trinken wieder aus unserem Körper leiten können, ist nicht bewiesen.

Das kann Epsom Salz wirklich

Ist also alles Humbug und Scharlatanerie? Nein. Magnesium ist wichtig für die Stressbewältigung, den Flüssigkeitshaushalt, die Verlangsamung von Alterungsprozessen und für die Beruhigung des Nervensystems. Was tatsächlich nachgewiesen ist: Nach einem 12-minütigen Bad mit empfohlenen 400 Gramm Magnesiumsulfat hatten Sportler tatsächlich einen signifikant erhöhten Magnesiumspiegel. Das Wasser macht die Haut nämlich durchlässiger, so kann sich Magnesium seinen Weg ins Blut bahnen.

Bei Schuppenflechte und stressbedingten Symptomen setzen Balneologen ebenfalls auf Epsom-Salz. Es bindet die Feuchtigkeit in der Haut und macht die Haut weicher. Wer trockene Haut hat, sollte aber noch einen Öl-Zusatz ins Bad geben!

Thema: Diät