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Equal Pay Day 2019

Dieses Jahr fällt der Equal Pay Day in Österreich auf den 21. Oktober. Was das bedeutet und warum ihr eigentlich sofort eure Sache packen und heim gehen solltet. ;-)

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Equal Pay Day 2019
© iStock

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit? Eine Forderung, die so vermutlich wohl jedeR unterschreiben würde. Klingt so logisch. Klingt so einfach. Ist es aber anscheinend nicht. Noch immer wurde die sogenannte "Lohnschere" oder der "Gender Pay Gap" nicht geschlossen. Wenn es mit der gleichen Geschwindigkeit weiter geht wie bisher, dauert es noch ganze 80 Jahre bis Gleichberechtigung erreicht ist - diesen Befund liefert der Gender Equality Index der EU für Österreich.

Der 21. Oktober ist dieses Jahr deshalb der Equal Pay Day in Österreich. Das ist statistisch gesehen jener Tag, an dem Männer bereits das Einkommen erreicht haben, für welches Frauen noch bis Jahresende arbeiten müssen. Frauen arbeiten somit 72 Tage "gratis" - im Vergleich zum Vorjahr ist dies zwar eine kleine "Verbesserung", aber eben noch immer ein Unterschied von mehr als zwei Monaten. In Zahlen ausgedrückt heißt das: Für die gleiche Arbeit verdienen Frauen 19,7 Prozent weniger als Männer. Ihnen entgehen damit 10.248 Euro im Jahr und sie arbeiten 72 Tage unbezahlt.

Mit Gehaltstransparenz Gender Pay Gap schließen

In einer Ende 2018 durchgeführten Erhebung unter XING-Mitgliedern sprechen sich 80 Prozent für Gehaltstransparenz innerhalb der eigenen Organisation aus. Zwei von drei Befragten sind der Meinung, dass die Veröffentlichung der Gehälter zu einem Ausgleich führen würde. "Wir sind der Meinung, dass Gehaltstransparenz ein Weg wäre, um Vielem vorzubeugen, auch den ungleichen Gehältern von Männern und Frauen", so beispielsweise Sandra Bascha, Manager Corporate Communications Austria von NEW WORK.

In Deutschland gibt es seit Anfang 2018 das Entgelttransparenzgesetz, das für Unternehmen ab 200 Mitarbeitenden verpflichtend ist und auch dazu beitragen soll, Gehaltslücken zwischen den Geschlechtern zu verringern. Auch in Österreich müssen Unternehmen ab 150 Mitarbeitern die Gehälter ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nach Geschlecht aufgeschlüsselt offenlegen - allerdings nur die Durchschnitts- und Mediangehälter in den jeweiligen Verwendungsgruppen.

Zukunft der Arbeit: Gender Equality einer von 15 Trends

Auch das New Work Trendbook widmet sich Gender Equality als einem von 15 Trends zur Zukunft der Arbeit. Doch die Prognose ist düster: Wenn sich aktuelle Entwicklungen fortsetzen, reichen auch die kommenden Jahre nicht annähernd aus, um eine Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen im Berufsleben zu erreichen. Zu gering fallen die Fortschritte der vergangenen Jahre aus. Mehr als jedes dritte XING-Mitglied gibt an, dass im eigenen Unternehmen Männer nach wie vor bevorzugt werden.

"Wenn sich aktuelle Trends fortsetzen, wird es den Equal Pay Day auch in den nächsten Jahren noch geben, da die Fortschritte in der Annäherung der Gehälter von Männern und Frauen zu gering sind. Allerdings gibt es natürlich auch Unternehmen, die hier Vorreiter sind und für die faire Gehälter sowie Gehaltstransparenz Selbstverständlichkeiten sind“, so Sandra Bascha abschließend.

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