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Er möchte, dass ich ihm kurze Pornos von mir schicke

Du hast eine dringende Frage zu deiner Partnerschaft? Unser Experte berät dich realistisch, aus männlicher Sicht und mit viel Herz.


Er möchte, dass ich ihm kurze Pornos von mir schicke
© istockphoto.com

Ich (44) habe vor drei Jahren einen Mann kennengelernt (55). Im Alltag gibt es sehr viele Reibereien und trotzdem eine starke Verbundenheit und Liebe. Bevor er mich kennengelernt hat, war er ein fleißiger Internetpornokonsument – täglich zum Onanieren. Er sagt, dann sei das "gleich erledigt". Es baue so rasch seine Spannung ab. Nun möchte er, wenn er unterwegs ist, von mir sogenannte Kurzpornos auf sein Handy geschickt bekommen. Er sagt, es freue ihn sehr, von MIR so ein Geschenk zu bekommen. Meine Fragen: Verkaufe ich mich zu billig? Was bedeutet das für einen Mann, wenn seine Freundin das für ihn macht? (Besitz/Dominanz?/wirkliche Freude?) Bin ich eine von vielen im Pornodschungel? Werde ich ihm als Pornodarstellerin irgendwann fad, und wo tut er mich dann hin? Wie kann ich damit umgehen, dass mein Partner neben viel Sexualität auch noch zusätzlich Pornos schaut? Er beteuert immer wieder, wie sehr er mich liebt. Aber ich weiß nicht, ob ich ihm vertrauen kann.

Dr. Schmitz: Sich von seiner Freundin reizen zu lassen, bedeutet – sich von seiner Freundin reizen zu lassen. Sie fühlen sich vermutlich bei diesen Filmchen nicht wohl, weil sie sich nicht sicher sind, ob es wirklich um Sie geht. Vielleicht können Sie es so sehen: Wenn es ihm um beliebige Stimulation ginge, könnte er sich jederzeit aus dem Netz bedienen. Aber er will Sie. Er lässt Sie seine Fantasiewelt erobern. Das könnten Sie sogar als Kompliment empfinden. Freilich, in seinem Kopfkino wird sich sicher noch einiges anderes abspielen. Erwarten Sie nicht, dass er Ihnen alles erzählt. Jeder/jede darf eigene Fantasien haben und die für sich behalten. Er lässt sich sicher nach wie vor von Pornos anturnen. Aber er freut sich, wenn Sie in seinen Filmen die Hauptrolle spielen. Sie bleiben dabei seine Freundin. Sie müssen sich nicht blöd und nicht abgewertet vorkommen. Sofern Sie sonst Sex haben, bei dem Sie spüren, dass Sie als ganze Person gewollt und begehrt sind. Bei Pornos geht es nur um Körperteile, die aufgeilen. Mal so, mal so. Meist in Nahaufnahme. Es geht nie um Personen. Wenn Sie zusammen sind, sehen Sie sich beim Sex an? Schauen Sie sich in die Augen? Fühlen Sie, dass es um Sie geht? Dann können Sie ihm gelegentlich ruhig einen persönlichen Kurzporno schicken. Wenn er Ihnen versichert, dass außer ihm niemand sonst – jemals – diese Bilder sieht.

Du hast eine Frage an Dr. Michael Schmitz (schmitz.at)? Dann schicke dein Anliegen per Mail an fragensiedoch <AT> woman.at.