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Erfinderin des Minirocks wird 80

Im Modebereich ist es ziemlich schwer einen "Erfinder" zu nominieren. Doch was den Minirock betrifft, so steht es ohne Zweifel fest: Mary Quant! Am 11. Februar feierte sie ihren 80.Geburtstag.

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Erfinderin des Minirocks wird 80
© GettyImages

Der lange Streit, wer nun wann den Minirock erfand, ist im Grund nicht mehr zu lösen. Es ist aber bezeichnend, dass besonders oft - auch von Kolleginnen und Kollegen aus der Modebranche - die Londonerin Mary Quant als Urheberin genannt wird.
Die Designerin war jedoch so klug, die Urheberschaft nicht für sich allein zu beanspruchen. Sie war es aber, die dem kleinen Stückchen Stoff einen Namen gab: Mini , benannt nach ihrem Lieblings-Auto: "Die Mädchen von der King’s Road haben den Minirock erfunden. Ich hatte die Röcke schon kurz gemacht, aber die Kundinnen wollten es immer kürzer haben.“

Mary Quant studierte am Goldsmiths College in London Illustration und eröffnete mit Alexander Plunket Green - er hatte 5000 Pfund geerbt und wurde später ihr Ehemann- im Jahr 1955 die Boutique Bazaar an der King's Road.
Als die Britin schließlich im Jahr 1962 den Minirock entwarf, war er mehr als ein kurzes Stück Stoff – die nackten Beine symbolisierten Freiheit und Selbstbewusstsein . Dieser Freiheitsdrang entsprach vollkommen der damaligen Zeit und natürlich ging es Quant ums Provozieren: "Guter Geschmack ist tödlich, nur das Vulgäre lebt!"
Neben der Rocklänge, revolutionierte Quant aber auch die Art und Weise, wie Mode ver- und gekauft wurde. Auf die Frage, ob sie sich vorstellen könne, dass jemals ein Modetrend nochmals solche gesellschaftlichen Umschwünge symbolisieren kann, antwortete Quant: "Es wäre sehr schwer, heute noch irgendetwas zu tun, dass so starke Auswirkungen haben könnte. Denn Mode hat nicht mehr die Symbolkraft, die sie einst gehabt hat."

Ready-to-wear
"Mode war damals nicht für junge Menschen gemacht. Sie war zu teuer und nicht alltagstauglich", erinnerte sich die Modeschöpferin später. Daher setzt sie sich ein Ziel: "Ready-to-wear" - unkomplizierte und preiswerte Mode.
Ihr Konzept: Simple Formen in starken Farben wie Pflaume, Purpur-Rot oder Grün. Ebenso gehörten Lacklederstiefel mit hohem Schaft zum typischen Quant-Stil. Deshalb auch war sie es, die wie kaum eine andere den bis heute berühmten London-Look prägte.
Neben der Kleidung waren es aber auch die aufwendig dekorierten Schaufenster, die Kundinnen in ihren Laden zogen. Und so kam es, dass ihre Mode im Jahr 1963 bereits so erfolgreich war, dass Quant ein zweites Geschäft aufmachen konnte.
Eine große Kaufhauskette schickte ihre Designs schließlich in die in die Massenproduktion und verkaufte sie auf dem US-Markt, sodass die Marke Quant bald auf der ganzen Welt zu sehen war. Und so kam es, dass sie im Jahr 1966 von der Queen mit einem Verdienstorden ausgezeichnet wurde.

Heute lebt die einstige Mode-Revolutionärin verwitwet auf dem Land, wo sie sich einer weiteren Leidenschaft, der Gartenarbeit, hingeben kann. Hier feierte sie auch am 11.Februar gemeinsam mit ihrem Sohn und ihren drei Enkelkindern ihren 80. Geburtstag.
Unter den derzeitigen Modetrends gibt es keinen, der ihr Sorgen bereite, sagt sie. Ihr persönliches Lieblingskleidungsstück ist allerdings ein absoluter Klassiker: Das an französische Fischer-Hemden angelehnte, gestreifte Breton-T-Shirt.
Für das nächste Jahrhundert braucht Frau ihrer Ansicht nach vor allem eines: Schwarze Strumpfhosen, denn "die ärmsten Kleider machen einfach Riesen-Spaß."

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