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Erfundenes Restaurant in London landet auf Platz 1 bei TripAdvisor

„The Shed at Dulwich“ war Londons bestbewertestes und beliebtestes Restaurant auf TripAdvisor. Nur blöd, dass es eigentlich gar nicht existiert.


Erfundenes Restaurant in London landet auf Platz 1 bei TripAdvisor

Wie wäre es mit einem Besuch in der Gartenlaube?

© istockphoto.com

Bei der Urlaubsplanung schauen wir gerne auf TripAdvisor nach den besten Restaurants, Lokalen und Sehenswürdigkeiten für die jeweilige Stadt. Das „The Shed at Dulwich“, auf Deutsch „Gartenlaube“, war ein einzigartiges und beliebtes Restaurant in London. Die Warteliste für eine Tischreservierung war bereits so lang, dass das Lokal Wochen im Voraus ausgebucht war. Auf der Plattform TripAdvisor schaffte es die Gartenlaube binnen kürzester Zeit auf Platz 1 der beliebtesten Restaurants Londons und stellte seine Mitkonkurrenten in den Schatten.

Klingt ja viel zu schön, um wahr zu sein. In der Tat, denn die Gartenlaube existiert gar nicht. Oobah Butler, ein freiberuflicher Journalist, nahm sein Haus – eine Art Schuppen oder auch Gartenlaube in der Dulwich-Gegend in Süd-London - als Inspiration für ein neues Restaurant-Konzept und veröffentlichte seine Idee „The Shed at Dulwich“ auf TripAdvisor.

Kurz darauf erstellte er eine Website und ein Menü, wo die Gerichte „Lust“, „Happy“, „Love“ und „Comfort“ hießen, machte Essensfotos, auf denen gar kein Essen zu sehen war, sondern Rasierschaum und Spülmschinentaps schön in Szene gesetzt wurden und beauftragte seine Freunde damit Bewertungen für das Restaurant auf TripAdvisor zu hinterlassen. Er wies sie an, nicht zu übermäßig nett zu schreiben, sondern auch Kleinigkeiten zu erfinden, die zwar nicht perfekt, aber nicht sonderlich störend für den Restaurantbesuch wären. Die Bewertungen sollten so echt wie möglich klingen.

So war die Eröffnung der Gartenlaube...

Dank insgesamt 96 Bewertungen, schaffte es Butler im November auf Platz 1 der besten Londoner Restaurants. Damit hatte er niemals gerechnet, also entschloss er sich sein erfundenes Lokal für einen Abend „wahr“ werden zu lassen. Er kaufte sich ein PrePaid Handy, um Reservierungen entgegennehmen zu können und gab umgerechnet knapp 35 Euro für isländische Fertiggerichte aus dem Supermarkt aus, die er schön platzieren und seinen Gästen vorsetzen würde. Die Hälfte der Gäste waren aber seine Freunde, die andere Hälfte Fremde, die sich auf dieses einzigartige Erlebnis freuten. Nur blöd, dass Butler ein wichtiges Detail vergessen hatte. Sein Restaurant hatte er auf TripAdvisor als vegetarisch gelistet, seinen Gästen tischte er aber Hühnchen auf. Eine schlechte Bewertung bekam er deshalb aber trotzdem nicht. Das Essen muss ja wirklich sagenhaft gewesen sein. Wer wohl der Koch war?

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Seine Aktion veröffentlichte er im Vice Magazin. Seitdem ist die Restaurantseite nicht mehr auffindbar und das Posting auf TripAdvisor gelöscht. Butler wollte sich damit eigentlich nur einen Spaß erlauben, aber er hat gezeigt, dass nicht alles Gold ist, was im Internet glänzt und man beim Surfen immer Acht geben sollte, sonst landet man beim nächsten Städtetrip ebenfalls in einem Fake-Restaurant.

Und was sagt TripAdvisor dazu?

Die finden die Aktion überhaupt nicht lustig.

Thema: Reise