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Niemals aufgeben: Diese Frau hat Rollstuhl-Poledancing erfunden

Sie hat einen Wirbelsäulenschaden, seit sie ein kleines Mädchen ist, doch das hat sie nie von ihrer sportlichen Ader abgehalten: Erin Clark hat Rollstuhl-Poledance erfunden.

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Rollstuhl Poledance
© instagram.com/erinunleashes

Schon als Kind hat Erin Clark ihre sportliche Seite ausgelebt. Sie liebte das Reck am Kinderspielplatz und hatte ein Faible fürs Tanzen. Dass sie aber lange Zeit ihre Sportlichkeit ignorierte, lag nicht an mangelnder Motivation oder zu wenig Zeit. Sie wollte einfach den gesellschaftlichen Vorstellungen entsprechen; sich anpassen. Denn Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung sind nicht sportlich. Bei Menschen mit einer körperlichen Beeinträchtigung möchte man doch den physischen Aspekt am liebsten ignorieren, meint Clark.

»Ich tanzte endlich wirklich!«

Und so schrieb sie, sang sie und achtete nicht auf ihren Wunsch, sich mehr körperlich zu betätigen. Bis sie schließlich doch nachgab und Tuchakrobatik für sich entdeckte. Aus dem Rollstuhl heraus erklomm die Amerikanerin die meterlangen Tücher und wurde so gut in diesem Metier, dass sie an großen Wettbewerben teilnehmen konnte. Und genau dieser Ehrgeiz und die Liebe zum Sport führten dazu, dass sie etwas ganz Neues probieren wollte: Poledance.

Zuerst imitierte sie 'nur' die bekannten Figuren und Drehungen, doch schon bald integrierte sie auch ihren eigenen Rollstuhl in die Choreographien. "Als ich das erste Mal meinen Rollstuhl miteinbezog, merkte ich, dass ich etwas Besonderes entdeckt hatte: Ich tanzte endlich wirklich!", sagt die Sportlerin in einem Video von Buzzfeed. Wie schon bei der Tuchakrobatik, probierte es Clark auch mit Poledance-Wettbewerben, wo sie auch gegen gehende Menschen antrat.

Und sie ist nicht die Einzige, die mit diesem ungewöhnlichen Sport ihr Selbstbewusstsein aufgepolstert hat. Auch andere Frauen mit körperlichen Beeinträchtigungen haben sich am Rollstuhl-Poledance versucht. So etwa die Britin Danielle Smith, die nach einer Wirbelsäulen-OP durch Poledancing wieder zu sich gefunden hat. Und Georgina Hurst, die seit einem Autounfall im Rollstuhl sitzt, merkte, dass ihre Muskeln durch den Sport an der Stange wieder neu belebt wurden.

Erin Clark will mit ihren sportlichen Aktivitäten aber nicht nur andere motivieren, sondern auch ein Bewusstsein dafür schaffen, dass auch körperliche beeinträchtigte Personen ein Recht auf Sportlichkeit und Fitness haben. Vor allem in jenen Bereichen, die als sexy, exotisch oder tänzerisch angesehen werden, sind Personen wie Clark und Co einfach unterrepräsentiert. Und genau das möchte Erin Clark ändern.