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Dein Anti-Viren-Programm

Unmengen Vitamin C, Desinfektionsmittel in der Tasche, ein Bogen um Menschenmassen - was beugt Erkältungen wirklich vor? Wir beantworten die wichtigsten Fragen und stellen die besten Hausmittel vor.

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Dein Anti-Viren-Programm
© Thinkstock

Ungefähr 200-mal sind wir in unserem Leben erkältet. Husten, Schnupfen, Kopfweh und Fieber stehen auf dem Programm. Wie aber kann man sich wirksam vor Infekten schützen? Was hilft, wenn man die ersten Anzeichen spürt? Und welche der folgenden Fragen Verkühlungen betreffend stimmen wirklich?

1

Beugt eine Grippeschutzimpfung Erkältungen vor? Nein. Die Grippeimpfung schützt nur vor dem aktuellen Influenzavirus - also vor der echten Grippe und nicht vor Erkältungen, auch wenn diese gerne als grippale Infekte bezeichnet werden. Idealerweise sollte die Impfung bis November durchgeführt werden. Der Impfschutz tritt bereits ein bis zwei Wochen nach der Impfung ein. Grippehochsaison ist meistens von Jänner bis Februar. Bei Risikogruppen wie älteren Leuten, Kindern, Menschen mit chronischen Erkrankungen sowie Schwangeren und allen, die viel mit diesen Personengruppen zu tun haben, macht die Impfung schon Sinn.

2

Kann man Erkältungsviren mit Desinfektionsmitteln abtöten? Nein. Leider überleben die Viren sowohl den Kontakt mit Alkohol als auch den mit Seifenlösungen. Allerdings können sie mit Seife und Wasser abgespült werden. Studien zeigen, dass häufiges Händewaschen die Gefahr von Atemwegserkrankungen um fast die Hälfte senken kann. Beachte: Richtiges Händewaschen dauert so lange wie zweimal "Happy Birthday“ singen.

3

Werden Verkühlungen nur durch Husten und Niesen übertragen? Ja und nein. Erkältungsviren werden über winzig kleine Tröpfchen verbreitet, die beim Husten und Niesen in die Luft gesetzt werden. Allerdings können diese auch auf den Händen der Erkrankten sitzen, wenn die Betroffenen etwa beim Niesen die Hand vor den Mund gehalten haben, und beim Händeschütteln weitergegeben werden. Auf glatten Oberflächen überleben sie bis zu drei Stunden. Übrigens: Um beim Husten und Niesen nicht von den Tröpfchen "getroffen“ zu werden, muss der Abstand zum Erkrankten mindestens fünf Meter betragen.

4

Sollte man in der Erkältungszeit Menschenansammlungen ganz meiden? Nein. Wo viele Menschen sind, ist zwar auch die Wahrscheinlichkeit höher, dass mehrere erkältete Personen darunter sind. Allerdings schafft es ein gesundes Immunsystem locker, mit einer solchen Belastung umzugehen, und profitiert sogar noch davon. Denn es wird dabei auch trainiert. Abgesehen davon geht von einer häufig frequentierten Türklinke eine höhere Gefahr aus als von einer Menschenansammlung.

5

Sollte man, wenn man krank ist, so viel Vitamin C wie möglich konsumieren? Nein. Der Körper kann große Mengen Vitamin C nicht speichern und scheidet diese unverarbeitet wieder aus. Der tägliche Bedarf einer Frau liegt bei 100 mg. Wer also Grippemittel mit Vitamin C einnimmt, muss nicht noch zusätzlich Unmengen von Vitamin-C-haltigem Gemüse und Früchten essen. Wer es gerne natürlich mag: Reichhaltige Vitamin-C-Lieferanten sind Sanddornbeere (gibt es als Saft im Drogeriemarkt), Petersilie, Brokkoli, Paprika, Spinat, Kiwi und Zitrusfrüchte.

6

Bekommt man Erkältungen nur, wenn es kalt ist? Nicht ausschließlich, aber öfter. Man kann sich auch im Sommer verkühlen, aber in der kalten Jahreszeit passiert es leichter. Die Heizungsluft trocknet die Schleimhäute aus und mindert deren Barrierefunktion. Deswegen sollte man die Räume regelmäßig lüften, und zwar nicht einmal lange, sonst kühlt der Raum zu sehr ab, sondern lieber stoßweise. Auch das Aufstellen nasser Wäsche hilft, die Luftfeuchtigkeit zu erhalten.

7

Sind Antibiotika ein wirksames Mittel gegen Erkältungsviren? Nein, denn Antibiotika wirken gar nicht. Sowohl eine Erkältung als auch eine echte Grippe werden von Viren übertragen. Antibiotika bekämpfen Bakterien. Es kann aber sein, dass noch eine bakterielle Infektion wie z. B. eine Bronchitis hinzukommt, weil der geschwächte Körper es nicht schafft, diese Keime abzuwehren. Dann wären zusätzlich Antibiotika notwendig.