Ressort
Du befindest dich hier:

Lüg' mich nicht an!

Drei Ex-CIA-Agenten teilen im neuen Buch "Erkenne den Lügner" ihre Erfahrungen beim US-Geheimdienst. Und verraten, wie man der Wahrheit auf die Spur kommt.

von

Lüg' mich nicht an!

Woran erkennt man Lügner?

© Thinkstock/iStock/Tatyana GI

Treffen sich ein Berufsoffizier mit jahrelanger Erfahrung in der Durchführung von Lügendetektortests, ein Lügendetektor-Ermittler aus der Privatwirtschaft und eine Kriminalpsychologin und Undercover-Agentin. Nein, nicht der Anfang eines wirklich komplizierten Witzes – in dieser Zusammenstellung schrieben die ehemaligen CIA-Mitarbeiter Philipp Houston, Michael Floys und Susan Carnicero nun ein Buch über ihre Arbeit.

"Erkenne den Lügner“ (mvgVerlag, Euro 16,99,- ) versteht sich als Anleitung, wie man sein Gegenüber durchschaut, kleine Lügen aufdeckt und der Wahrheit auf die Spur kommt? Wissen, wann man angelogen wird – wer von uns wollte derlei nicht schon einmal wissen? Oder durch spezielle Fragetechnik den Gesprächspartner dazu bringen, sich selbst zu verplappern...

Wollen wir angelogen werden?

Das Buch punktet mit Beispielen aus der Geheimdienst-Praxis, die meisten davon lassen sich aber auch im Alltag umsetzen. Denn anwendbar sind die Fragetechniken natürlich nicht nur bei Agenten, sondern auch dann, wenn wir das Gefühl haben dass unser Kind in Bezug auf die Hausaufgaben schwindelt oder der Freund eventuell nicht die ganze Wahrheit über den Verlauf des gestrigen Abends berichtet.

Aber warum kann man uns überhaupt anlügen? Weshalb erkennen wir es nicht sofort, wenn uns jemand die Unwahrheit ins Gesicht sagt?

1

Wir sind fest überzeugt, dass uns niemand anlügen wird. Manchmal wollen wir einfach glauben, dass uns das Gegenüber nicht anlügt, weil er uns sympathisch ist, uns leid tut oder weil wir nun einmal nicht angelogen werden wollen, vor allem nicht von Menschen, die uns nahe stehen.

2

Wir haben falsche Vorstellungen vom menschlichen Verhalten. Was als "typische Verhaltensweisen" dargestellt wird, wird meist nict mit ausreichend Beweisen belegt – oder ist zu simpel gestrickt.

3

Komplexe Kommunikation. Verbale und vor allem nonverbale Signale werden oft zu schnell (und falsch) von uns interpretiert.

4

Menschen sind voreingenommen. In dem Buch mit Fakten belegt: Einem jungen Mädchen glaubt man mehr als einem älteren Mann. Leidet ein Mensch unter einer schweren Krankheit, dann will man ihm auf jeden Fall glauben.

Mit diesem Wissen, so die Autoren, solle man nun versuchen, seine Psyche daran zu hindern, Verhaltenssignale, die wir normalerweise als "ehrlich" einstufen würden, zu verarbeiten. Was sich aber nicht als Aufruf zum totalen Misstrauen verstanden wissen will - sondern einfach nur dafür, objektiver zu handeln.

So verraten sich Lügner

Lügner versuchen meistens, sich herauszureden. Sie geben zwar auf alles Antworten, nur nicht auf die eigentliche Frage direkt. „Ich bin froh, dass Sie diese Frage gestellt haben“, widersprechen sich. Oder sie gehen zum Angriff über. Sind sie meist zuerst einmal entrüstet. Natürlich gilt das nicht immer. Wer noch mehr wissen will, sollte einen Blick in das Buch werfen. Aber erwarte dir bitte nicht, dass du dadurch einen Riesenvorteil gegenüber allen anderen haben wirst – denn das Buch können schließlich alle kaufen.

Thema: Psychologie