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Frustessen: Was tun?

7-Schritte-Programm: Nicht nur Liebe geht durch den Magen, auch Frust lässt sich mit Essen lindern. Kein Wunder, dass wir bei Problemen vermehrt zugreifen. Ein Trost mit Folgen. Ernährungswissenschaftlerin Martina Tischer verrät, wie du es besser machst.

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Frustessen: Was tun?
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Heute schon genascht? War es mehr ein schnelles Schlingen, oder konntest du die süße Verführung genießen? Leider greifen wir nur allzu gerne zu Naschereien oder laden uns den Teller zu voll - vor allem wenn es uns nicht gut geht. Doch die meist sehr kurzfristige Lösung - Süßes, Salziges und Fettes aktiviert unser Belohnungszentrum im Gehirn - wirft früher oder später neue Probleme auf. Spätestens dann, wenn sich die Wirkung des Seelentrösters auf der Waage zeigt. Ernährungswissenschaftlerin Martina Tischer, Autorin des Buchs "Braucht die Seele Apfelstrudel?" verriet ihr 7-Schritte-Programm für Glück ohne Kuchen, Schokolade und große Portionen.

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Iss nur, wenn du hungrig bist! Viele Leute essen, obwohl sie gar keinen Hunger haben. Mit der Zeit verliert man dann allerdings das Gespür dafür, wann der Körper wirklich nach Nahrung ruft und wann er vielleicht gar nichts braucht. Und wer isst, ohne Hunger zu haben, kann auch nicht satt werden. Daher rät der Profi, zuallererst ein Gefühl für den eigenen Körper zu entwickeln und Hunger bewusst zu spüren. Das ist bei jedem Menschen ganz individuell und kann sich als Grummeln im Bauch genauso bemerkbar machen wie als leichtes Übelkeitsgefühl.

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Iss worauf du Lust hast und was dir guttut! Der nächste Grundsatz ist: Erlaubt ist, was gefällt. Künftig ist Kalorienzählen genauso tabu wie Diäten oder "verbotene Nahrungsmittel". Allerdings sollte man bewusst viel ausprobieren und beobachten, was dem Körper guttut. Dann merkst du ohnehin, wovon du mehr essen könntest und wobei du dich vielleicht doch besser einschränkst, weil es müde macht oder den Hunger nur kurz stillt.

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Genieße jeden Bissen! Nimm dir Zeit zum Essen, und bereite deine Mahlzeiten liebevoll zu. Das beginnt schon beim Einkauf. Bevorzuge österreichische Produkte in Bioqualität, und tue so etwas Gutes. Beim Essen solltest du es langsam angehen und dich ganz auf diese Tätigkeit konzentrieren. Ein laufender Fernseher nebenbei lenkt zu sehr ab. Auch Problem-Gespräche haben am Tisch besser nichts zu suchen!

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Höre auf, wenn du satt bist! Neben dem Hungergefühl geht mit der Zeit auch das Sättigungsgefühl verloren. Um zu wissen, wann man aufhören sollte, muss man auch dieses wieder ganz neu erlernen. Dazu musst du langsam essen. Denn es dauert ein bisschen, bis der Körper dem Gehirn signalisiert, dass er jetzt genug hat. Wer damit aufgewachsen ist, seinen Teller immer leer zu essen, muss jetzt lernen, haltbare Speisen einfach fürs Erste einmal im Kühlschrank zu parken oder wenn notwendig sogar wegzuwerfen. Du tust nichts Gutes, wenn du womöglich den Mülleimer für die ganze Familie spielst.

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Achte auf deine Gefühle! Spüle nicht Emotionen mit Nahrung hinunter. Fühle stattdessen in dich hinein, wie es dir geht: Zorn? Wut? Angst? Ärger? Überlege, was diese Gefühle ausgelöst hat und was du aktiv gegen dieses Problem machen kannst. Ein Tagebuch hilft dir dabei. Denn oft reicht es schon, wenn man die Gefühle jemandem mitteilen kann - und sei es nur ein Tagebuch. Übrigens: Mache Sport, anstatt bei Ärger zur Schokolade zu greifen. Egal, ob Walken, Laufen, Schwimmen, Radfahren - du wirst sehen, danach fühlst du dich definitiv besser. Allein schon, weil du etwas für dich getan hast! Bei wenig Zeit hilft es oft auch, kurz das Fenster zu öffnen und ein paar Mal kurz durchzuatmen. Ein Glas Wasser füllt den Magen und macht einen klaren Kopf.

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Behandele deinen Körper gut! Es mag sein, dass du momentan einige Kilos zu viel auf den Rippen hast, aber das heißt nicht, dass du nicht trotzdem schön bist. Lerne, dich zu akzeptieren, und höre auf, zu glauben, dass das Leben erst anfängt, wenn du schlank bist. Es muss auch nicht jeder dünn wie ein Model sein, das wäre doch auch langweilig! Behandele dich gut, und verwöhne dich mit Bädern und Ölen. Und trage nur Kleidungsstücke, in denen du dich wohl fühlst. du wirst sehen, der Rest kommt dann von alleine, und mit etwas Geduld wirst du dein Wohlfühlgewicht schon finden.

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Nähre deine Seele! Die Waage darf nicht und zu keinem Zeitpunkt bestimmen, ob es deinen an einem Tag gut oder schlecht geht. Lerne, das Leben mit Humor zu nehmen und zu genießen. Denn wer die kleinen Momente voll auskosten kann, wird auch die großen positiver sehen.