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Ernährung: Wie gesund ist Weizen?

Laut aktuellen Ernährungsempfehlungen sollten wir täglich Getreide zu uns nehmen. Doch wie gesund ist Weizen wirklich? Durch Genmanipulation und Züchtungen ist er mittlerweile so verändert, dass unser Körper ihn nicht mehr richtig verwerten kann.


Ernährung: Wie gesund ist Weizen?
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Schon in der Bibel steht: Unser täglich Brot gib uns heute. Das mag vor über 2.000 Jahren auch ratsam gewesen sein. Doch im Laufe der Zeit hat sich unser Grundnahrungsmittel Getreide immer mehr verändert. Genauer gesagt: Der Weizen. Durch Züchtungen und Genveränderungen wurde er
widerstandsfähiger und vor allem ertragreicher. Innerhalb der vergangenen 100 Jahre konnte die weltweite Ernte so um das Zehnfache erhöht werden. Doch aufgrund dieser Veränderungen, die viel schneller passierten, als unser Verdauungssystem sich anzupassen vermag, kann der Körper Weizen nicht mehr oder nur schwer verwerten.

Klebstoff.

Verantwortlich dafür ist das sogenannte Gluten, das Klebereiweiß im Getreide, wie William Davis in seinem neuen Buch "Weizenwampe" ( Goldmann Verlag ) erklärt. Es sorgt dafür, dass der Teig geschmeidig und dehnbar wird und im Ofen schön aufgeht. Durch Züchtungen wurde der Anteil im Weizen stark erhöht. Noch vor rund 50 Jahren enthielt er rund fünf Prozent Gluten. Mittlerweile macht das Klebereiweiß schon gut die Hälfte aus. Inzwischen haben wir uns an weicheres und luftigeres Gebäck und Brot gewöhnt. Deshalb wird der veränderte Weizen auch in vielen Vollkornprodukten eingesetzt. Mit ursprünglichen Getreidesorten wie Dinkel oder Kamut wird Brot viel dichter und härter – dafür ist es aber besser verdaulich.

Symptome.

Viele Menschen können diesen hohen Gluten-Anteil nicht richtig verwerten. Anstatt bereits im Magen aufgespalten zu werden, gelangt er gleich in den Darm. Die Folge: Die Bakterien dort bekommen ein Festmahl, das sie sprießen lässt. Natürlich nicht ohne Nebenwirkungen: Die Mikroorganismen scheiden Gase aus, die Blähungen und Bauchschmerzen zur Folge haben. Weiters kann Gluten zu Entzündungen der Darmzotten (sie filtern die Nährstoffe aus der Nahrung) führen, die im schlimmsten Fall mit der Zeit verkümmern. Durchfall und eine verminderte Nährstoffaufnahme sind vorprogrammiert. Neuen Studien zufolge soll Weizen auch im Zusammenhang mit Diabetes stehen, da er den Blutzuckerspiegel stark in die Höhe schnellen lässt. Die schlimmste Form der Weizenunverträglichkeit ist jedoch die Zöliakie . Menschen mit diesem Problem vertragen überhaupt kein Gluten. Die Darmschleimhaut entzündet sich, und es kommt zu starken Bauchkrämpfen, Durchfall, Übelkeit und Nährstoffmangel. Zöliakie Betroffene müssen komplett auf Klebereiweiß verzichten.

Überfluss.

Weizen kann aber, wie schon erwähnt, auch bei gesunden Menschen zu körperlichen Beschwerden führen. Denn fast mit jeder Mahlzeit nehmen wir das Getreide zu uns. Morgens als Marmeladebrot, mit der Wurstsemmel oder den Frühstücksflocken. Mittags in Form von Nudeln, und abends gibt es eine Jause, oder im Restaurant werden ein, zwei Scheiben Brot genascht. Dazu kommen noch Nachmittagskuchen oder Kekse. Weizen ist also allgegenwärtig.

Alternativen.

Komplett auf Brot zu verzichten klingt im ersten Moment schwer und ist auch nicht einfach. Denn Weizen macht uns zum Teil süchtig. Er regt den Appetit an, und wir wollen immer mehr von dem Zeug. Oder gehörst du zu den Menschen, die nach einem Keks aufhören können? Mit ein paar Tricks geht es jedoch viel leichter: Zum Frühstück gibt es statt des Croissants Joghurt mit frischen Früchten. Auch Eier in jeglicher Form sind der perfekte Start in den Tag. Mittags genießen Sie im Büro einen Teller Oliven mit Käse und eingelegtem Gemüse oder Buchweizenpalatschinken mit Speck und Zwiebeln vom Vorabend. Mit Tomaten und Schafkäse überbackene Hähnchenbrust schmeckt dann abends. Voilà, schon ist der erste Tag ohne Weizen vollbracht. Hilfe bei jeder Form von Unverträglichkeit bietet die Homepage www.mitohnekochen.com . Du gibst deine Unverträglichkeit an (auch mehrere Optionen möglich), und die Datenbank spuckt dazu passende Rezepte aus.

Jasmin Altrock