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Abenteuer erste Beikost!

Oft sind Mütter unsicher, ob sie ihr Baby bestmöglich versorgen. Wie die gesunde Ernährung deines Lieblings von Anfang zum Kinderspiel wird, verrät Ernährungscoach Andrea Sojka.

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Kommentare: 3

Baby kostet von einer Erdbeere, vor sich hat das kleine Mädchen eine Schüssel Obst stehen

So wird gesunde Ernährung zum Kinderspiel!

© Thinkstock

In den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt ist alles neu und aufregend – nicht nur für das Baby, auch für die Mutter. Natürlich will sie das Beste für ihr Kind. Aber das Beste, was ist das nun wirklich?

Zum Thema Babynahrung gibt es so viele Meinungen wie Experten. Dazu kommen noch all die gut gemeinten Tipps von den Freundinnen, der Oma und aus den Internet-Foren. Und mit der Zahl der Ratschläge wächst oft auch die Unsicherheit. Wir baten Ernährungscoach Andrea Sojka von Soulcooking deshalb um ihre besten Tipps.

Andrea Sojka: "Bei meiner Arbeit in der Ernährungsberatung ist mir besonders wichtig, das Vertrauen der Mütter in die eigene Intuition wieder zu stärken. Ihnen Zuversicht zu geben und dazu viele alltagstaugliche Ideen für die erste Beikost, damit es von Anfang an Spaß macht, für den Nachwuchs frisch und gesund zu kochen."

Die erste Beikost fürs Baby:

In den ersten sechs Lebensmonaten erhält das Baby über die Muttermilch alle Stoffe, die es für eine optimale Entwicklung braucht, zufüttern ist also in der Regel nicht notwendig. Ab dem sechsten bzw. siebenten Monat kann man dann mit der ersten Beikost beginnen – hier ein paar wichtige Punkte dazu im Überblick:

1

Warum kompliziert, wenn ́s einfach geht ? Einfache, ungewürzte Breie aus Getreide, dazu Obstmus oder Gemüse, sind für den Anfang optimal (zum Beispiel Karottenmus mit ganz lang gekochtem Reis, dazu etwas Leinöl und ein paar Kräuter). So werden weder die Geschmacksentwicklung noch der Verdauungstrakt des Babys überfordert, der erst mit dem 6. Lebensjahr völlig ausgereift ist. Die Vorliebe für Süßes oder Salziges ist nicht angeboren, sondern anerzogen. Die natürliche Fruchtsüße von Obst reicht völlig aus; Salz und Gewürze belasten den jungen Organismus nur unnötig.

2

Frisch gekocht ist halb gewonnen. Frisch zubereitete Speisen sind das Beste für dein Baby. So nimmt es auch garantiert keine Konservierungsstoffe oder versteckten Zucker zu sich. Da die Verdauung noch nicht so ausgereift ist wie beim Erwachsenen, neigen Babys schneller zu Blähungen und zu weichem Stuhl. Umso wichtiger ist es, keine kalte und rohe Kost oder verschleimende Nahrungsmittel wie etwa Milchprodukte zu verabreichen.

3

Augen auf beim Einkauf – lesen der Inhaltsstoffe ein Muss. Verwende fürs Kochen nur biologische, naturbelassene und ungezuckerte (Achtung auch vor verstecktem Zucker) Nahrungsmittel bester Qualität. Obst und Gemüse aus konventionellem Anbau weist hohe Nitratgehalte sowie erhebliche Spitzmittelrückstände auf. Achtung bei Bananen: Nach dem Schälen unbedingt die Hände waschen, da Bananenschalen besonders stark behandelt werden.

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Veränderungen: Immer sachte. Höchstens einmal pro Woche ein neues Lebensmittel einführen. So lässt sich auch am besten feststellen, ob das Baby etwas gut verträgt oder nicht. Indikatoren dafür sind der Zustand von Haut und Stuhl. Ein und dieselbe Kombination aus Gemüse und Getreide kann man übrigens mehrere Wochen lang füttern, ohne eine einseitige Ernährung des Sprösslings befürchten zu müssen.

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Fein ist fein. In den ersten Beikost-Wochen sollten die Speisen fein püriert sein. Je mehr Zähne dein Baby bekommt, desto gröber kann die Nahrung werden (zum Beispiel Obst reiben und anschließend dünsten). Da Kinder aber grundsätzlich meist nicht ausreichend kauen, empfiehlt es sich, auch später öfters noch Püriertes und/oder Suppen als Mahlzeit anzubieten.

6

Was Babys Bäuchlein guttut und was nicht. Basis der Speisen für Säuglinge und Kleinkinder sollte gekochtes Getreide sein, und zwar nach Möglichkeit glutenfrei (Hirse, Reis, ...). Der glutenhaltige Weizen zum Beispiel belastet die Verdauung und kann Allergien auslösen. Die Getreidebasis mit gekochtem Obst und Gemüse ergänzen. Dazu als Tüpfelchen auf dem I: hochwertige Pflanzenfette und -öle.

7

Was Babys nicht essen sollten. Brot: Es verstärkt die Säurebildung im Körper, verursacht Feuchtigkeit und Schleim. Wenn schon Brot, dann getoastet. Kalte Speisen und Getränke, Rohkost. Viel Käse, Süßigkeiten, Eis. Frittiertes (Pommes), stark Gewürztes, zu Fettes. Kuhmilch und Tiereiweißprodukte. Sie verschleimen den Körper (stattdessen etwa Reismilch verwenden).

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Lieber keine Ausnahmen von der Regel. Wiederkehrende Rituale sind wichtig für das Kind, sie vermitteln ihm Sicherheit und Geborgenheit. Dazu gehört auch ein geregelter Tagesablauf mit fixen Essenszeiten. Die Einnahme der Mahlzeiten soll für dein Baby eine angenehme Erfahrung sein.

9

Wichtig: Geduld und Vertrauen. Dein Kind muss erst nach und nach herausfinden, was ihm schmeckt. Und du musst die Vorlieben deines Kindes kennenlernen. Hab' Geduld und das Vertrauen, dass sich alles zur rechten Zeit einspielt und entwickelt. Alles braucht seine Zeit!

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Wann es variantenreicher werden darf. Wenn dein Baby das erste Lebensjahr vollendet hat, ist die Zeit für eine variantenreichere Ernährung gekommen. Allerdings sollte eine Mahlzeit nicht zu viele verschiedene Getreide- oder Gemüsesorten enthalten - das kann Verdauungsstörungen auslösen. Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin dauert es drei Jahre, bis die Verdauung einigermaßen gut funktioniert. Ab jetzt kannst dem Kind auch „normale“ Speisen anbieten. Ein warmes Frühstück und Abendbreie oder Suppen sind aber weiterhin empfehlenswert. Scharfe Gewürze, Süßigkeiten, Rohkost, süße Getränke etc. sollten auch dann noch die Ausnahme bleiben. Und versuche auch bei der Auswahl des Kindergartens darauf zu achten, dass dein Kind dort frisch Gekochtes aus hochwertigen naturbelassenen Lebensmitteln erhält.

Weitere Infos und Workshops zum Thema gesunde Kinderernährung findet ihr übrigens unter www.soulcooking.at.

Thema: Ernährung

Kommentare

Autor

bitte bei Kritik auch genau sein...."Die Vorliebe für Süßes oder Salziges ist nicht angeboren, sondern anerzogen" schreibt die Autorin und nicht "der Geschmackssinn süß und salzig sind nicht angeboren".

Doris Biricz

Schade, solche Artikel verunsichern Mütter, die besser informiert sind, als die Journalistin

Doris Biricz

Diese Empfehlungen sind veraltet und entsprechen nicht den aktuellen Richtlinien der Argef oder der ÖGKK.
Sehr schlecht recherchiert.
Auf www.richtigessenvonanfangan.at findet man die aktuellen Erkenntnisse der Wissenschaft.
Außerdem findet man Fehler im Artikel wie "der Geschmackssinn süß und salzig sind nicht angeboren" = falsch. Einführun erst nach dem 6.Monat, kein Gluten, und und und