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Der erste Tag im neuen Job: So gelingt der (Wieder-)Einstieg

Egal ob Berufsanfängerin oder Profi: Ein bisschen Lampenfieber ist immer dabei, wenn man "die Neue" ist. Eine Expertin gibt Survival-Tipps und sagt, wie der Jobstart am besten gelingt.

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erster Tag in der Arbeit
© iStockphoto.com

Die ersten 100 Tage sind entscheidend.

In Monat eins nach dem (Wieder-)Einstieg werden die Weichen gestellt, man wird eingeordnet - ob man will oder nicht. "Wer hier ein paar Regeln beachtet, übersteht die Anfangsphase souverän", rät Karrierecoach Doris Bernhard (coach-me-up.at).

"Das heißt: Fragen stellen, zuhören, beobachten, echtes Interesse zeigen und sich aktiv einbringen. In den ersten Wochen geht es vor allem darum, Unternehmen, Kultur, Organisation und Namen zu verinnerlichen." Im zweiten und dritten Monat wird das Wissen verdichtet: "Das hilft auch bei der eigenen Rollendefinition innerhalb des Teams." Vorsicht vor zu schnellen Freundschaften: Erst mal sondieren, nicht überall voller Euphorie mitmachen.

Überlege besser: Was passt wirklich zu mir? Wo will ich meine Stärken einbringen? Zu viel Elan kann sich nämlich auch negativ auswirken, denn, so Expertin Bernhard: "Wer zu rasch vorprescht, riskiert, sich bei Kollegen unbeliebt zu machen. ,Die Neue, die alles besser weiß', heißt es dann. Hier ist Feingefühl gefragt, trotzdem darf man Kreativität und Problemlösungskompetenz zeigen."

Wichtig: Immer darauf achten, andere Ideen oder alte Strukturen nicht abzuwerten, sondern darauf aufzubauen. Das gilt auch für neue Führungskräfte. Ein absolutes No-Go: Ideen von anderen umformulieren und dann als eigene einbringen!

Das Warm-up

Branchennews checken und sich über aktuelle Projekte des Unternehmens informieren - das signalisiert echtes Interesse. Bernhard rät außerdem: "Überlege, wie du dich bei den Kollegen kurz und knackig in ein paar Sätzen vorstellst. Und auch wenn es oberflächlich erscheint - der erste Eindruck zählt. Achte auf deinen Dresscode. Besser in den ersten Tagen einen Tick besser kleiden, bis man ein Gefühl dafür bekommt, wie die Gewohnheiten sind."

Einige Standardfragen gehören bereits vor dem Start geklärt: Wann beginnt und endet der erste Arbeitstag? Wer ist mein Ansprechpartner? Wo muss ich hin? Plus: Bürozeiten, Parkplatz, Zutrittsberechtigungen, Sie/Du-Kommunikation.

Zurück aus der Baby-/ Bildungskarenz

"Die Vorbereitung auf den Wiedereinstieg beginnt bereits beim Ausstieg", weiß Potenzialcoach Doris Bernhard. "Wichtig ist, mit einigen Kolleginnen und Kollegen - wenn auch nur sporadisch - Kontakt zu halten, um informiert zu bleiben. Viele Firmen integrieren ihre Mitarbeitenden auch während Karenzzeiten und laden etwa zur Weihnachtsfeier ein. Da sollte man unbedingt teilnehmen."

Wer aus der Babykarenz zurückkommt, sollte auch unbedingt rechtzeitig die Kinderbetreuung und eventuell neue Arbeitszeiten regeln. Etwa drei bis vier Monate vor Ablauf der Karenz sollte man den Kontakt mit der Chefin beziehungsweise dem Chef oder der Personalabteilung aktiv suchen, um den Wiedereinstieg zu besprechen: Kann man wieder in die alte Position zurück? Was hat sich alles verändert? Welche neuen Projekte gibt es?

Tipp: "Möchte man eine neue Idee einbringen, dann ist dieses Gespräch eine gute Gelegenheit dazu. Man agiert fast mit dem Bonus eines 'Neuen', der frischen Wind ins Unternehmen bringt. Trotzdem solltest du nicht gleich am Anfang alles rumreißen, lieber einen Gang runterschalten." Wer einen gewissen Abstand zum Betrieb hatte, trotzdem aber viel Kompetenz von früher mitbringt, hat einen enormen Mehrwert.

Skeptische Kollegen und Kolleginnen

Oft ist es schwierig, sich in ein Team zu integrieren. Doris Bernhard empfiehlt, in die Offensive zu gehen: "Freundlichkeit, Offenheit, ehrliches Interesse, Unterstützung und viele good vibes, die man selbst ausstrahlt, schwappen schon mal auf andere über." Für alle, die nach einer Pause mies gelaunt in den alten Job zurückkehren, hat Doris Bernhard eine klare Botschaft: In diesem Fall ist es sinnvoller, die Karenzzeit zu nutzen, um sich nach einem neuen Posten umzuschauen. So hart das klingt. Anders tust du dir selbst nichts Gutes."

Thema: Karriere

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