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Der Grund, warum wir uns nie erwachsen fühlen

Die ersten Falten sind da, trotzdem fühlen wir uns nicht erwachsen. Dafür gibt es einen überaus logischen Grund, wie eine Studie jetzt beweist.

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Der Grund, warum wir uns nie erwachsen fühlen
© IStockphoto

Mit 14 dachte ich: Ab 18 bist du erwachsen. Mit 18 hatte ich den Eindruck, dass 25-Jährige irre erwachsen sind. Mit 25 Jahren waren es dann die 30-Jährigen. Und jetzt? Mit Ende 20 habe ich immer noch das Gefühl, nicht wirklich erwachsen zu sein.

Erwachsen, das sind schon die anderen. Die Freundinnen, die bereits Mütter sind. Die geheiratet oder sich eine Eigentumswohnung geleistet haben. Die Fältchen um die Augen bekommen und die am Wochenende lieber einen Ausflug planen, statt mit mir die Nacht zum Tag zu machen. Ist es nur der andere Lebensstil, der bei mir den Eindruck manifestiert, ich sei so viel jünger, so viel unreifer?

Die Wahrheit? Ich bin nicht die Ausnahme, ich bin die Regel.

Erst mit Ende 29 fühlen wir uns langsam erwachsen

Eine Studie der britischen Lebensversicherung Beagle Street ergab, dass sich der durchschnittliche britische Twentysomething nicht wie ein Erwachsener fühlt. Erst mit Ende 29 kommt es zu einem Wechselbad der Gefühle. Und das, obwohl die Hirnreifung evolutionsbiologisch bereits mit 24 Jahren abgeschlossen ist.

Für die Untersuchung wurden 2.000 Menschen im Alter von über 18 Jahren gefragt, welche Ereignisse in ihrem Leben ihnen das Gefühl vermitteln würden, endlich wirklich erwachsen zu sein. Die meisten Menschen, nämlich satte 64%, gaben an: Der Kauf eines Eigenheims wäre ihr Momentum der Reifung. Eltern zu werden würde zumindest 63% der Studienteilnehmer ins Erwachsenendasein katapultieren. Bei ihrer Hochzeit würden sich 53% erwachsen fühlen, das Zahlen einer Pensionsversicherung oder Lebensversicherung wäre für 21% ihr erster richtig "erwachsener" Akt.

Aber warum fühlt sich meine Generation nicht schon früher reif und verantwortungsbewusst (so dies die Kriterien für das Erwachsenendasein sind... )?

Grund Nr. 1 für die Befragten: sie seien noch in finanzieller Hinsicht von ihren Eltern abhängig, weshalb sie sich noch nicht erwachsen fühlten. Auch die Tatsache, dass die meisten Twentysomethings (tatsächlich satte 42%) länger zuhause lebten, als sie es eigentlich vorgehabt hatten, befeuerte das Gefühl der Unselbstständigkeit. Aber auch völlig triviale Gründe wie ihre vermeintlich kindische Leidenschaft für Computerspiele (31%), Kinderfilme (30%) oder Cartoons (29%) sei ausschlaggebend für "Peter Pan"-Tendenzen.

Vielleicht hat sich aber auch die Definition von "Erwachsensein" geändert

Es wäre nun recht simpel, sich über diese verantwortungslose Generation von heute zu echauffieren, die sich weigert, endlich erwachsen zu werden. Aber wenn man genauer hinsieht, dann ist es vielleicht auch möglich, dass wir uns einfach nicht "erwachsen" fühlen, weil die Definition des Begriffes von unseren Eltern geprägt wurde.

Deren Generation hatte nicht mit hohen Studiengebühren oder einer derart hohen Arbeitslosigkeit wie aktuell zu kämpfen. Wer studiert hatte und sich nicht ganz blöd anstellte, fand relativ bald einen Job (ohne sich von schlecht bezahltem Praktikum zu Praktikum zu hanteln). Lernte man jemand Netten kennen, dann zog man zusammen und bekam Kinder, weil es keine flotten Dating-Apps gab, die ständig neue Optionen offerierten.

War also früher alles besser? Natürlich nicht. Aber vielleicht ist es einfach so, dass wir uns in irgendeiner Weise ohnedies schon erwachsen fühlen – aber sich die Definition von "Erwachsen" geändert hat...

Eigentlich bin ich also schon "erwachsen" - nur eben auf meine Art und Weise.

Thema: Psychologie

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