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Erwin Buchinger und Marina Laux im Interview: Jetzt kommt die Ehe & die Karenz!

Weil er noch verheiratet war, wurde ihre Liebe oft angezweifelt. Nun sind der Exminister und seine 25 Jahre jüngere Partnerin Eltern. Uns zeigten sie exklusiv ihr Baby.


Erwin Buchinger und Marina Laux im Interview: Jetzt kommt die Ehe & die Karenz!
© Roland Unger

Aus der Übung ist Erwin Buchinger, 55, nicht gekommen. Auch wenn es seit dem letzten Mal fast drei Jahrzehnte her ist, dass er Windeln gewechselt und Wiegenlieder gesungen hat. „Bei meinen großen Kindern (Maco, 30, und Nina, 26, stammen aus seiner im Herbst 2010 geschiedenen Ehe) habe ich das schon gern getan. Seit unser Benjamin auf der Welt ist, mache ich es wieder. Das ist wie Radfahren, das verlernt man nie!“, herzt
er seinen neun Wochen alten Spross.

Bis dieser während des Shootings in die Hose donnert. Doch anstatt unter medialer Beobachtung nervös zu werden, beginnt der Ex-Sozialminister und nunmehrige Österreichische Behindertenanwalt das italienische Arbeiterlied „Avanti Popolo“ zu trällern und hat den Filius flugs ins Trockene gebracht. Und weil er so gern Papa ist, geht Buchinger ab 1. September in Babypause. Für ganze fünf Monate!

WOMAN: Ganz nüchtern gefragt: Was motiviert Sie, beim Kind zuhause zu bleiben und stinkende Pampers zu wechseln?

Buchinger: Ich will in meiner Partnerschaft alle Pflichten teilen und intensiv Zeit mit Benjamin verbringen. Bei meinen älteren Kindern gab’s diese Möglichkeit nicht. Außerdem hatte ich mit 25 andere Prioritäten: Karriere! Als mein Erstgeborener Maco zur Welt kam, begann ich gerade meinen ersten Job, bei der Geburt meiner Tochter Nina trat ich meine erste Führungsposition an. Ich kam spätabends nachhause, und am Wochenende war ich oft erholungsbedürftig. So habe ich viele Entwicklungsschritte der Kinder versäumt. Jetzt mach ich’s anders, auch wenn mich viele für den Opa des Kleinen halten werden!

Laux: Ich werde dafür von einigen als Rabenmutter abgestempelt, weil ich nur sechs Monate daheim bleibe und beim Wiedereinstieg in der Arbeiterkammer für eine Weiterbildung vier Wochen nach Brüssel gehe. Erwin und Benjamin nehme ich freilich mit! Als Frauenpolitikerin setzte ich mich für Karenzteilung ein und Erwin als Sozialminister für Väterkarenz – das möchten wir nun auch in unserem Leben umsetzen. Wir machen einfach „halbe-halbe“, so wie es selbstverständlich sein sollte. Aber es gibt Leute, die mich fragen: „Hast du Kinder nicht so gern?“ oder „Warum nehmt ihr nur ein Jahr Karenz in Anspruch, gebt ihr den Kleinen dann in die Krippe?“.

WOMAN: Warum tun Sie das wirklich? Wie wär’s mit einer Nanny?

Laux: Ich bin Pädagogin, habe eine Montessori-Ausbildung und weiß, dass Kinder für ihre Entwicklung und Sozialisation andere Kinder brauchen. Außerdem wollen wir unseren Sohn lieber in professionelle Betreuung geben – in Wien gibt es hervorragende Kinderbetreuung. Krabbelstuben und Kindergärten sind Frühfördereinrichtungen.

WOMAN: Wie hoch sind die finanziellen Einbußen, die Sie durch die Väterkarenz in Kauf nehmen?

Buchinger: Fast 50 Prozent. Aber wir leben nicht in Saus und Braus. Ich muss meiner Exfrau ja auch Unterhalt zahlen. Aber dann werden wir halt mehr sparen und statt nach Kambodscha nach Kroatien auf Urlaub fahren.

WOMAN: Ihre Liebe sorgte vor vier Jahren für einen Skandal! Man unterstellte Marina, dass sie Sie nur wegen Ihres Ministertitels krallte.

Buchinger: Ja, wir mussten einiges an Kritik, Schmerz und Spott ertragen. Aber das Vertrauen, dass wir eines Tages normal zusammen sein werden, war immer da. Ich sehe es als großes Glück, ein zweites Mal in meinem Leben so einer Liebe zu begegnen.

Laux: Erwin hat mich nie als Zweitfrau behandelt, zog schnell von zuhause aus. Wäre ich für ihn nur eine Affäre gewesen, hätte er das wohl nicht getan. Mein Bekenntnis zu dieser Beziehung hat wiederum bedeutet, dass ich eine politische Karriere in der Salzburger Landespolitik aufgeben musste. Aber was soll’s! Wir haben uns oft gesagt, „Liebe ist stärker“.

WOMAN: Wann und wo lernten Sie einander kennen?

Buchinger: Schon im Herbst 2004.

Laux: Ich organisierte einen politischen Gesprächsabend. Erwin war als Salzburger Soziallandesrat Gast. Die Unterhaltung bestritten wir, fasziniert voneinander, fast ausschließlich allein. Wir fanden uns spannend, aber dachten beide: Es ist unmöglich!

LESEN Sie das gesamte Interview in WOMAN 04/2011!

Interview: Petra Klikovits