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Pampers statt Politik

Erwin Buchinger und Marina Laux: Er war Minister und verheiratet, sie seine Parteikollegin: Ihre Liebe sorgte für Schlagzeilen. Der Rummel in den Medien hat sich gelegt, dafür geht’s daheim mit Sohn Nummer zwei rund! Buchinger will erneut in Karenz gehen …

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Pampers statt Politik

Happy family.

© Roland Unger

"Häschen hüpf’, Häschen hüpf’ …", singt Ex-Sozialminister und jetziger Behindertenanwalt Erwin Buchinger. Sohn Benjamin, 2, springt dabei wie ein Gummiball auf der Couch auf und ab. Und lacht: "Noch einmal, noch einmal!" Das jüngste Familienmitglied Sebastian, sechs Wochen, schläft währenddessen langsam auf Papas Arm ein. Erwin Buchinger, 57, (er hat bereits zwei erwachsene Kinder aus erster Ehe: Maco und Nina) und Ehefrau Marina Laux, 32, hätten sich nach der Geburt von Benjamin zwar auch über eine Tochter gefreut, doch Marina acht: "Meine Schwiegermutter meinte, 'Wenn du Buben hast, kommen die Mädchen später von ganz allein.' Die Familienplanung betrachten wir vorerst also als abgeschlossen."

»Wir nehmen uns kaum Zeit füreinander.«

WOMAN: Frau Laux, wie bändigen Sie Ihren Männerhaushalt?

Laux: Noch ist alles gut – solange ich das Kommando führe. Es hat sich eben auch bei der Familienplanung bestätigt, dass man die Frauenquote nie den Männern überlassen soll (lacht). Was sich im Gegensatz zu früher geändert hat: Unser Tag beginnt früher und endet später. Und meinen Kaffee trinke ich meistens kalt. Denn sobald die Tasse voll ist, braucht jemand etwas von mir. In unserem Kühlschrank steht jetzt außerdem Smarties-Joghurt und unser Sommerhit 2012 war 'Backe-backe-Kuchen'. In Summe ist alles viel schöner.

WOMAN: So schön, dass auch Sie, Herr Buchinger, wie schon bei Benjamin, wieder in Karenz gehen werden?

Buchinger: Auf jeden Fall! Die fünf Monate zuhause mit Benjamin gehören zu den besten in meinem Leben. Weil ich in dieser Zeit eine Beziehung zu ihm aufbauen konnte, die bis heute anders ist als zu meinen älteren Kindern. Benjamin hat währenddessen laufen gelernt und ich war dabei! Es ist schön, nicht nur der zweite Elternteil zu sein und nur von allem erzählt zu bekommen.

Laux: Ich bin damals nach sechs Monaten Elternzeit wieder zurück in den Job gekehrt, Benjamin hat während Erwins Karenz begonnen, ihn zuerst 'Mamapapa', dann 'Papamama' und schließlich wieder 'Papa' zu nennen. Jetzt hat er zu uns beiden eine gleichwertige Beziehung und muss nicht exklusiv von mir getröstet werden, wenn er sich weh tut. Dieses Mal werde ich bis Anfang 2014 zuhause bleiben.

WOMAN: Weil die frühe Rückkehr zu anstrengend war?

Laux: Nein, schwierig war nur das Weggehen am ersten Tag. Und ohne Flecken und Laufmaschen ins Büro zu kommen.

Buchinger: Marina wurde damals unzählige Male gefragt, wie es funktionieren kann, dass sie ganztags arbeitet. Das wurde ich während ihrer Karenz nie gefragt.

WOMAN: Was war anspruchsvoller: Vollzeitpapa sein oder das Amt des Sozialministers?

Buchinger: Als Vater hatte ich die unmittelbareren Erfolgserlebnisse. Außerdem war mein Sohn Benjamin der härtere Verhandlungspartner.

WOMAN: Sind Sie sich in Erziehungsfragen eigentlich immer einig?

Laux: Nein, schon alleine deshalb, weil es bei mir mehr Regeln gibt als bei Erwin. Die Kinder haben das auch schnell heraußen. Ich werde von Benjamin nie gefragt, ob er fernsehen darf (lacht) . Turnen am Wohnzimmertisch gibt´s bei mir auch nicht.

Buchinger: Und ich freue mich dabei über Benjamins Gleichgewichtssinn.

WOMAN: Kriegen Sie sich dann in die Haare?

Buchinger: Nein, weil wir beide Dickschädel sind. Derjenige mit den besseren Argumenten gewinnt.

WOMAN: Vor sieben Jahren, als Ihre Liebe offziell wurde, hat dies für viel Aufsehen gesorgt, weil Erwin noch verheiratet war. Jetzt sind Sie selbst verheiratet und Eltern zweier Söhne. Wie hat das Ihre Beziehung verändert?

Buchinger: Wir nehmen uns kaum noch Zeit füreinander.

Laux: An unserem Jahrestag waren wir gemeinsam essen. Während ich Sebastian gestillt und gehoppert habe, hat Erwin mit Benjamin die Gaststube und den Garten erkundet …

Thema: Karriere