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"Es ist nie monoton": Gabi und Josef Pröll erstmals und exklusiv gemeinsam im Talk!

Der Finanzminister und seine Frau gaben WOMAN ihr erstes gemeinsames Interview – im Gespräch mit Euke Frank über ihre frühe Hochzeit, das wilde Studentenleben, Kinder, Schule und leidige Gewichtsprobleme.


"Es ist nie monoton": Gabi und Josef Pröll erstmals und exklusiv gemeinsam im Talk!
© Lukas Beck

Er kommt aus Brüssel, sie hat eben die jüngste Tochter Isabella von der
Schule abgeholt. Das Leben der Prölls ist hektisch. Er: ehemals jüngster Minister, seit einem Jahr Vizekanzler; sie: arbeitet halbtags in der Immobilienabteilung einer Versicherung. Die drei Kinder Alexander, 19, Viktoria, 15, und Isabella, 9, brauchen viel Familienzeit. Wie man in all dem Trubel 20 Jahre verheiratet sein kann, ohne dass die Ehe Schaden nimmt, was sie wirklich über Homo-Ehe, Gesamtschule, Studentenproteste und Prölls Handymanie denken, verraten Gabi, 41, und Josef Pröll, 41, erstmals im großen WOMAN-Interview. Treffpunkt vergangene Woche in einem Wiener Gasthaus bei Apfelsaft gespritzt, Bier und Gulasch.

„20 Jahre bedeuten Mut, Energie, Arbeit“
Ihr Mann ist eben aus Brüssel gekommen, muss dann nach unserem Treffen weiter zum nächsten Termin. Ganz ehrlich, Frau Pröll, wann haben Sie zuletzt ein nettes Abendessen zu zweit gehabt?
Gabi Pröll: Erst letzte Woche. Wir waren im Kino, haben uns „Die Päpstin“ angeschaut und sind dann noch eine Kleinigkeit essen gegangen. Das klingt jetzt sehr romantisch, war aber, glaub ich, das erste Mal seit vielen Monaten.

Sie feiern demnächst Ihren 20. Hochzeitstag. Wie schafft man das bei Scheidungsraten von über 60 Prozent, so lange zusammen zu sein?
Josef Pröll: Wir haben uns sehr, sehr früh kennengelernt. Unseren Sohn Alexander sehr früh bekommen. Und uns beide an der Boku (Anm. d. Red: Beide studierten an der Universität für Bodenkultur) inskribiert. Das alles hat uns extrem zusammengeschweißt. Es gab immer wieder Bewegung und Veränderung. Unser Leben ist nie monoton.

Das kann aber auch ordentlich aus der Bahn werfen, die Beziehung auf harte Proben stellen.
G. P.: Ja, aber bei uns hat es genau das Gegenteil bewirkt. Als Studenten hatten wir null Geld, null Erfahrung. In unserem Alter damals, mit 20 oder 21, haben die wenigsten ein Kind gehabt. Wir mussten uns neue Freundschaften suchen, unser Leben neu organisieren, Arbeit organisieren, Kinderbetreuung. Es war immer Tempo in unserer Beziehung. Und nie langweilig.

Ich habe mit dem Pfarrer im niederösterreichischen Radlbrunn telefoniert, der Sie 1989 getraut hat. Und ihn gefragt, was er für das Geheimnis Ihrer langen Ehe hält. Er hat gemeint, „weil die Gabi den Sepp trägt, weil er in ihr seine größte Stütze hat“.
J. P.: Gar keine Frage. Bei so einem rasanten Leben kann man nur erfolgreich sein, wenn man zuhause auch Ruhe findet, wenn man unterstützt wird. Für mich sind Sicherheit und Verlässlichkeit im Privaten wahnsinnig wichtig.
G. P.: 20 Jahre bedeuten ja wirklich 20-mal 365 Tage. Und jeder Tag ist eine Herausforderung, Arbeit, Energie. Es erfordert auch viel Mut. Und, keine Frage, es gibt viele, viele gute Tage, aber es gibt eben auch schlechte Tage. Aber wissen Sie, wir beide sind aneinander gewachsen.

Gab es je in diesen 20 Jahren eine Krise, wo Sie das Gefühl hatten, das geht sich nicht mehr aus?
G. P.: Natürlich streiten wir – so wie jedes Ehepaar.
J. P.: Aber das sind Themen, die es eigentlich überhaupt nicht wert sind …

Was mögen Sie denn am anderen jeweils am liebsten? Und was stört Sie am meisten?
J. P.: Gabi macht sich ein ganz klares Bild vom Leben, von den Umständen. Sie ist konsequent und bodenständig. Offen und ehrlich. Was ich aber überhaupt nicht ausstehen kann, ist (dreht sich auf die Seite), wenn du in Streitsituationen wegläufst und darin die Lösung siehst. Da werd ich narrisch …

Normalerweise laufen doch die Männer weg, wenn’s unangenehm wird. Das macht dann eher die Frauen narrisch, wenn Männer Konflikten so aus dem Weg gehen.
J. P.: Nein, ich will das ausstreiten.
G. P.: Ich denk mir da, ich geh lieber weg, bevor ich was Unüberlegtes sag …

Und was mögen Sie an ihm am meisten? Und was am wenigsten …?
G. P.: Seine positivste Eigenschaft ist seine Begeisterungsfähigkeit. Er ist lebensfroh und gesellschaftsfreudig. Die negativen Eigenschaften hängen mit seiner momentanen Situation zusammen: Sein Kopf ist so voll mit seinem Beruf, mit Fragen und Antworten, da bleibt oft für die Familie zu wenig Zeit zum Zuhören. Und das Zweite, was mir jetzt spontan einfällt: seine Handymanie. Das halte ich nicht aus. In jeder Minute muss das Handy dabei sein.

LESEN Sie das ganze Interview in WOMAN 24/09!