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Exklusiv im Gespräch mit der Oma und der Mutter des Mörders des kleinen Cain

Der schreckliche Tod des kleinen Cain erschüttert Österreich. WOMAN gelang es, mit seiner Oma und der Mutter seines Mörders zu sprechen. Wir trafen zwei gebrochene Frauen ...


Exklusiv im Gespräch mit der Oma und der Mutter des Mörders des kleinen Cain
© Ricardo Herrgott

Mittwoch, 12. Jänner 2011, 17 Uhr. Miloranka Milosevic, die Großmutter des dreijährigen Cain, der vom Freund seiner Mutter zu Tode geprügelt wurde, verlässt das Gebäude der Polizeidirektion in Bregenz. Es ist schon dunkel, und es regnet in Strömen. Die Frau weiß, dass wir da draußen auf sie warten. Die letzten Stunden hat sie den Polizisten viel von ihren Enkelsöhnen Cain und Emilian und deren Mutter Alexandra erzählt. Dafür ist sie extra aus Deutschland angereist. Jetzt ist die 49-jährige, schwarz gekleidete Frau sichtlich erschöpft, sie will eigentlich nur mehr nachhause ins 37 Kilometer entfernte Heimenkirch in Bayern. „Aber vorher muss ich noch zum Jugendamt“, sagt sie und wischt sich die Tränen von den Wangen. Sie – die Mutter von Cains leib-lichem Vater Dalibor. Jetzt hält sie nur mehr die Sorge um Cains sechsjährigen Bruder Emilian aufrecht. „Er musste mitansehen, wie dieser Teufel seinen kleinen Bruder tötete. Ich weiß, dass der Bub das nie vergessen wird, aber ich möchte ihm helfen, dass er irgendwann wieder lachen kann. Deshalb beantrage ich jetzt beim Jugendamt, dass ich ihn zu mir -nehmen darf. Zumindest so lange, bis sich seine Mutter wieder um ihn kümmern kann.“

Samstag, 8. Jänner 2011 , früher Abend. Ein tristes Mietshaus am Bregenzer Stadtrand. In der kleinen Mansardenwohnung spielen die Brüder Emilian und Cain. Das stört ihren 25-jährigen „Stiefvater“ Miloslav M. Seit ein paar Monaten ist er der Freund ihrer Mutter, Alexandra, 24. Die Mama ist nicht da, sie arbeitet in einer Disco. Miloslav, der jetzt bei ihnen wohnt, soll auf die Buben aufpassen. Sie haben Angst vor ihm. Emilian hat sich sogar schon einmal vor ihm auf das Dach geflüchtet, weil Miloslav immer gleich zuschlägt, wenn ihm etwas nicht passt. Das war am 7. Juli 2010. Damals kam sogar die Polizei, aber die Beamten fuhren gleich wieder weg. Auch heute ist der drogenabhängige, psychisch kranke Gewalttäter wieder sehr zornig. Emilian kann die Schläge des Rasenden halbwegs abwehren. Aber als sich Miloslav dann auf seinen kleinen Bruder stürzt, muss er hilflos zusehen, wie der mit einem Besenstiel so lange auf Cain einschlägt, bis dieser nur mehr ganz still daliegt. Er hört noch, wie Miloslav kurz -darauf die Rettung anruft und erzählt, dass Cain die Stiegen hinuntergefallen sei. Als die -Sanitäter eintreffen, können sie nicht mehr helfen. Cain ist tot.

LESEN Sie die ganze Story in WOMAN 02/2011!

Brigitte Hicker