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Expertentalk: Pigmentflecken

Nur durch eine professionelle Untersuchung kann die Ursache für eine Pigmentstörung herausgefunden werden. Durch gezielte Laserbehandlung verschwinden unschöne Flecken!

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Expertentalk: Pigmentflecken
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Ungefähr jede vierte Frau leidet an Pigmentstörungen. Die dunklen oder hellen Flecken und Punkte auf der Haut sorgen für ein unebenmäßiges Äußeres. Wir haben die Fachärztin für Dermatologie und Venerologie Dr. Sibylle Wichlas vom Institut Juvenis in Wien für ein Interview getroffen!

Pigmentflecken

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WOMAN: Wie erkennt man, ob man unter einer Pigmentstörung leidet? Ich selbst habe in diesem Jahr plötzlich überall weiße Flecken von der Sonne. Woher kommen diese?
Dr. Wichlas: Störungen des Pigmentsystems sind häufig; sie wirken sich entweder als Überschuss (Hyperpigmentierung) oder als Mangel an Melanin (Hypopigmentierung) aus. Beiden kann eine Vielzahl von Entstehungsmechanismen zugrunde liegen. Beide können die gesamte Haut betreffen oder punktuell auftreten. Erkennen kann man eine Pigmentstörung am dunkler oder heller Werden der Haut. Die Ursache der persönlichen Hypopigmentierung, wie in deinem Fall, kann sehr unterschiedlich sein und erst nach Begutachtung festgestellt werden!

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WOMAN: Wie entsteht eine Pigmentstörung? Hat dies auch mit der Veranlagung zu tun?
Dr. Wichlas: Pigmentstörungen können entweder genetisch bedingt (in den Genen veranlagt) oder erworben sein.

Hyperpigmentierungen

Erworben:
- Nach Entzündungen in Kombination mit UV-Strahlung auftretende Hyperpigmentierung:
Nach Kontakt mit Pflanzenextrakten in der Natur, Kosmetik oder in Parfums in Kombination mit UV-Strahlung können nach einer entzündlichen Reaktion Hyperpigmentierungen an Ort und Stelle des Kontakts entstehen. Dabei entsteht z.B. der Abdruck eines Grashalmes, der nach Monaten mit einer streifigen Verdunklung abheilt.
Das Gleiche kann mit Duftstoffen in Parfums und Kosmetikern passieren, hier entsteht aber quasi gleich eine dunkelbraune, scheckige Pigmentierung. Diese kann jahrelang bestehen, verblasst im Winter und tritt im Frühjahr bei der ersten Sonnenbestrahlung wieder deutlich hervor.
- Linsenflecke: Sonnenflecken/Altersflecken entstehen langsam und werden je nach UV Exposition immer dunkler.
- Die gesamte Haut betreffende Hyperpigmentierungen, sprich ein dunkler werden der gesamten Hautoberfläche, entstehen langsam und können ein Alarmzeichen für Erkrankungen innerer Organe sein
Genetisch:
- Sommersprossen entstehen rasch nach UV-Kontakt.
- Melasma: Entsteht in Kombination mit weiblichen Hormonen und UV-Strahlung oftmals plötzlich, und kann durch die in der Schwangerschaft und während der Pilleneinnahme erhöhten Hormonspiegel gefördert werden.
- Linsenflecke: Angeborene, nicht durch UV-Strahlung verursachte, meist im Kindesalter auftretende Flecken. Diese können ein Hinweis auf eine Erkrankung innerer Organe sein.
- „Kohlenbaby“: Dunkelhäutiges Baby weißer Eltern. Das Kind kommt dunkel auf die Welt, entwickelt jedoch allmählich eine pechschwarze Pigmentierung. Im Vergleich zu ethnisch dunkelhäutigen Menschen sind hier auch die Handflächen und Fußsohlen dunkel pigmentiert.

Hypopigmentierungen

Erworben:
- Weißfleckenkrankheit (Vitiligo): Charakteristisch fleckartiger Pigmentverlust, der durch eine Fehlleistung des Abwehrsystems (Autoimmunerkrankung) entsteht. Es beginnt mit kleinen Flecken, die dann größer werden können.
- Postinflammatorische Hypopigmentierung: Nach Entzündungen auftretende Hypopigmentierung der Haut. Sie ist eine Folge verschiedener entzündlicher Hauterkrankungen wie Schuppenflechte, Ekzeme (Neurodermitis) oder auch Infektionskrankheiten der Haut.
- Toxische Hypo- und Depigmentierung ausgelöst durch Chemikalien in der Arbeitswelt im Kontaktareal.
- Aktinische Hypomelanose: Durch UV-Strahlung verursachte weiße Flecken auf der Haut. Dieser Sonnenschaden tritt erst nach Jahren oder Jahrzehnten auf.
Genetisch:
- Albinismus: Erbkrankheit, bei der die Betroffenen kein Melanin bilden können.
- Piebaldismus: Angeborene, weiße Flecken, die auch die Haare mitbetreffen können (white forelock – diese kann auch isoliert, also ohne weiße Flecken auf der Haut, auftreten und ist im Tierreich viel häufiger. Z.B. bei Pferden: Stern, Blässe)

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WOMAN: Eine Möglichkeit Pigmentflecken loszuwerden ist die Lasertherapie, wie genau funktioniert diese?
Dr. Wichlas: Lichtbasierte Therapieverfahren machen sich zu Nutze, dass bestimmte Wellenlängen des Lichts von Melanin aufgenommen und in Hitze umgewandelt werden können. Dadurch wird der Farbstoff zerstört.

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WOMAN: Abgesehen von Sonnencreme, wie kann man noch vor Pigmentflecken vorsorgen?
Dr. Wichlas:
- Im Schatten bleiben
- Der Sonne aus dem Weg gehen wo immer möglich
- Schutzkleidung tragen (auch Hüte und große Sonnenbrillen)
- Pflanzlichen UV-Schutz in Kapselform schlucken
- Nachtpflegeprodukte/Cremen mit Wirkstoffen die Melaninproduktion herunter regulieren anwenden.

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WOMAN: Ich habe schon öfters gelesen, dass die Entstehung von Pigmentflecken durch die Pille gefördert wird, stimmt das?
Dr. Wichlas: Ja das stimmt. Weibliche Hormone fördern das Auftreten des oben genannten Melasmas. Dies entspricht einer Sonderform der Pigmentstörung, bei der weibliche Hormone in Kombination mit UV-Strahlung eine zentrale Rolle spielen. Wenn man grundsätzlich zu Hyperpigmentierung neigt, ist es sicher sinnvoll in Absprache mit dem betreuenden Gynäkologen eine andere Verhütungsmethode zu wählen.

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WOMAN: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass nach einer Behandlung die Pigmentflecken erneut auftreten?
Dr. Wichlas: Die Wahrscheinlichkeit hängt stark vom weiteren Umgang mit der UV-Strahlung ab. Wir von Juvenis empfehlen eine lebenslange Vorbeugung/Prophylaxe wie in Pkt. 4 genannt.

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WOMAN: Wie viel kostet die Laser-Behandlung bei Juvenis?
Dr. Wichlas: Eine Behandlung ist ab 240,00 Euro möglich.