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Was passiert, wenn du alles auf Facebook likest

Zunächst einmal: Tu es nicht! Denn das Ergebnis wird dich erschrecken!

von

Auch gerade auf Facebook?
© Frederic Cirou/PhotoAlto/Corbis

Mat Honan von Wired führte ein durchaus eigenartiges Experiment durch: Er schenkte 48 Stunden lang wirklich allem, was ihm auf Facebook in seiner persönlichen Timeline begegnete, seinen Daumen nach oben. Das Ergebnis war erstaunlich:

Geliked wurde alles - ohne Rücksicht auf tatsächliche Vorlieben oder das Selbstbild, das man ja in sozialen Netzwerken gerne darstellen möchte -, um heraus zu finden, wie dies die eigene Chronik verändern würde.

Um den Selbstversuch zu verstehen, muss man wissen, dass Facebook nicht einfach chronologisch anzeigt, was unser Bekanntenkreis postet und teilt. Nein, Facebook wendet einen komplizierten Algorithmus an und entscheidet so, was uns denn zu interessieren hätte. Beeinflusst wird diese Formel - unter anderem - über unser Verhalten online: Was wir liken oder kommentieren, dessen Quelle wird verstärkt angezeigt - und so kann es passieren, dass zahlreiche Meldungen von Menschen, mit denen wir nicht so stark interagieren, komplett unter gehen.
Das Experiment will aufzeigen, was geschieht, wenn man diese Taktik belohnt.

Zu Beginn drückte Mat einfach bei Postings von Freunden auf "Gefällt mir". Aber schon an vierter Stelle kam eine Meldung, die ihm eigentlich überhaupt nicht gefiel. Dennoch ging der Daumen pflichtbewusst nach oben.
Zwischendurch war Werbung eingestreut sowie Seiten, die andere Bekannte geliked hatten - auch das wurde mit einem "Gefällt mir" quittiert. Facebook hat dazu die Angewohnheit, dass sofort "Ähnliche Seiten" nachgeladen werden. Die dann konsequenterweise ebenso geliked wurden.

Die Menschen sind aus der Timeline verschwunden.

Schon nach einem Tag machte Mat eine erschreckende Feststellung: Die Menschen waren aus seiner Timeline verschwunden. Ersetzt wurden die Nachrichten aus dem Freundeskreis durch Meldungen von Firmen oder News-Seiten. Darüber hinaus waren die Inhalte auf einmal politisch sehr rechtslastig oder unglaublich banal sowie sensationslüstern. Wurden aber weiterhin geliked.

Tatsächliche Freundinnen und Freunden gingen komplett unter. Statt dessen wurden Mat nur mehr Werbungen oder Informationen von Unternehmen vorgesetzt.
Dafür meldeten sich besorgte Bekannte auf anderem Weg: "Wurde dein Account gehackt?" "Was ist los bei dir - meine gesamte Timeline besteht nur mehr aus "Matt Honan gefällt XY."" Denn diese wurden überschwemmt mit der neu gefundenen Like-Begeisterung ihres Freundes.

Mehrere tausende Meldungen, Produkte und Seiten gefallen Mat Honan nun offiziell auf Facebook. Darunter solche, deren Inhalt er eigentlich hasst oder idiotisch findet. Dadurch, dass er alles geliked hat, verwandelte sich Facebook in einen Ort, wo ihm gar nichts mehr gefällt.

Thema: Facebook

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