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Facebook analysiert die Statusmeldungen, die wir nie abgeschickt haben

Zuerst unüberlegt getippt, bremst man sich in letzter Zeit ein und veröffentlicht so manche Worte auf Facebook dann doch nicht. Aber das System merkt sich dennoch jedes gelöschte Wort.

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Vorm Computer
© Thinkstock

Jeder und jede, der oder die sich auf Facebook herumtreibt, wird wohl schon einmal ein paar Worte eingetippt haben, es sich aber im letzten Moment noch einmal anders überlegt und dieses Status-Update gelöscht haben. Sei es die 728. Meldung, dass es zu schneien begonnen hat, dass man ein zu ekelerregendes Foto seines Ausschlages posten wollte oder, dass man sich doch noch beherrscht, nichts zur neuen Bekanntschaft des Ex-Freundes zu sagen. Sei es, um nicht den Freundeskreis zu zu spammen oder weil man sich selbst nicht schlecht darstellen will.

Die gelöschten Worte hätten eigentlich nie das Licht der Öffentlichkeit erblicken sollen. Aber Facebook hat es sich dennoch gemerkt.

Die Technik dahinter ist keine neue: Auch viele Online-Mail-Programme sichern das Geschriebene automatisch in den Entwürfen, damit man selbst bei einem System-Absturz die Nachricht nicht noch einmal schreiben muss. Aber hier dient diese "versteckte" Funktion direkt den Usern. Bei Facebook jedoch, scheint dies nur dem "besseren Kennenlernen" seiner Mitglieder zu dienen.

Zwei Facebook-Mitarbeiter präsentierten vor kurzem diese Vorgehensweise von Facebook und betitelten die dann doch nicht veröffentlichten Meldungen als Eigenzensur. Sauvik Das und Adam Kramer sammelten Daten von 5 Millionen Facebook-Usern um herauszufinden, warum diese manche Meldung nicht veröffentlichten. Zunächst wurde dabei scheins nicht auf Inhalte eingegangen, aber die Möglichkeit besteht und die Wahrscheinlichkeit, dass diese noch genauer analysiert werden ist hoch. Schließlich gibt es genügend Firmen, die Kunden von Facebook und brennend daran interessiert sind, wie dein Ausschlag aussieht, da sie ja die passende Medizin dazu hätten. Was uns zu peinlich oder zu blöd war, um es öffentlich zu posten, könnte dann also doch von Facebook verwertet werden.

via: Slate