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Facebook sperrt Seiten der FEMEN-Aktivistinnen - Grund: Pornographie

Wie wir ja bedauerlicherweise schon wissen, ist für Facebook die bloße Tatsache einer nackten Brust bereits Pornographie. Und daher warf man nun auch die politischen Aktivistinnen aus dem manchmal etwas unsozialen Netzwerk.

von

Femen Aktion

FEMEN-Aktivistinnen demonstrieren vor dem Justizpalast in Tunis gegen den Prozess einer inhaftierten, tunesischen Frau, die sich gegen islamische Hardliner gewehrt hat und daher vor Gericht steht.

© 2013 AFP

Sich aus Protest auszuziehen, ist ja eigentlich nichts Neues - man denke nur an das wohl berühmteste Gemälde zur französischen Revolution, in welchem Marianne, als Symbol der Freiheit das Volk barbusig anführt. In den 70er Jahren zog dann die Hippiebewegung mit Liebe und Nacktheit gegen das Establishment nach und heute präsentiert die feministische Gruppe FEMEN ihre Anliegen aktionistisch und ohne Oberteil.

Aufmerksamkeit ist damit gewiss, nur leider eben nicht immer auf die Parolen gerichtet, die ebenso am Körper prangen, sondern nur wegen der Nacktheit der Frauen. Daher sperrte nun auch Facebook zwei Seiten von FEMEN: die Hauptseite sowie die der französischen Untergruppierung (zweitere ist bereits wieder neugegründet). Die offizielle Begründung lautet "Pornographie", aber von diversen früheren Aktionen dieser Art wissen wir, dass jener "Tatbestand" für das soziale Netzwerk bereits mit einer Mutter, die ihrem Baby die Brust gibt, Brustkrebs-Aktionen, einer Verwechslung mit Ellbogen und Ähnlichem erfüllt wird.

Unserer Meinung nach hat der menschliche Körper an sich überhaupt nichts mit Pornographie zu tun und insofern verwundert das rigorose Löschverhalten von Facebook immer wieder. Ähnlich sieht dies auch FEMEN Deutschland:

»Dann haltet ihr also Bilder einer weiblichen Brust für Pornographie? Ist das euer Ernst? Facebook, du machst dich damit nur lächerlich!«
Thema: Sexismus