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So will Facebook gegen Rachepornos vorgehen

BIslang gab es für Opfer von Rachepornos wenig Chancen, die Verbreitung der Bilder auf Facebook zu stoppen. So will das Social Network durchgreifen.

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So will Facebook gegen Rachepornos vorgehen
© Instagram/Naila

Eure Liebe mag verblasst sein – die intimen Bilder, die ihr einander während der Beziehung geschickt habt, sind es nicht. Wenn du Glück hast, dann hat dein Ex deine Nacktfotos oder sogar Filmchen gelöscht. Wenn du leider an eine miese Ratte geraten bist, dann werden die Aufnahmen möglicherweise soeben von zig Menschen im Internet begafft.

Die Verbreitung von Rachepornos in Social Networks stoppen

"Revenge Porn" oder auch "Rache-Pornos" sind ein trauriges Phänomen unserer Zeit. Noch nie war es so simpel, einen Menschen zu diskreditieren, wie auf Social Media-Networks. Denn die Fotos und Videos werden nicht nur vom Bekanntenkreis des Ursprungs-Veröffentlichers gesehen, sondern verbreiten sich über die Sharing-Funktion wie ein Lauffeuer. Einmal im Netz, lässt sich die Verbreitung kaum mehr eindämmen. Für die Opfer eine unerträgliche Pein: "Ich fühle mich befleckt. Im Supermarkt, im Büro - ich habe immer Angst, dass jemand das Video gesehen hat."

Während die beiden Porno-Portale YouPorn und Pornhub mittlerweile eine Melde-Funktion eingerichtet haben, sollte man gegen den eigenen Willen hochgeladenes Material finden und dieses auch relativ rasch löschen, war die Verbreitung von Rachepornos auf Facebook bislang nicht zu verhindern. Immer wieder klagten Opfer, dass das Social Network nicht genug dagegen unternimmt.

Mit Gesichtserkennung will Facebook gegen die Verbreitung von "Revenge Porn" vorgehen

Jetzt will Facebook endlich aktiv werden. Mittels künstlicher Intelligenz und einer Gesichtserkennungs-Software sollen bereits geteilte Rache-Pornos aufgestöbert und flächendeckend gelöscht werden. Facebook-Gründer Marc Zuckerberg: "Rachepornos sind etwas schändliches. Die Bilderkennung und Artificial Intelligence ermöglichen es uns, gemeldete Inhalte schneller zu erfassen und über sämtliche Accounts, auf denen sie geteilt wurden, zu löschen."

Allerdings muss man das Bild- und Video-Material nach wie vor zuerst melden. Ein Facebook-Mitarbeiter entscheidet dann, ob die Inhalte tatsächlich gelöscht werden und der User, der es widerrechtlich hochgeladen hat, gesperrt wird.

Das intensivere Engagement des Social Networks gegen Rachepornos ist auf einen besonders abscheulichen Skandal in den USA zurückzuführen. Dort hatten aktive Soldaten und Veteranen der US-Marines über Facebook tausende Nackt-Fotos aus der Umkleide der weiblichen Corps-Angehörigen geteilt. Der Fall führte zu einer Anhörung im Kongress und zu einer internen Untersuchung des Defence Departments.

Themen: Report, Sexismus