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Wie du zu Weihnachten Streit mit deiner Familie vermeidest

Weihnachten ist die besinnlichste Zeit des Jahres? Von wegen? Wenn die ganze Familie zusammenkommt, kommt es schon mal zu Streit. 9 Tipps, wie du ihn vermeidest!

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Wie du zu Weihnachten Streit mit deiner Familie vermeidest

Streitet sich deine Familie auch jede Weihnachten? Das muss nicht sein...

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Alle Jahre wieder. Alle Jahre wieder kommt die halbe Verwandtschaft zusammen - auf engstem Raum und in der besinnlichsten, aber eben auch stressigsten Zeit im Jahr. Da herrscht dann oft nicht die Vorfreude aufs Christkind sondern ganz schön dicke Luft. Es ist auch klar: Unterm Jahr hat man kaum Kontakt - das liegt oft an verschiedenen Interessen und Lebensweisen, die dann wiederum hinten raus zum Streit führen. Wir sagen dir aber, was du vor und während der Weihnachtsfeiertage tun kannst, um dieses Jahr Streit an Weihnachten zu vermeiden.

Kleiner Spoiler vorweg: Die wichtigste Erkenntnis dabei: Du kannst die anderen nicht ändern. Aber dein Verhalten und deine eigene Einstellung schon. Dafür brauchst du vor allem eine Fähigkeit: Akzeptanz.

Übe eine Akzeptanz-Einstellung

Diesen Tipp gibt der Psychologe Nicholas Joyce in einem lesenswerten Beitrag für das Portal "The Conversation". Demnach sollten wir beginnen, einen Akzeptanz-Einstellung gegenüber Familienmitgliedern zu entwickeln, deren Gewohnheiten, Eigenschaften oder auch nur grundlegende Präsenz zu dieser Jahreszeit unglaublich nervt. Dann, so der Psychologe, sind wir dafür gerüstet, besser mit ihnen fertig zu werden.

»Wir müssen unsere Denkweise ändern. Was ist wahr und realistisch, wie werden sie sich geben? Und nicht: Wie wünschen wir uns ihr Verhalten?«

Familienstreit zu Weihnachten? 9 Tipps!

1. Mit wem soll ich Weihnachten feiern?

Um schon vor dem Fest Streit vorzubeugen ist eine der wichtigsten Fragen, mit wem man überhaupt Weihnachten feiern und verbringen möchte. Manche Mischungen sind explosiv. Wer sich schon im Vorhinein Gedanken macht und sich ehrlich traut Nein zu sagen, kann Streit proaktiv vermeiden. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel die Streithähne von vornherein zu trennen. Du weißt, dass eine Feier mit Tante Maria und Onkel Wolfgang nicht gut gehen kann? Es gibt zum Glück verschiedene Feiertage - so können Feiern und Personen getrennt werden. Easy - und keiner ist beleidigt!

2. Wünsche äußern - und ehrlich sein!

Du hast keinen Bock, dieses Jahr wieder für alle das Weihnachtsfest auszurichten? Sag es, anstatt am 24. grantig und allein in der Küche zu stehen. Schlage vor, gemeinsam zu kochen, ausnahmsweise bei deinen Geschwistern zu feiern oder äußere klipp und klar, wie du dir die Weihnachtsfeiertage vorstellen würdest. Vielleicht beruht dein Wunsch ja eh auf Gegenseitigkeit. Mit Sicherheit können Kompromisse geschlossen werden.

3. Wichteln statt Geschenkeberge

Du lässt dir für deine Lieben immer besondere Geschenke einfallen, bekommst von deiner Cousine aber zum zehnten Jahr hintereinander die lieblose Duschgel-Weihnachtsedition? Schlage vor, in der Familie von nun an zu wichteln. So kann sich jeder auf eine Person konzentrieren - ganz ohne Stress und Gelddruck. Die Geschenke werden mit Sicherheit durchdachter sein und dank Preislimit wird sich auch niemand benachteiligt fühlen. Scheue dich auch nicht davor, deine Lieben zu fragen, was sie sich wünschen - und sei auch ehrlich mit den deinen. So ist am Ende niemand enttäuscht.

4. Erwarte dir nicht zu viel vom Weihnachtsfest

Du bist an Weihnachten eingeladen? Gehe mit einer positiven Einstellung zum Fest und überlege nicht schon vorher, was alles schief gehen könnte oder wie sehr dich die Macho-Sprüche deines Onkels nerven. Du bist selbst Gastgeberin? Hauptsache ist, dass sich alle wohlfühlen. Also sei entspannt und versuche nicht, alles perfekt zu machen. Irgendetwas wird immer schief gehen - und das ist völlig okay! Perfekte Weihnachten existieren wirklich nur im Film - und denen nachzuhängen produziert nur Unmengen an Stress. Lass die Dinge auf dich zukommen.

5. Meide heikle Themen

Klassisches Streitthema: Politik. Lege es doch ausnahmsweise nicht drauf an und beginne beim Weihnachtsessen mit deinem erzkonservativen Cousin gewisse "Reizthemen" anzusprechen. Freue dich auf ein paar harmonische Stunden und lass das Gespräch lieber seicht dahinplätschern, als gerade heute über die Flüchtlingskrise, Politik, Terroranschläge und die Frauenquote zu sprechen. Sollte jemand anderes damit anfangen? Lass dich nicht einwickeln und bleib sachlich.

6. Sei vernünftig und springe über deinen Schatten

Dir ist dann doch noch eine abfällige Bemerkung rausgerutscht und die Stimmung ist angespannt oder droht zu kippen? Springe über deine Schatten und entschuldige dich. Tu es für den Weihnachtsfrieden. Gerade an Weihnachten sind viele Menschen besonders sensibel und gehen leicht in die Höhe. Schaffe Streit schnell aus der Welt - auch wenn du dich im Recht fühlst. Zu Vergeben ist eines der größten Geschenke, die du an Weihnachten machen kannst. Du redest mit deiner Schwester seit zehn Jahren kein Wort mehr? Wir wiederholen: Springe. über. deinen. Schatten.

7. Streitschlichter spielen

Es bist gar nicht du, die in einen Streit verwickelt ist? Agiere als Streitschlichterin. Versuche es mit Humor, Ablenkung oder einer direkten Ansprache und deeskaliere - und wenn es nur ist, dass du einen der Streithähne in ein Gespräch verwickelst.

8. Lachen ist die beste Medizin

Humor hat (ähnlich wie Musik - also immer schön die Weihnachtsmusik spielen lassen) erstaunliche Fähigkeiten. Trotz aller Bemühungen ist eine dramatische Streit-Explosion direkt in deinem Wohnzimmer aufgetreten? Tränen fließen. Die Schreitirade hat begonnen. Was wirst du machen? Spreche zuerst beide Parteien mit ruhiger Stimme an, dann versuche etwas zu finden - irgendetwas -, um sie zum Lachen zu bringen. So verschwinden die Anspannungen langsam hinter einer Flut von Lachen. Das Problem ist so vielleicht nicht gelöst, aber die Dramabombe wurde entschärft.

9. Sei dankbar - und akzeptiere!

Auch wenn Weihnachten oft stressiger ist, als es einem lieb ist: Denke an die schönen Momente, die ihr dann doch immer wieder gemeinsam verbringt und sei dankbar.Wir gehen zu dem Festessen und wissen, dass uns die Schwägerin wegen der Kindererziehung kritisieren oder unser Onkel irgendwelche politischen Kommentare ablassen wird, die uns auf die Palme bringen. Aber wir überlegen uns diesmal im Vorfeld, ob all diese kleinen Ärgernisse und Themen wirklich unsere Aufmerksamkeit und unseren Widerspruch erfordern. Oder ob wir es heuer einfach mal gut sein lassen und akzeptieren wollen, dass die eben so sind, wie sie sind. Wenn wir diese Realität akzeptieren, reagieren wir dann beim Treffen nicht spontan genervt, sondern können besser entscheiden, wie wir mit der Dynamik umgehen wollen. Das macht gelassener.

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