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Familienbeihilfe neu

Nach 13 Jahren ohne Erhöhung gibt es ab Juli für jedes Kind durchschnittlich sieben Euro mehr im Monat. Jetzt hagelt es Kritik. Wir fragten bei Müttern nach.

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Familienbeihilfe neu

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© WOMAN/Julia Stix

"Diese sieben Euro sind völlig realitätsfremd, weil sie nicht einmal den Kosten für eine Packung Windeln oder Flaschennahrung entsprechen“, begründet Alexandra Hübel, 47, Unternehmerin und Mutter eines Sohnes, warum sie die Erhöhung der Familienbeihilfe einfach nur lächerlich findet.

Familienbeihilfe neu

Ab 1. Juli erhält jedes Kind in Österreich mehr Unterstützung vom Staat. In Zahlen: Für unter Zweijährige gibt es monatlich ein Plus von 4,30 Euro (gesamte Beihilfe: 109,7 Euro), für Drei- bis Neunjährige 4,60 Euro (117,3 Euro), für Zehn- bis 18-Jährige 5,30 Euro (136,2), für Auszubildende ab 19 Jahren 6,20 Euro (158,9). Bis 2018 steigert sich die Familienförderung dann noch zweimal, um jeweils 1,9 Prozent.

Familienministerin Sophie Karmasin sieht das naturgemäß als Erfolg: „Es handelt sich um substanzielle Beträge für Familien. Und ich bin froh, dass wir nach 13 Jahren Pause wieder eine Erhöhung umsetzen können. Auch, weil bei den Regierungsverhandlungen im Raum stand, sie aufgrund des Spardrucks abzusagen.“ Weniger begeistert sind Familienorganisationen, die durch die lange Anpassungsflaute einen Wertverlust von rund 30 Prozent sehen. „Deshalb soll es nach 2018 auch mit einer jährlichen Anpassung der Leistung an die Inflation klappen“, hofft Karmasin. Kosten bis dahin: 830 Millionen Euro.

Was bringen die 7 Euro mehr im Jahr?

Nur: Was bringen die durchschnittlich sieben Euro mehr den Familien? Wäre es nicht besser, das gesamte Budget, das zur Anhebung benötigt wird, in andere Projekte zu investieren? Denn, so belegen Studien, Geldleistungen alleine werden Österreichs Gesellschaft nicht wachsen lassen und die Geburtenrate wohl bei 1,41 Prozent einfrieren. Deshalb halten viele den Ausbau in Sachen Kinderbetreuung und eine bessere Vereinbarkeit von Job und Familie für sinnvoller.

Wir fragten sechs Leserinnen, wo die 830 Millionen ihrer Meinung nach viel effektiver investiert wären. Und warum sie bereit wären, dafür auf die sieben Euro mehr auf dem Familienkonto zu verzichten. Ihr Vorschläge und Anliegen findet ihr in der aktuellen Ausgabe von WOMAN .

Thema: Erziehung