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FAQ: Alle Fragen und Antworten zur Menstruationstasse

Wir haben schon von der Menstruationstasse gehört, benutzt hat sie bisher nur eine von uns. Die WOMAN Redaktion hat alle erdenklichen Fragen zur Tasse gesammelt. Hier sind die Antworten:

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Warum nicht einmal etwas Neues probieren?

© istockphotos.com

Die Gründe dafür, weshalb Frau auf die Menstruationstasse umsteigen sollte, sind endlos. Tassen sind aus medizinischem Silikon hergestellt und wesentlich besser für die Gesundheit. Tampons sind chemisch hergestellte Einwegprodukte, die nicht nur die natürliche Scheidenflora angreifen und somit Pilze und andere Infektionen verursachen können, sondern auch größtenteils für TSS (Toxisches Schocksyndrom) zuständig sind. Beim Toxischen Schocksyndrom kommt es durch eine bakterielle Infektion zu einem schweren Organ- und Kreislaufversagen. Dieses Bakterium kann durch eine offene Wunder oder, wie in vielen Fällen, durch den Gebärmutterhals in den Blutkreislauf gelingen, wo es ein Gift bildet, das einen Schockzustand im Körper auslöst. Natürlich kann TSS durch andere Einflüsse auftreten, die meisten Fälle zeigen aber, dass Tampons dieses Syndrom sehr wohl begünstigen, da sie den Nährboden für das gefährliche Bakterium (Carboxymethyl-Zellulose) bilden.

Erste Schritte

1

Ist es nicht eklig, so eine Bluttasse im Körper zu haben?
Was man nicht kennt, verurteilt man schnell. Unsere Gesellschaft ist fixiert auf Einwegprodukte, vor allem im Bereich der Körperhygiene. Zum einen verständlich, wenn man bedenkt, dass wir von klein auf dazu erzogen wurden, uns vor unserem eigenen Körper und dessen Flüssigkeiten zu ekeln, zum anderen nicht verständlich, da genau diese Produkte die Umwelt zerstören. Anfangs mögen „Bluttassen“ ungewohnt und neu sein, doch nach einer Weile gewöhnt man sich an sie und kann sich nicht mehr vorstellen, wie man ohne zurechtgekommen ist.

2

Spürt man die Tasse bzw. zwickt sie?
Wenn man die Menstruationstasse in der für sich passenden Größe gekauft und entsprechend eingeführt hat, sollte man sie nicht spüren. Schmerzen oder Zwicken sind ein Zeichen für die falsche Größe bzw. die Tasse wurde nicht korrekt eingeführt.

3

Kann man sie auch nachts tragen?
Ja! Auf die Tasse ist auch nachts verlass, da man sie 8 bis 12 Stunden drin lassen kann.

4

Kann man sie auch beim Schwimmen tragen?
Ja! Tassen sind in der Hinsicht wie Tampons und bieten auch beim Baden, Schwimmen und Sport den nötigen Schutz.

5

Muss man die Tasse entfernen, wenn man auf Toilette geht?
Nein. Die Tasse muss weder beim Urinieren noch beim Stuhlgang entfernt werden, da sie direkt am Gebärmutterhals sitzt.

6

Kann die Tasse stecken bleiben?
Das ist die größte Angst aller Frauen, die das erste Mal von Menstruationstassen hören. Die Tassen können weder stecken bleiben, noch gehen sie in unserem Körper verloren. Die Vaginalmuskulatur kann sich zusammenziehen oder erweitern. Mit Hilfe dieser Muskeln kann man auch die Tasse nach unten pressen und dann mit den Fingern den oberen Tassenrang zusammendrücken und hinausziehen.

Pflege & Reinigung

7

Kann die Tasse „überlaufen“?
Selbst Tassen mit einem kleineren Fassungsvermögen können zwischen sechs bis zwölf Stunden getragen werden, ohne zwischendrin ausgeleert werden zu müssen. Je nach Stärke und Schwäche des Menstruationsflusses, muss man beobachten, wie lange die Tasse drinbleiben kann. Sie sollte aber nicht länger als 12 Stunden am Stück drin sein.

8

Schwappt das nicht über, wenn man sie entfernt?
Am Anfang ist das Entfernen noch etwas unbeholfen und könnte eine kleine Sauerei verursachen. Aber sobald man den Dreh raus hat buchstäblich (haha Wortspiel und Pun intended!), dann geht das Ruckzuck und ohne Sauerei! Anfänger sollten die Tasse entfernen, während sie noch auf der Toilette sitzen, so kann alles leichter aufgefangen werden und weder Wände, noch Kleidung werden schmutzig.

9

Wie ist es wenn das Waschbecken nicht direkt beim Klo ist? Reicht auswischen vorm nächsten benutzen oder muss man es auswaschen?
Wenn das Waschbecken nicht in Reichweite ist, dann kann man es auch hin und wieder so ausleeren und mit Klopapier auswischen. Wenn man aber weiß, dass Klo und Waschbecken weit auseinanderliegen (z.B. auf öffentlichen Toiletten, dann kann man auch eine kleine Wasserflasche mit in die Kabine nehmen und damit ausspülen. Der Cup wird aber höchstens – je nach Menstruationsfluss – zweimal täglich gewechselt, daher ist die Wahrscheinlichkeit ihn in der Öffentlichkeit auswaschen zu müssen eher gering. Wichtig ist es, den Cup mindestens einmal am Tag richtig auszuwaschen und nach jedem Zyklus auszukochen.

Sex & Verhütung

10

Kann die Tasse als Verhütungsmittel eingesetzt werden?
Nein! Niemals! Ein Cup schützt sicher nicht vor ungeplanten Babies. Außerdem sollte man keinen Vaginalverkehr haben, wenn der Cup noch drinnen ist.

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Schützt der Cup vor Geschlechtskrankheiten?
Nein! Geschlechtskrankheiten werden über kleine Verletzungen der Schleimhäute übertragen. Der Cup umfasst weder den gesamten Vaginalbereich noch den Penis des Mannes, sodass es definitiv keinen Schutz bietet! Außerdem nochmals: Man sollte keinen Vaginalverkehr haben, wenn der Cup noch drinnen ist.

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Kann man damit Sex haben?
Man kann keinen Vaginalverkehr haben, da die Tasse im Weg wäre. Sie könnte zerquetscht werden, sodass der Siegel um den Muttermund gebrochen wäre, was die Tasse zum auslaufen bringen würde. Wenn ihr nicht auf Sex während der Periode verzichten wollt, gibt es die Möglichkeit auf Softtampons zurückzugreifen. Das sind schwammartige Tampons, die direkt über den Muttermund gesetzt werden. Weder Mann noch ihr spürt sie. Um diese zu entfernen, muss man seine Beckenbodenmuskulatur genauso anstrengen, wie beim Entfernen der Tasse.

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Wie sieht es mit Oralverkehr aus?
Ja klar! Wenn es weder euch, noch eure Partner stört, dann gibt es keinen Grund wieso nicht. Das Blut ist im Cup und nichts läuft aus.

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Kann ich den Cup verwenden, wenn ich eine Spirale oder ein Kettchen habe?
Viele Frauen, die eine Menstruationstasse verwenden, haben auch die Spirale, das Kettchen oder den Ball als Verhütungsmittel. Man kann problemlos beides verwenden. Wenn man den Cup mit einem Tampon vergleicht, merkt man, dass der Tampon viel näher am Gebärmutterhals sitzt und die Gefahr, dass die Spirale oder das Kettchen sich darin verfangen könnte, größer ist. Wer sich aber dennoch unsicher ist, sollte all seine Bedenken mit seinem Arzt oder seiner Ärztin des Vertrauens besprechen.

Thema: Menstruation