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Blackroll: Ist die Faszienrolle vielleicht gar nicht so effektiv?

Faszien-Rollen sind einer DER Gesundheits- und Fitness-Trends der letzten Jahren. Aber wie effektiv sind die Faszienübungen wirklich? Oder sind sie gar schädlich?

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Blackroll: Ist die Faszienrolle vielleicht gar nicht so effektiv?
© Stefan Gergely

Dir sagt der Begriff "Faszien" nichts? Nun: Jeder hat sie – und sie sind sogar extrem wichtig. Das Geflecht aus Bindegewebshäuten verhindert Rückenschmerzen und schützt unsere Muskeln vor Verletzungen. Vor allem aber sorgen die hauptsächlich aus Kollagenfasern bestehenden Faszien für eine straffe Figur.

Deswegen haben die Faszienrollen, oder auch Foam-Roller genannt, in den letzten Jahren einen regelrechten Siegeszug angetreten und sind in fast jedem Haushalt und Fitnessstudio zu finden. Mithilfe dieser Rollen soll nämlich das verhärtete, schmerzhafte fasziale Gewebe wie ein Schwamm ausgepresst und dazu noch die Stoffwechselvorgänge angeregt werden. Kurz gefasst: Die Blackroll ist eine Art DIY-Bindegewebsmassage. (HIER erfährst du, wie du die Faszienrolle richtig benutzt.) Dabei gibt es nur wenig wissenschaftliche Evidenz für die Wirkung der Massage-Rollen. Sind Faszienrollen also vielleicht sogar gesundheitschädigend?

Sind Faszienrollen gesundheitsgefährdend?

Christian Baumgart, Wissenschaftler an der Bergischen Universität Wuppertal, ging dieser Frage in einer Studie nach. In der Untersuchung nutzten Studenten unter fachkundiger Anleitung die Massagerollen je zweimal eine Minute pro Muskelgruppe an den Beinen. Danach wurde zum einen die vertikale Sprunghöhe gemessen: es tat sich nichts. Zusätzlich wurde mit einem Tast-Stift die Spannung der Muskulatur gemessen – auch hier gab es nur geringe Veränderungen. Zum Vergleich: Nach einer zehnminütigen Belastung auf dem Fahrradergometer sprangen die Studierenden höher.

Helfen Faszienrollen bei Cellulite?

Und auch der Effekt der Blackroll auf das Bindegewebe ist eher mit Vorsicht zu genießen. Baumgart gegenüber dem deutschen Gesundheitsportal: "Faszien sind sehr dünn, und die Wirkung einer reinen Kompression ist fraglich. Im Gegenteil: Langfristige Folgen und gesundheitliche Risiken könnten mitunter größer sein, wenn das intensive Rollen zum Beispiel Schäden an den Venenklappen verursacht." Auch ein negativer Effekt der Kompression von Haut, Unterhaut, Muskeln, faszialen Arealen und Knochen sei denkbar, aber bisher noch wenig untersucht.

Was das heißt? Foam Rolling kann keine Physiotherapeuten oder Masseure ersetzen und klassische Dehnmethoden bringen ähnliche Effekte. Trotzdem: Wer von der Faszienrolle überzeugt ist, soll sie aber guten Gewissens weiter benutzen - die Blackroll hat nämlich durchaus Potential. Um Fehler zu vermeiden, empfehlen wir allerdings, vorher auf YouTube Tutorials anzusehen. Falsch angewendet kann eine Übung die viel Gutes tun möchte, nämlich plötzlich zur Verletzungsfalle werden.

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